Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

 

Wasserschaden nach angebohrter Leitung kein Kündigungsgrund

Mieter richten manchmal große Schäden an. Eine Kündigung ist deshalb aber nicht immer zulässig. Die entscheidende Frage hierbei: Ist der Schaden durch Fahrlässigkeit oder eine schwere Pflichtverletzung entstanden?



Bohrarbeiten in der Wohnung
Wohl dem, der vorher mit dem Metalldetektor in der Wand nach Leitungen gesucht hat. Geht trotzdem etwas schief, ist das aber nicht automatisch ein Grund für eine Kündigung durch den Vermieter.   Foto: Kai Remmers

Verursachen Mieter einen Wasserschaden, weil versehentlich eine Wasserleitung angebohrt wird, rechtfertigt das nicht in jedem Fall eine Kündigung.

Ein solches Verhalten ist nach Ansicht des Amtsgerichts München nämlich nicht automatisch eine nicht unerhebliche Pflichtverletzung (Az.: 424 C 27317/16). Und zwar auch dann nicht, wenn der entstandene Wasserschaden erheblich ist. Das berichtet die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Nr. 6/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin.

In dem verhandelten Fall hatte ein Bekannter der Mieter neue Sockelleisten anbringen wollen und dazu Dübel verwendet, die drei Zentimeter in die Wand ragten. Beim Bohren der Löcher traf er die Hauptwasserleistung, die dort hinter der Wand verlief. Es entstand ein Wasserschaden in Höhe von rund 7400 Euro.

Die Vermieterin kündigte dem Mieter daraufhin. Sie warf ihm unter anderem vor, es sei vor dem Bohren nicht geprüft worden, ob an der Stelle Leitungen verlaufen. Zudem sei der Schaden noch nicht reguliert. Die Mieter wehrten sich mit dem Argument, dass eine Prüfung an der Stelle nicht möglich gewesen sei.

Das Amtsgericht stellte sich auf die Seite der Mieter: Die Kündigung sei nicht gerechtfertigt, denn der Mieter habe allenfalls fahrlässig gehandelt. Der Schaden werde außerdem von einer Versicherung reguliert. Die Vermieterin werde also keinen finanziellen Schaden nehmen. Dass die Regulierung Zeit in Anspruch nehme, könne den Mietern nicht angelastet werden. Auch sei der Leitungsverlauf untypisch und von außen nicht erkennbar. Daher sei hier von einfacher Fahrlässigkeit auszugehen und nicht von einer schweren Pflichtverletzung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 04. 2018
14:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amtsgerichte Fahrlässigkeit Kündigungsgründe Mieter Schäden und Verluste
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Justitia

07.04.2017

Fahrlässig verursachter Schaden: Kündigung nicht berechtigt

Wann müssen Mieter mit einer Kündigung rechnen? Mit dieser Frage beschäftigen sich Gerichte oft. Ein Urteil zeigt: Ein vom Mieter fahrlässig verursachter Schaden rechtfertigt eine Kündigung nicht unbedingt. » mehr

Rauchen

15.04.2019

Raucher müssen Einschränkungen akzeptieren

In der eigenen Wohnung kann man tun und lassen, was man möchte? Nicht unbedingt. Raucher zum Beispiel müssen auf ihre Nachbarn Rücksicht nehmen und können unter Umständen dazu verpflichtet werden, bestimmte Zeiten einzuh... » mehr

Mietrecht

01.03.2018

Mietern steht keine Frist zur Beseitigung von Schäden zu

Verkalkte Badezimmerarmaturen, Lackschäden an Türen und Heizkörpern oder Kratzer im Fußboden - wer in einer Wohnung lebt, hinterlässt Spuren. Nicht immer bekommen Mieter die Chance, den Schaden zu beheben. Denn Vermieter... » mehr

Büroarbeit

11.02.2019

Ist die gewerbliche Nutzung der Mietwohnung zulässig?

Werbeschild an die Haustür, ein Schriftzug ans Fenster und fertig ist der Geschäftsraum? Es kommt darauf an. Verschiedene Gerichtsurteile zweigen, dass eine Mietwohnung nur in bestimmten Grenzen zu gewerblichen Zwecken g... » mehr

Schönheitsreparatur

04.02.2019

Unrenovierte Wohnung zwingt nicht zur Schönheitsreparatur

Für Schönheitsreparaturen sind in der Regel die Mieter zuständig. Haben sie die Wohnung jedoch in einem unrenovierten Zustand übernommen, ist eine entsprechende Klausel im Mietvertrag unwirksam. Wer muss dann die Kosten ... » mehr

Heizung

23.01.2019

Modernisierungsankündigung muss Energieeinsparung enthalten

Müssen Mieter eine Modernisierung dulden? In der Regel lautet die Antwort: Ja. Allerdings nur, wenn sich der Vermieter bei der Ankündigung an bestimmte Regeln hält. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 04. 2018
14:48 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".