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Bei manchen Wohnungen besteht Sonderkündigungsrecht

Mietern kann nur aus bestimmten Gründen gekündigt werden, etwa weil ein Eigentümer seine Immobilie selbst nutzen will. Ein anderer Grund hat mit der Art des Gebäudes zu tun, in dem die Wohnung liegt.



Mietvertrag
Unter gewissen baulichen Voraussetzungen gilt für Mieter kein Kündigungsschutz.   Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa

Mietern, die die Miete pünktlich zahlen und die Regeln des Mietvertrags einhalten, kann in der Regel nicht gekündigt werden. Von diesem Grundsatz gibt es aber nach Angaben des Deutschen Mieterbunds (DMB) eine Ausnahme.

Wohnen Mieter und Vermieter unter einem Dach in einem Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung oder in einem Zweifamilienhaus, kann der Vermieter kündigen - und zwar ohne einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund wie etwa Eigenbedarf, also praktisch grundlos.

Hintergrund dieses Sonderkündigungsrechts ist die besondere Wohnsituation von Mietern und Vermietern, die wegen der typischen Bauweise eines Ein- oder Zweifamilienhauses in enger Tuchfühlung zusammenleben. Selbst in größeren Gebäuden als Ein- und Zweifamilienhäusern kommt das Sonderkündigungsrecht in Betracht, wenn neben den beiden Wohnungen für Mieter und Vermieter noch Gewerberäume im Haus existieren.

Kein Sonderkündigungsrecht bei mehr als zwei Wohneinheiten

Hat der Mieter allerdings eine Wohnung in einem Haus mit drei Wohneinheiten angemietet, hat der Vermieter kein Sonderkündigungsrecht - auch dann nicht, wenn er zwei Wohnungen zu einer zusammenlegt oder eine Wohnung als Gewerbe- oder Büroraum nutzt, so der Mieterbund.

Mieter müssten in einem solchen Fall aber nicht sofort ausziehen: Beruft sich der Vermieter auf sein Sonderkündigungsrecht, verlängert sich seine Kündigungsfrist um drei Monate. Bei einer Mietdauer von bis zu fünf Jahren, hat der Vermieter dann beispielsweise eine Kündigungsfrist von sechs statt drei Monaten einzuhalten.

Außerdem können sich Mieter gegen die Kündigung des Vermieters noch mit Hilfe der sogenannten Sozialklausel wehren, indem sie sich auf Härtegründe wie Krankheit, hohes Alter, fehlender Ersatzwohnraum und anderes berufen. Dann muss im Zweifel das Gericht zwischen den berechtigten Interessen des Vermieters, wie sie im Kündigungsschreiben aufgeführt wurden, und denen des Mieters und seiner Familie abwägen.

© dpa-infocom, dpa:200814-99-166240/3

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Veröffentlicht am:
17. 08. 2020
04:54 Uhr

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17. 08. 2020
04:54 Uhr



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