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Waschnüsse fallen bei Stiftung Warentest durch

Kastanien und Waschnüsse sollen eine umweltschonende Alternative zu üblichen Waschmitteln sein. Doch schon nach wenigen Waschgängen vergrauen die Textilien, und Flecken werden so gut wie gar nicht gelöst.



Waschnüsse fallen bei Stiftung Warentest durch
Waschnüsse enthalten Substanzen, die unter Zugabe von Wasser schäumen. Daher werden sie gerne auch als Alternative zu üblichen Waschmitteln verwendet.   Foto: Bodo Marks/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nüsse und Kastanien gelten als die umweltschonenden Alternativen zu Waschmittel aus dem Handel. Doch die Naturprodukte fallen bei der Stiftung Warentest durch: Die Wäsche wird in nur wenigen Waschgängen grau.

Schlimmer noch: Die Mittel entfernten im Praxistest 20 Flecken, die im Alltag häufiger entstehen, so gut wie gar nicht. Geprüft wurden allerdings nur zwei Produkte - zum einen Waschnussschalen, zum anderen ein Granulat von Rosskastanien.

Waschnüsse und Waschkastanien besitzen viele sogenannte Saponine - Substanzen, die unter Zugabe von Wasser schäumen. Sie lassen sich im Handel kaufen, aber auch übliche Rosskastanien von den Parkbäumen lassen sich dafür sammeln und nutzen. Waschnüsse stammen vom Seifenbaum ab und werden vornehmlich aus Asien importiert.

Umweltschützer schätzen sie, dass sie anders als industriell gefertigte Waschmittel keine Ressourcen verbrauchen und ihre Substanzen biologisch abbaubar sind.

Aber zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) betont auch: Für wirklich weiße Wäsche seien Kastanien nicht geeignet, hier ist die Rede von einem leichten Gelbschimmer. Und auch ansonsten wird für helle Wäsche geraten, beim Einsatz von Kastanien die Schalen zu entfernen und etwas Backpulver oder Natron mit in die Trommel zu geben.

Laut Stiftung Warentest lösen die Nüsse und Kastanien zwar übliche Schmutzpartikel aus dem Textilien, schaffen es aber nicht, diese im Wasser zu halten. Die Partikel setzen sich im Waschprozess wieder auf dem Stoff ab - und dieser verdunkelt sich nach und nach. Nach 20 Durchgängen waren die Prüftextilien gräulich verfärbt. Da den Mitteln außerdem eine wirksame Kombination an schmutzknackenden Enzymen und fettlösenden Tensiden fehle, lösten sie echte Flecken kaum.

In der Summe sind damit die Naturprodukte auch nicht umweltfreundlich, argumentiert die Stiftung Warentest. «Sie waschen derart miserabel, dass Nutzer vermutlich einen zusätzlichen Waschgang durchführen - mit erneutem Strom- und Wasserverbrauch», heißt es in der Zeitschrift «test» (Ausgabe August 2019).

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
09:22 Uhr

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23. 07. 2019
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