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Grüne Wände

Die Hängenden Gärten der Semiramis zählen zu den Sieben Weltwundern des Altertums. Heute hingegen sorgen Wandgärten für Furore.



 
Wer in Berlin das Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße betritt, steht gleich neben den Rolltreppen vor einer grünen Wand. Aus mehr als 6000 Pflanzen hat der französische Gartenkünstler Patrick Blanc im Januar 2012 einen vertikalen Garten geschaffen, der die Blicke der Besucher auf sich zieht. Die 270 Quadratmeter große begrünte Fläche fußt auf einem mehr als 16 000 Liter fassenden Wasserbassin. Und sie ist zugleich Sinnbild eines neuen Zeitgeists. Denn wenn in den Städten der Platz für Natur immer kleiner wird, müssen kreative Lösungen her.

Patrick Blanc gilt als Erfinder der grünen Wände. Seine Arbeiten können seit den 1980er-Jahren in Metropolen rund um den Globus betrachtet werden; seine begrünten Fassaden sind eine ganz eigene Komposition aus zahllosen Pflanzen. Die lebendigen Werke werden von einem ausgefeilten Bewässerungssystem durchzogen. Seine Inspiration holte sich Blanc in den tropischen Regionen Südostasiens. Dort, wo die Felswände dicht bewachsen und die Steine porös sind.

Wer solch ein Urwald-Feeling in den eigenen vier Wänden verspüren will, braucht dazu allerdings professionelle Hilfe. Denn anders als die Fassadenbegrünung von Häusern, wo Efeu mit den Wurzeln im Boden steckt und von unten nach oben wächst, sitzt bei Indoor-Wandgärten die Basis der Pflanzen vertikal an der Wand. Die Pflanzen gedeihen zum Beispiel in Modulen oder Topfsystemen oder wachsen in Vliesmatten, Steinwolle oder Schaumstoffen, die auf einer Halterung vor der eigentlichen Zimmerwand sitzen. Dafür braucht es tragende Wände – im Innenraum kommen schnell mal 30 bis 80 Kilo Gewicht extra auf jeden Quadratmeter Fläche – und einen dicken Geldbeutel. Mit 500 Euro aufwärts pro Quadratmeter muss man laut Experten für solch eine Begrünung rechnen.

Einfacher und kostengünstiger sind da Pflanzbilder mit Moosen oder Farnen, die das Bewässerungssystem entweder gleich mitbringen oder so konserviert sind, dass ein Gießen und Befeuchten nicht notwendig ist. Dank ihrer Größe sind sie problemlos überall anzubringen.

Begrünte Flächen punkten übrigens nicht nur in Sachen Optik. Wandgärten und Pflanzbilder verbessern auch die Akustik eines Raums, weil Störgeräusche und das Hallen minimiert werden. Außerdem geben die Blätter Feuchtigkeit ab, was vor allem während der Heizperiode trockener Raumluft vorbeugt und das ganze Jahr
über für ein gutes Klima im Zimmer sorgt.

 
 
Autor
Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2017
14:45 Uhr

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Altertum Dussmann Group Felswände Garten Moose Pflanzen und Pflanzenwelt Raumluft Südostasien
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09. 02. 2017
14:45 Uhr



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