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Arzberg

Acker wird zu Deponie für Erde

Der Arzberger Stadtrat stimmt mehrheitlich einer Änderung des Flächennutzungsplans für das Areal bei Seußen zu. Der Besitzer Arnold Gropp kann Bedenken ausräumen.



Noch wächst hier Mais. Aber diese Fläche nahe Seußen soll mit Erde, wie sie zum Beispiel bei einem Bauaushub anfällt, aufgefüllt werden. Foto: Christl Schemm
Noch wächst hier Mais. Aber diese Fläche nahe Seußen soll mit Erde, wie sie zum Beispiel bei einem Bauaushub anfällt, aufgefüllt werden. Foto: Christl Schemm  

Arzberg - Wenn es nach dem Willen der Mehrheit im Arzberger Stadtrat geht, darf der Seußener Landwirt Arnold Gropp im Bereich der Flur "Hoher Rangen" eine bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Erde auffüllen. Deponiert werden soll dort Erdreich, wie es zum Beispiel bei einem Bauaushub anfällt. Mit elf zu sechs Stimmen votierte das Gremium in seiner Sitzung am Donnerstagabend dafür, für das 2,5 Hektar große Areal an der Straße Richtung Teichmühle den Flächennutzungsplan zu ändern und als Sonderbaufläche "Auffüllung" auszuweisen. Wenn das Landratsamt der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmt, muss Gropp einen Bauantrag stellen, um das Projekt realisieren zu können.

Da die Pläne Gropps im Stadtrat umstritten waren, hatte das Gremium die Entscheidung in einer früheren Sitzung vertagt und sich zunächst vor Ort ein Bild gemacht. Zudem hatten sich die Stadtratsmitglieder darauf geeinigt, den Landwirt im Stadtrat seine Pläne erläutern zu lassen. Auch ein Vertreter des Bauernverbands hätte in der jüngsten Sitzung eine Stellungnahme abgeben sollen. Der BBV habe diesen Wunsch des Stadtrats aber abgeschlagen, sagte Bürgermeister Stefan Göcking am Donnerstag. Laut Auskunft aus dem Stadtbauamt hat der BBV auf das Baurecht verwiesen.

Bereits vor einem knappen Jahr hatte der Landwirt eine Auffüllung an anderer Stelle im Bereich Seußens beantragt. Dieses Vorhaben habe er jedoch verworfen, da es Probleme mit dem Grundstücksnachbarn gegeben habe. Auf Nachfrage von CSU-Fraktionssprecher Roland Kastner, der sich als "Sprachrohr einiger Seußener" bezeichnete, ob es nicht eine Chance gegeben hätte, sich mit dem Nachbarn zu einigen, sagte Arnold Gropp: "Das war unmöglich."

Gropp erläuterte unter anderem, dass auf dem Acker auf zwei Ebenen relative flache Flächen entstehen sollen. Die Veränderung der Oberfläche durch das Auffüllen von Erde mit durchschnittlich zwei Metern Höhe beuge dem Ausschwemmen des Bodens vor. Der Landwirt versicherte, dass Lastwagen, die den Bauaushub bringen, das Areal überwiegend von der B 303 her anfahren würden. Auf dem Gelände werde eine Baustraße gebaut. So werde vermieden, dass die Brummis die Straße zur Teichmühle nutzten. Nach Beendigung der Auffüllung, die fünf bis sieben Jahre dauern könne, werde die Fläche wieder als Acker genutzt, versicherte Gropp. Allerdings werde das Grundstück etappenweise aufgefüllt und somit auch wieder schrittweise angesät. Dies könne bereits nach einem oder zwei Jahren der Fall sein.

Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert meinte, er habe Probleme mit der Auffüllung an dieser Stelle. Die Arbeiten veränderten den Charakter des Tals. Wie zweite Bürgermeisterin Marion Stowasser-Fürbringer, SPD-Fraktionssprecher Peter Gräf und UPW-Fraktionschef Dr. Heinz Eschlwöch befürchtete Klaubert trotzdem Ausschwemmungen von Erde auf die Straße. Martina von Waldenfels hingegen meinte, das Landschaftsbild werde sich "nicht groß verändern". Paul Göths (SPD) wollte eine Absicherung, falls die Straße Schaden nehme.

Bürgermeister Stefan Göcking meinte, er könne den Ausführungen Arnold Gropps folgen, jedoch sei der Beschluss auch eine grundlegende Entscheidung. Denn Auffüllungen veränderten das Landschaftsbild. Der Stadtrat solle grundsätzlich überlegen, inwieweit Eingriffe in die Landschaft tatsächlich nötig sind. Seußen sei schon durch Auffüllungen betroffen. "Und Abschwemmungen sind trotzdem möglich", konstatierte der Rathaus-Chef.

Elf Stadträte sprachen sich schließlich für die Änderung des Flächennutzungsplans aus, sechs dagegen. Zwischen der Stadt und Arnold Gropp soll ein sogenannter städtebaulicher Vertrag geschlossen werden, unter anderem darüber, dass der Landwirt die Kosten des Verfahrens übernehmen und nach dem Auffüllen die Straße zur Teichmühle in Ordnung sein muss.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:52 Uhr

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Autor

Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:52 Uhr



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