Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

 

Holz- oder Steinhaus - Wo liegen die Stärken?

Die meisten Häuser in Deutschland bestehen aus Stein, aber auch Holz ist eine Alternative. Beide Baumaterialien haben ihre Vorzüge.



Energieeffizienz
Auch in punkto Energieeffizienz steht das Holzhaus anderen Bauweisen nicht nach. Foto: Uwe Weiser/Fullwood Wohnblockhaus   Foto: dpa » zu den Bildern

Ein Haus aus Stein oder Holz? Das ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks. Die meisten Bauherren entscheiden sich für Massivhäuser aus Stein oder Beton. Aber auch Holzhäuser entdeckt man immer wieder in Neubausiedlungen. Was ist denn besser?

«Sowohl mit Holz als auch mit Stein lassen sich gute Häuser bauen, die den aktuellen Anforderungen an Wohnqualität und Energieeffizienz entsprechen», sagt Gabriele Heinrich vom Verband Wohnen im Eigentum. Trotzdem gibt es Argumente, die im individuellen Fall für die eine oder die andere Bauweise sprechen. Ein Überblick:

DAS HOLZHAUS

Holzhäuser werden nicht nur im skandinavischen Stil oder als Blockhaus erbaut, sondern es sind vielfältige Varianten möglich. «Auf den ersten Blick ist oft gar nicht zu erkennen, ob es sich um ein Stein- oder Holzhaus handelt», sagt Oliver Mertens vom Deutschen Massivholz- und Blockhausverband. Ein Hauptargument für Holz ist ein Gefühl - es wird als behaglich, wohltuend und heimelig beschrieben. Und ein wesentlicher Vorteil von Holzhäusern ist ihre Nachhaltigkeit. Holz speichert im Wachstum Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Wird es verbaut, bleibt das CO2 dauerhaft gebunden - das ist gut fürs Klima.

Auch in punkto Energieeffizienz steht das Holzhaus anderen Bauweisen nicht nach - zumal sie alle die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. «Vollholz erreicht gute Dämmwerte allein durch den Wandaufbau. Teilweise kann auf zusätzliche Dämmung verzichtet werden», erläutert Mertens. «Und zweischalige Wände mit einer Kerndämmung schaffen sogar so hohe Dämmwerte, dass sie die Anforderungen der EnEV übertreffen.» Ein weiteres Argument: «In Vollholzhäusern strahlt die Wand keine Kälte ab. Daher wird ein angenehmes Raumklima erzeugt», erklärt Mertens.

Holzhäuser lassen sich gut als Fertigbauten realisieren, entweder als ein- oder mehrschalige Massivholzwände oder zugeschnittene Blockbohlen, die auf dem Bauplatz zusammengefügt werden. «Beides hat den Vorteil, dass die Hölzer im Trockenen bearbeitet werden und erst dann auf die Baustelle kommen. So muss anschließend keine Baufeuchte aus dem Haus entfernt werden», erklärt Mertens.

Ein Nachteil des Baumaterials: Feuchtigkeit, die nicht entweichen kann, ist der größte Feind des Holzes. Deshalb muss es während des Baus und danach vor der Witterung geschützt werden. «Statt chemischer Imprägnierungen setzen gute Baufirmen auf konstruktiven Holzschutz», erklärt Mertens. «Dabei kommt es darauf an, das Haus so zu planen, dass das Wasser nicht an empfindliche Stellen herankommt und insgesamt gut abfließen kann.»

Ein weiterer Punkt ist der Schallschutz. Er kann bei Holzhäusern mit zusätzlichen und kostenintensiveren Maßnahmen verbunden sein.

DAS STEINHAUS

Steinhäuser seien bei gleicher Qualität etwas günstiger als Holzbauten, erklärt Ronald Rast von der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau. Außerdem wirbt er damit, dass diese Bauweise widerstandsfähiger bei Wetterphänomenen wie Hochwasser sind.

Steinhäuser erfüllen auch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Steine können tagsüber die Wärme der Sonne aufnehmen. Nachts, wenn die Außentemperaturen sinken, geben sie die gespeicherte Wärme an den Raum ab. «Dieser Effekt sorgt für eine Senkung des jährlichen Energiebedarfs um bis zu zehn Prozent», so Rast. Auch die Massivhaus-Produzenten nehmen für sich in Anspruch, gesunde und behagliche Häuser zu bauen. «Die vier Mauersteinarten Kalksandstein, Leichtbeton, Porenbeton und Ziegel setzten keine Gase, Stäube oder Fasern frei, ergänzt Rast.

Bei Steingebäuden gibt es ein Problem mit der Baufeuchtigkeit. Da Materialien wie Beton, Mörtel, Putz, Estrich viel Wasser enthalten, muss in einem Massivhaus je nach Konstruktion in den ersten drei Jahren mit höherer Luftfeuchtigkeit gerechnet werden - und daher in der Regel mit einem höheren Verbrauch von Heizenergie.

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
12:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauweisen Beton Energieeinsparverordnung Heinrich Holzhäuser
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Neue Fenster

25.02.2019

Moderne Fenster haben viele Funktionen

Fenster können heutzutage viel mehr, als nur Licht ins Dunkel zu bringen: Sie halten zum Beispiel laute Geräusche und Hitze draußen oder erschweren Einbrüche. Wann sich ein Austausch lohnt. » mehr

Heizungs- und Warmwasserleitungen

14.01.2019

Beim Kauf von Altbauten drohen Nachrüstpflichten

Wer ein Haus kauft, will oftmals die Bauarbeiten umgehen. Das klappt meist nicht: In vielen Fällen schreibt der Gesetzgeber vor, dass das Gebäude energetisch nachgerüstet werden muss. Und gerade bei der Heizung drohen hi... » mehr

Nachhaltig heizen

06.08.2018

Für wen sich das Heizen mit Pellets rentiert

Pellets werden aus Holzabfällen wie Sägemehl hergestellt - einem sonst eigentlich nutzlosen Industriemüll. Diese Verwertung ist gut für die Umwelt. Welche weiteren Vorteile, aber auch welche Nachteile kann eine Pellethei... » mehr

Marc Ellinger

18.02.2019

Beim Betonieren kommt es auf die richtige Mischung an

Der eine will die Schaukel für die Kinder im Boden verankern, der andere gleich das ganze Fundament für das Gartenhaus legen - um den Baustoff Beton kommen Heimwerker nicht herum. Ob Fertigbeton oder selbst gemischt - es... » mehr

Oona Horx-Strathern

12.11.2018

Flexibles Wohnen im Lebensabschnittshaus

Wohnraum wird immer teurer, und viele Menschen wechseln heute aufgrund sich ändernder Lebenssituationen häufig ihren Wohnort. Wie verändert das die Häuser und Mietwohnungen? Die Trendforscherin Oona Horx-Strathern findet... » mehr

Wärmedämmung von Nachkriegshäusern

06.11.2017

Tückische Nachkriegshäuser: Kleine Räume, keine Wärmedämmung

Omas Haus hat etwas Gemütliches - aber die gute Stube ist klein, die Küche dunkel, und im Keller müffelt es. Will man in eine solche Immobilie selbst einziehen? Kaufinteressenten von Häusern aus der Zeit ab 1950 sollten ... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
12:12 Uhr



^