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Die Heinzelmännchen von heute: Neue Saugroboter auf der IFA

Weniger lästiges Staubsaugen? Die Idee klingt verlockend. Saugroboter übernehmen die Grundreinigung und entfernen Haare und Wollmäuse. Doch die Technik hat eine Weile zur Reife gebraucht. Auf der IFA zeigen Hersteller nun eine neue Geräte-Generationen.



RX6 von AEG
Der Saugroboter RX6 von AEG überwindet Erhebungen von bis zu 22 Millimetern.   Foto: AEG/dpa-tmn » zu den Bildern

Berlin (dpa/tmn) - Sie fahren die Wohnung ab, saugen Fussel und Haare weg und sammeln in der Küche die kleinsten Brotkrumen auf: Saugroboter sind die modernen Heinzelmännchen.

Wenn man nach einem langen Tagen abends nach Hause kommt, ist dank der meist scheibenförmigen Helfer wenigstens der Boden rein. Und man muss sich nicht bei Abendgästen für die fehlende Zeit zum Staubsaugen schämen.

Dieses Konzept ist für viele attraktiv, doch die Geräte steckten lange noch in den Kinderschuhen. In diesem Jahr aber zeigt sich auf der Elektronikmesse IFA in Berlin (1. bis 6. September): Viele Unternehmen bringen neue Saugroboter heraus - mit dem Versprechen, bessere Ergebnisse zu bringen.

Einen Markt dafür gibt es offenbar: Im ersten Halbjahr 2017 wurden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 40 Prozent mehr Staubsauger gekauft, berichtet Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. «Es ist eine im Vergleich zu den Boden-Staubsaugern relativ kleine, aber attraktive Produktgruppe, die gerade stark wächst.»

Außerdem kommen die Geräte inzwischen auch in Preislagen, die sie für mehr Verbraucher interessanter machen, ergänzt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+. «Und auch wenn sie noch Schwächen haben, für das Große und Ganze eignen sie sich gut», lautet ihre Einschätzung.

Daran hat die Branche hart gearbeitet. In den ersten Jahren fielen die Saugroboter reihenweise durch Produkttests, weil sie zum Beispiel Schwellen nicht überfahren konnten, gegen Schränke donnerten, unter dem Sofa stecken blieben oder nicht in die Ecken kamen.

Außerdem fehlte es bedingt durch die Bauart den kleinen Robotern an Saugkraft und Tiefenwirkung, hat die Stiftung Warentest bei einer Stichprobe von sechs damals erhältlichen Geräten zum Jahresbeginn 2017 festgestellt. Die besten dieser Produkte holten nur rund die Hälfte der Fasern aus dem Teppichflor, ein guter Bodenstaubsauger schafft 80 Prozent. Auf Hartböden waren die Ergebnisse aber besser: Die beiden besten Geräte im Test schafften hier 92 und 77 Prozent. Das Fazit lautete dennoch: Ein automatischer Saugroboter kann nicht das gelegentliche Putzen mit einem guten Boden-Staubsauger ersetzen.

Die Geräte der neuesten Generation versprechen in vielen Punkten Verbesserung: Miele schafft mit seinem neuen Modell Scout RX2 eine dreifach höhere Staubaufnahme von Teppichböden im Vergleich zu Vorgängermodellen der Firma. Das Hängenbleiben an Möbeln verhindern Schwenkarme, an denen die Seitenbürsten sitzen. Gelangen sie an einen Widerstand, werden die Arme zurückgeschoben.

AEG hat seinen neuen RX9 fast dreieckig gebaut. Dadurch und die zusätzlichen Seitenbürsten sollen die Ecken und die Kanten entlang der Wände um bis zu 80 Prozent effektiver reinigen, kündigt das Unternehmen an. Der Saugroboter soll auch Erhebungen von bis zu 22 Millimeter überwinden - was Teppichkanten und Kabel entspricht. Mit einer Höhe von nur neun Zentimetern kann der Saugroboter auch unter niedrige Möbel fahren.

«Die neueste Geräte-Generation zeichnet sich durch Intelligenz aus», ergänzt Hausgeräte-Experte Scholz. Die Sauger bewegten sich nicht mehr zufällig über den Boden, sondern die Sensorik habe deutliche Fortschritte gemacht. «Die Geräte vermessen heute erst mal den Raum. Wie groß ist er, wo sind die Hindernisse? Dann werden die besten Wege in alle Ecken berechnet mit der möglich geringsten Energieleistung.»

Zusätzlich zu solchen interaktiven Karten können zum Beispiel für das neue Modell Roxxter von Bosch Hausgeräte Tabuzonen sowie individuelle Arbeitsaufträge in jedem Zimmer festgelegt werden. Das ist auch möglich beim Modell Botvac D7TM Connected von Neato. Mit der Festlegung virtueller No-go-Gebiete werden nach Angaben des Herstellers auch materielle Barrieren für den Sauger u?berflu?ssig.

Auch eine Steuerung über Apps auf Smartphone und Tablet ist bei den Geräten möglich, und Roxxter lässt sich zusätzlich über den Sprachassistenten Alexa von Amazon ansprechen. «Die neue Generation ist auch leistungsfähiger», erklärt Hausgeräte-Experte Scholz. Akkuladungen hielten länger, die Ladezeit wird zugleich kürzer.

Manche Geräte kombinieren verschiedene Reinigungsarten: Die Modelle von Ecovacs Robotics namens DEEBOT OZMO 610 und 930 saugen dank neuer Technologie und Wassertank Parkett, Laminat und Fliesen nicht nur ab, sondern wischen diese auch nass. Das Modell 930 erkennt dabei selbstständig, um welchen Bodenbelag es sich handelt. Der Heinzelmann von heute saugt und bläst also nicht nur wie im Loriot-Sketch - er saugt und wischt sogar.

Das kalifornische Unternehmen Neato stellte auf der IFA mit dem Modell Botvac D7TM Connected einen Roboterstaubsauger vor, der einen personalisierten Umgebungsplan erstellen kann. Mit einer App legt der Nutzer dabei virtuell «NoGo-Gebiete» fest, um bestimmte Wohnungsbereiche bei der Reinigung auszusparen. Da der Roboter damit genau weiß, wo er saugen darf und wo nicht, werden nach Angaben des Herstellers auch materielle Barrieren u?berflu?ssig. Über den Dienst IFTTT («If This Then That») können die Anwender auch Smart-Home-Szenarien festlegen. So könnte man den Roboter beauftrage, erst dann aktiv zu werden, wenn alle Bewohner die Wohnung verlassen haben, was man wiederum an der Position der Smartphones feststellen kann.

Veröffentlicht am:
01. 09. 2017
09:25 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2017
09:25 Uhr



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