Lade Login-Box.
Topthemen: HitzewelleHofer Volksfest 2019Bilder vom WochenendeGerch

 

Heizkostenabrechnung auf Fehler prüfen

Über die Heizkosten ärgern sich viele: Oftmals erwartet man geringere Kosten als tatsächlich in der Abrechnung stehen, denn der Winter war ja eigentlich mild. In der Tat kommen Fehler in der Abrechnung der Betriebskosten nicht selten vor.



Heizkostenabrechnung
Ein wesentlicher Teil der Heizkosten muss verbrauchsabhängig abgerechnet werden, je nach Mietvertrag mindestens 50 und höchstens 70 Prozent.   Foto: Andrea Warnecke » zu den Bildern

Ärger, Streit und sogar gerichtliche Auseinandersetzungen: Die Abrechnung der Betriebskosten in einem Haus sorgt immer wieder für Probleme. Darunter fallen auch die Heizkosten. «Generell haben Abrechnungen ein hohes Fehlerpotenzial», sagt Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Mieter sollten ihre Abrechnung der Heizkosten daher prüfen und Probleme gemeinsam mit ihrem Vermieter lösen. So gehen Mieter vor:

Ist die angegebene Wohnungsgröße korrekt?

Bei Betriebs- und Heizkostenabrechnungen zählt die tatsächliche Wohnfläche. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (Az.: VIII ZR 220/17). «Damit fällt die alte Praxis weg, dass die im Mietvertrag genannte Wohnungsgröße ausschlaggebend ist, es sei denn, sie weicht mehr als zehn Prozent von der tatsächlichen Wohnungsgröße ab», erklärt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds.

Sind Abrechnungs- und Nutzungszeitraum korrekt?

«Das ist vor allem nach einem Mieterwechsel wichtig», sagt Barbara Saerbeck, Referentin des Projektes Marktwächter Energie beim Verbraucherzentrale Bundesverband. «Dann kann der Nutzungszeitraum kürzer sein als der Abrechnungszeitraum, der in der Regel ein Jahr beträgt.» Vorsicht: Eine einfache zeitbezogene Aufteilung der Heizkosten auf die Monate im Jahr ist nicht zulässig. Hier muss ein spezielles Rechenverfahren angewendet werden, das den Witterungsverlauf im Kalenderjahr berücksichtigt.

Grundsätzlich gilt: Sind Vorauszahlungen mit dem Mieter vereinbart, muss einmal jährlich abgerechnet werden. Vermieter, die die Betriebskosten nach dem Kalenderjahr abrechnen, müssen sicherstellen, dass das Schreiben bis zum 31. Dezember des Folgejahres beim Mieter ankommt. «Wird diese Frist nicht eingehalten, bleibt der Vermieter in der Regel auf Nachforderungen sitzen», sagt Wagner.

Ist die Höhe der Energiekosten plausibel?

Zur Einschätzung dieses Punktes hilft es, die Bezugspreise zu kennen. Folgende Preise mit Stand vom 1. Juni 2018 können Verbraucherzentrale Bundesverband als Orientierung dienen: Erdgas kostete 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde Energie (kWh), Heizöl 65 bis 75 Cent pro Liter. Für Fernwärme waren es 90 bis 150 Euro pro Megawattstunde (MWh) und für Flüssiggas 40 bis 60 Cent pro Liter.

Wurde verbrauchsabhängig abgerechnet?

Mitunter machen Vermieter die von ihnen beglichenen Rechnungen von Energieversorgern zur Grundlage der Heizkostenabrechnung ihrer Mieter. «Das ist unzulässig«, betont Expertin Wagner. «Entscheidend ist vielmehr der Verbrauch. Ein wesentlicher Teil der Kosten muss verbrauchsabhängig abgerechnet werden, je nach Mietvertrag mindestens 50 und höchstens 70 Prozent.» Der Rest wird pauschal auf die Wohnfläche verteilt.

Wurden nur zulässige Positionen aufgeführt und ist die Höhe plausibel?

Folgendes darf laut Heizkostenverordnung auf die Mieter umgelegt werden: die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung, die bei drei bis sechs Prozent der Brennstoffkosten liegen sollten, sowie die Kosten für die Wartung der Heizungsanlage. Liegen sie über fünf Prozent der Energiebezugskosten, ist eine Prüfung empfehlenswert. Dazu kommen Kosten für den Schornsteinfeger inklusive der Emissionsmessung sowie Kosten für die Bedienung, die Überwachung und die Pflege der Heizung. Auch die Zahlungen für die Überlassung der Erfassungsgeräte werden umgelegt, genauso wie die Kosten für die Erstellung der Abrechnung und einer Verbrauchsanalyse.

Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
12:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betriebskosten Bundesgerichtshof Deutscher Mieterbund Fehler Heizkosten Heizkostenrechnungen Vermieter Wohnfläche
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Betriebskostenabrechnung

31.12.2018

Fehler bei Betriebskosten entdecken

Mieter zahlen nicht nur ihre Miete. Doch bei der Abrechnung der Betriebskosten kommt es oft zu Fehlern. Worauf sollten Mieter also achten? » mehr

Die Kaution sicher und verzinst

15.04.2019

Was Mieter und Vermieter zur Mietkaution wissen müssen

Die Mietkaution dient Vermietern als Sicherheit für mögliche Schäden an der Wohnung. Der Betrag bleibt oft über Jahre in der Hand des Eigentümers. Der kann im Umgang mit dem ihm anvertrauten Geld in Haftungsfallen tappen... » mehr

Verbrauchsmesser am Heizkörper

12.11.2018

Wie sich die Macht der Ablesefirmen auf Nebenkosten auswirkt

Das Ablesen von Heizungszählern ist profitabel und geht auf Kosten der Mieter. Vor eineinhalb Jahren warnte das Bundeskartellamt vor einem «wettbewerbslosen Oligopol» - doch geschehen ist bislang nichts. » mehr

Ulrich Ropertz

06.05.2019

Ist fröhliche Farbe für das eigene Haus erlaubt?

Durch farbenfrohe Gassen bummeln, macht im Urlaub richtig Spaß. Wer südliches Flair auf die heimische Hausfassade bringen will, hat vielerorts schlechte Karten. » mehr

Nummern statt Namen

08.04.2019

Was auf Klingelschildern stehen sollte

Keine Frage: Privatsphäre ist wichtig. Aber gilt das auch für den Namen an der Tür? Wer dort statt seines Namens lieber eine Nummer lesen möchte, sollte mindestens den Briefträger informieren. Was Mieter und Eigentümer w... » mehr

Hausgeld nicht gezahlt? - Was Eigentümern drohen kann

18.02.2019

Was Eigentümern bei nicht bezahltem Hausgeld drohen kann

Was für Mieter die Betriebskosten sind, ist für Eigentümer das Hausgeld. Dabei handelt es sich um monatliche Zahlungen, mit denen die gemeinschaftlichen Kosten aller Eigentümer beglichen werden. Das Geld sollte in jedem ... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
12:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".