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Moderne Thermostate helfen beim Energiesparen

Viele Menschen erleben das im Winter täglich: Wenn man abends nach Hause kommt, ist es kühl im Zimmer, weil die Heizung am Morgen runtergedreht wurde. Das lässt sich aber vermeiden. Programmierbare Thermostate können Heimwerker sogar selbst nachrüsten.



Individuell programmieren
Intelligente Thermostate lassen sich individuell auf den Tagesablauf der Bewohner programmieren. Dadurch lässt sich Energie einsparen. Foto: Franziska Gabbert   Foto: dpa

Thermostate an den Heizkörpern entscheiden wesentlich mit darüber, wie hoch der Energieverbrauch eines Haushalts ist. An Standard-Ausführungen lässt sich die gewünschte Raumtemperatur lediglich per Hand einstellen, programmierbare Geräte sind intelligenter.

Sie regeln die Temperatur auch in Abwesenheit der Bewohner. «Es lohnt sich, alte Thermostate durch moderne zu ersetzen», sagt Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn. «Sie bieten viel mehr Möglichkeiten, Heizenergie zu sparen.»

Thermostat misst ständig die Temperatur

Ein Thermostat sorgt dafür, dass sich die Temperatur in einem Raum auf einem bestimmten Wert hält. «Ein Thermostat funktioniert nicht wie ein Wasserhahn, aus dem immer mehr Wasser fließt, je weiter er geöffnet wird», erklärt Braun. Das Thermostat misst ständig die Temperatur. Mit der Wahl einer Zahl auf dem Thermostat entscheidet sich der Nutzer für seine Wohlfühltemperatur. «Die Stufe 3 bedeutet rund 20 Grad, Stufe 5 steuert die 25 Grad an», sagt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. «Das sind aber nur Richtwerte. Es hängt vom Standort und den räumlichen Verhältnissen ab, welche Temperaturen mit den einzelnen Stufen erreicht werden.»

Fällt die Raumtemperatur unter den eingestellten Wert, wird das Zimmer aufgeheizt. Danach schaltet sich das Thermostat solange ab, bis die Temperatur wieder unter die vorgegebene Höhe sinkt. «Das funktioniert durch eine kleine Kartusche im Innern des Thermostatkopfes», erklärt Braun. «Darin befindet sich eine Flüssigkeit, die sich bei steigenden Temperaturen ausdehnt und bei sinkenden Werten zurückzieht. Damit begrenzt oder erweitert das Ventil den Wasserdurchfluss.»

Intelligente Thermostate können mehr

Die meisten Thermostate arbeiten nach diesem Prinzip, egal, ob sie per Hand eingestellt, digital programmiert oder per Funk betrieben werden. «Intelligente Thermostate können aber viel mehr als Standard-Thermostate», erklärt Braun. «Sind sie individuell auf den Tagesablauf der Bewohner programmiert, lässt sich mit ihnen zusätzlich Energie einsparen.» 

Zum Beispiel in Abwesenheitszeiten: Ist niemand in der Wohnung, bleiben die Heizkörper kühler. Rechtzeitig, bevor die Familie nach Hause kommt, springt das Thermostat an und die Räume haben bei der Ankunft die gewünschte Wärme. Auch unterschiedliche Temperaturen zu verschiedenen Tageszeiten in den einzelnen Räumen sind möglich.

Smarte Thermostate können sogar aus der Ferne per App gesteuert und neu programmiert werden. «Je genauer das Regelverhalten auf den Bedarf und die Außentemperaturen abgestimmt ist, desto sparsamer läuft die Heizung», sagt Braun.

Am richtigen Ort platzieren

Damit Thermostate richtig funktionieren, dürfen sie nicht an Stellen installiert werden, in denen die Temperatur höher oder niedriger ist als im übrigen Raum. «Die Fühler messen kontinuierlich. Befinden sie sich hinter Vorhängen, Möbeln oder in Heizkörpernischen, wo sich die Wärme staut, kann das die Werte verfälschen», gibt Braun zu bedenken. Die Heizkörper hören auf zu heizen, obwohl die eingestellte Temperatur im übrigen Raum noch nicht erreicht ist. Abhilfe können Thermostate mit Fernfühlern leisten.

«Obwohl in der Steuerung von programmierbaren Thermostaten viel Technik steckt, lassen sie sich relativ leicht selbst montieren«, sagt Verbraucherschützer Loch. Die Geräte gibt es im Fachgeschäft oder Baumarkt. Auch Mieter dürfen grundsätzlich Thermostate austauschen, um mit programmierbaren Modellen an Komfort zu gewinnen. Sie müssen aber die alten Geräte aufbewahren, damit sie im Falle eines Auszugs den Ursprungszustand wiederherstellen können.

Thermostatwechsel

Vor dem Kauf muss man nachsehen, wie das alte Gerät befestigt war. «Grundsätzlich gibt es zwei Befestigungsarten: das Schraubgewinde und den Bajonettverschluss», erklärt Norbert Heinze, Trainer an der DIY Academy in Köln. Das neue Thermostat sollte dieselbe Befestigungsart aufweisen. Dann wird der alte Thermostatkopf einfach abgeschraubt und ein neuer aufgesetzt. Für den Schraubverschluss benötigt man eine Wasserpumpenzange. Bajonettverschlüsse können sogar ohne Werkzeug geöffnet und geschlossen werden. «Das alte Thermostat sollte beim Wechsel voll aufgedreht sein», rät Loch. «Das entlastet das darunterliegende Ventil, und der Kopf lässt sich leichter abnehmen. Das neue programmierbare Thermostat muss gemäß Bedienungsanleitung auf den Installationsmodus eingestellt werden.»

Der Thermostatwechsel sollte leicht und ohne Gewalt möglich sein. Ist das nicht der Fall, ist Hilfe vom Profi angesagt. «Wichtig ist, nur die Teile zu bewegen, die zum Thermostatkopf gehören», unterstreicht Heimwerker-Dozent Heinze. «Von Verschraubungen an Heizkörpern oder Rohrleitungen sollten Laien die Finger lassen.» Auch Loch sagt: «Sobald nicht nur das Thermostat, sondern das eigentliche Ventil ausgetauscht werden soll, ist der Wechsel ein Fall für den Fachbetrieb.»

Veröffentlicht am:
12. 11. 2018
05:08 Uhr

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dpa

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12. 11. 2018
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