Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Kellerwetter, Tiny House

 

Alternativen zu Zahnbürsten, Geschirr und Folie aus Plastik

Müllvermeidung hört nicht beim Verzicht auf Plastiktüten auf. Es gibt viele Produkte im Haushalt, die nach kurzer Anwendung weggeworfen werden - wie Frischhaltefolie und Zahnbürsten. Es gibt aber Alternativen - die Messe Ambiente in Frankfurt zeigt sie.



Bee's Wrap
Bee's Wrap ist eine dauerhafte Alternative zur Frischhaltefolie. Das Textil wurde mit Jojobaöl, Harz und Bienenwachs behandelt.   Foto: Franziska Gabbert » zu den Bildern

Ein Problem kann zu einer Idee werden. Aus Plastiktüten oder -flaschen, die sonst häufig in den Meeren landen, werden inzwischen zum Beispiel häufig Textilien. Solch effektives Recycling ist aber nur ein Teil der Lösung.

Die Industrie muss sich damit auseinandersetzen, problematische Stoffe zu vermeiden. Dass es kreative Ideen dafür gibt, zeigt die Konsumgüterbranche auf ihrer Weltleitmesse Ambiente in Frankfurt (8. bis 12. Februar).

Wachspapier und Teller aus Papierfasern

Ein problematisches Kunststoffprodukt ist Frischhaltefolie. Sie landet - nach dem Gebrauch dreckig und unhygienisch - meist im Restmüll. Es gibt aber dauerhafte Varianten, zum Beispiel das Produkt Bee's Wrap. Der Baumwollstoff soll Frischhalte- und Alufolie ersetzen. Er ist mit Jojobaöl, Harz und Bienenwachs behandelt, so dass er ein Jahr lang mit Wasser und etwas Seife gewaschen werden kann, ohne seine Funktion zu verlieren oder Gerüche anzunehmen, erläutert Ellen Visser vom EU-Vertrieb für Bee's Wrap. Anschließend kann der Stoff auf dem Kompost verrotten.

Ein Problem ist auch Einweg-Geschirr für Partys, Picknicks und Ausflüge. Viele Unternehmen wie auch Ex.Tra haben Alternativen entwickelt, die verrotten können. Die Teller aus Papierfasern sollen Firmeninfos zufolge unter Laborbedingungen nach zwölf Wochen nicht mehr von Kompost zu unterscheiden sein.

Trinkbehälter als modisches Accessoire

Geradezu eine Schwemme von Alternativen gibt es in Frankfurt vor allem für zwei typische Wegwerfprodukte: Plastikflaschen und Einmalbecher für den Kaffeegenuss unterwegs. Natürlich gibt es längst viele auswaschbare Trinkflaschen und Mehrwegbecher. Jedoch waren diese nicht immer besonders beliebt. So hatte das Unternehmen Stelton zwar «quasi von Anfang an» Trinkbehälter im Angebot, «nur kaufte sie keiner», sagt Chef Michael Ring. «Jetzt ist die Zeit gekommen. Wir verkaufen sehr viele davon, und ich meine wirklich sehr viele.»

Dass aber gerade die Hipster und Influencer dazu greifen, hat Ring überrascht - noch mehr, dass für ihn der Becher vielerorts schon zum modischen Accessoire geworden ist. Ein schicker To-go-Becher werde seiner Meinung nach aktuell herumgetragen und präsentiert wie die Handtasche und das Smartphone. Dafür aber musste sich die Branche verstärkt mit einem schickeren Design auseinandersetzen, erklärt Ring. Und auch mit modischen Details. Steltons Idee: Der «To Go Click»-Isolierbecher ist auch mit einem Spiegel als Deckel erhältlich, in dem man unterwegs checken kann, ob die Frisur sitzt.

«Es geht nicht rein um die Funktion»

Nicolette Naumann, Bereichsleiterin der Messe Ambiente, teilt Rings Eindruck: Die Behälter für Getränke, aber auch jene fürs Essen unterwegs, «bieten im ersten Moment vielleicht etwas weniger Komfort, was aber schnell umschlägt in den Gedanken: «Dann will ich auch eine besondere Box haben, die etwas über mich aussagt». Es geht nicht rein um die Funktion.»

Auch bei Mepal nimmt man einen Wandel in der Wahrnehmung der To-go-Behälter wahr. Das Unternehmen stattet seit langem in seiner Heimat, den Niederlanden, quasi jedes Kind mit Brotzeitboxen aus, aber an die Erwachsenen kam es lange nicht heran, berichtet Marketingexperte Christoph Reermann von Mepal. Und wenn, dann wurden Trinkbehälter und Mitnahmeboxen eher dem Camping zugesprochen, nicht aber dem Gebrauch im Alltag. Das habe sich geändert: «Viele Menschen nehmen inzwischen gerne ihr Frühstücksmüsli oder Mittagessen mit.»

Diese will Mepal verstärkt ansprechen, indem es seine Behälter mit kleinen Details aufwertet. So hat etwa die Obstbox einen Siebeinsatz, damit die Früchte nach dem Waschen abtropfen können.

Strohhalme aus Glas und Zahnbürsten aus Bambus

Die Liste der umweltkritischen Produkte, die sich ersetzen lassen, ist lang - und die alternativen Ideen oftmals nicht neu. Erwähnenswert ist aber noch eine weitere Produktgruppe, die aktuell einen Schub erhält: Alternativen für den Einweg-Strohhalm. Dieser klassische Wegwerfartikel aus Plastik wird in der EU in naher Zukunft verboten sein. Daher bringen die Firmen viele Alternativen aus Glas, aus Metall und Holz, darunter insbesondere Bambus, auf den Markt.

Übrigens, auch sie waren in Frankfurt zu sehen, wenn auch erst in sehr kleiner Zahl: Hand-Zahnbürsten aus umweltverträglicheren Materialien wie Holz, auch darunter insbesondere Bambus. Die Borsten bestehen aus Bambus-Kohle.

Veröffentlicht am:
11. 02. 2019
12:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Accessoires Folien Frischhaltefolien Geschirr Konsumgüterbranche Kunststoffprodukte Messen Plastiktüten Ringe Zahnbürsten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kartons auspacken

11.02.2019

Tipps für einen stressarmen Umzug

Geschirr, Pflanzen, Bücher, Klamotten - und dazu noch der Kleiderschrank und die ganzen anderen Möbel: Vor einem Umzug wird vielen erst mal bewusst, wie groß ihr Hausrat ist. Doch keine Panik: Wer mit Köpfchen plant und ... » mehr

Marc Ellinger

18.02.2019

Beim Betonieren kommt es auf die richtige Mischung an

Der eine will die Schaukel für die Kinder im Boden verankern, der andere gleich das ganze Fundament für das Gartenhaus legen - um den Baustoff Beton kommen Heimwerker nicht herum. Ob Fertigbeton oder selbst gemischt - es... » mehr

Fein eingedeckt

17.12.2018

So decken Profis für ein schickes Dinner ein

Wer an Weihnachten, Silvester oder zu sonstigen Feiern festlich auftischen möchte, sollte sich nichts vormachen: Selbst Profis brauchen für das Eindecken Zeit. Im privaten Bereich ist zwar alles erlaubt, doch es schadet ... » mehr

Müllberge aus Plastik

12.07.2018

Plastik wird recycelt - oder?

Die Deutschen gelten als Meister im Mülltrennen und Wiederverwerten von Plastikabfall. «Weltmeister», sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Aber ganz rund läuft es auch hierzulande nicht im Recycling. » mehr

Geschirr mit dezenten Farben

11.02.2019

Wohnwelten 2019: Städtischer Bauernhof oder Villa Kunterbunt

Unterschiedlicher könnten die Trendwelten nicht sein, die die Messe Ambiente zeigt: Auf der einen Seite steht eine sanfte, beige-braune Einrichtung für den Wunsch nach mehr Ruhe. Auf der anderen Seite zeigt eine fröhlich... » mehr

Hoch-Tief-Technik

07.01.2019

Der Trend beim Teppich ist neu entfacht

Selten ist ein Produkt so gefragt, dass es zu Hause neue Plätze erobert. 2019 schafft das ausgerechnet der Teppich. Er kommt nach langer Pause zurück an die Wand, aber auch am Boden wächst seine Beliebtheit wieder. Ein A... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
11. 02. 2019
12:48 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".