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Arzberg

Arzberg erinnert an Humboldt

Mehrere Veranstaltungen widmen sich dem Wirken des berühmten Gelehrten, der vor 250 Jahren geboren wurde. So gibt es einen Film mit Jan Josef Liefers.



Er gilt als einer der international bekanntesten Deutschen: Alexander von Humboldt. Zum 250. Geburtstag erinnert die Stadt Arzberg mit mehreren Veranstaltungen an ihn.	Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Er gilt als einer der international bekanntesten Deutschen: Alexander von Humboldt. Zum 250. Geburtstag erinnert die Stadt Arzberg mit mehreren Veranstaltungen an ihn. Foto: Maurizio Gambarini/dpa  

Arzberg - Er war Weltbürger, Universalgelehrter und geprägt von der Aufklärung. Auf der ganzen Welt pflegte er Freundschaften mit Wissenschaftlern und tauschte sich aus: Alexander von Humboldt. Er wurde vor 250 Jahren, am 14. September 1769, in Berlin geboren. Noch immer gilt er als einer der international bekanntesten Deutschen, als Mitbegründer der Geografie und als zweiter Entdecker Südamerikas. In den Jahren 1792 bis 1798 war der Gelehrte als Oberbergmeister im Fichtelgebirge sowie im Frankenwald und auch in Arzberg tätig. Er wohnte zeitweilig im Querbau der jetzigen Bergbrauerei. Eine Tafel erinnert noch heute daran. Humboldt war damals gerade einmal 23 Jahre alt und sollte den darniederliegenden Bergbau wiederbeleben, rentabel machen und eingehend erforschen.

Daher ist das Humboldt-Jahr auch in Arzberg ein Anlass, an den Gelehrten zu erinnern. Nur vier Tage nach dem Geburtstag Humboldts, am 18. September um 19 Uhr, begibt sich die Geoökologin Monika Soldner vom Geopark Bayern-Böhmen in der "Bergbräu" auf eine Lesereise durch die oberfränkischen Bergreviere. "Die Briefe und selbst die technischen Texte, die Alexander von Humboldt während seiner Zeit in Franken verfasst hat, sind auch heute noch gut lesbar", sagt sie. Mit den Texten können die Gäste eine Reise ins Oberfranken zum Ende des 18. Jahrhunderts machen und den Alltag des Oberbergmeisters erleben.

Im Anschluss an den Vortrag von Monika Soldner wirft Professorin Gabrielle Robinson einige Schlaglichter auf die Zeit Humboldts in Amerika. Außerdem wird an diesem Abend ein 45-minütiger Film aus der ZDF-Reihe "Terra X" gezeigt, der den Titel "Humboldt und die Entdeckung der Natur" trägt.

Ein Filmabend ist außerdem für den 10. Oktober um 19.30 Uhr in der "Bergbräu" geplant. Dann zeigt die Stadt Arzberg den Streifen "Die Besteigung des Chimborazo". Der Chimborazo ist mit 6267 Metern der höchste Berg in Ecuador. Sein Gipfel ist der vom Erdmittelpunkt am weitesten entfernte Punkt der Erdoberfläche. Alexander von Humboldt wagte einen ersten richtigen Besteigungsversuch zusammen mit Aimé Bonpland und Carlos Montúfar am 23. Juni 1802. Sie erreichten eine Höhe von zirka 5600 Metern. Der Beschreibung des Aufstiegs durch Humboldt verdankt die Wissenschaft die erste genaue Schilderung der Symptome von Höhenkrankheit. Humboldt verbrachte mehrere Tage am Berg, skizzierte ihn und ließ sich mit ihm im Hintergrund abbilden.

"Die Besteigung des Chimborazo" ist ein biografischer Spielfilm und eine der letzten Produktionen von DDR- und BRD-Filmgesellschaften. Der Film geriet in Vergessenheit - und das, obwohl der als "Tatort"-Rechtsmediziner inzwischen sehr bekannte Jan Josef Liefers die Hauptrolle spielt. Der Streifen zeigt den Werdegang des jungen Humboldts. Einige Szenen spielen in der von Humboldt gegründeten Bergbauschule in Bad Steben. Die Premiere fand statt in einer Zeit, als sich die DDR in einem Ausnahmezustand befand: am 7. September 1989. Einige Wochen später war der Eiserne Vorhang auf, die Berliner Mauer fiel.

Vor der Veranstaltung, bereits von 18 Uhr an, sind die Räume, in denen Alexander von Humboldt in der "Bergbräu" gewohnt hat, geöffnet. Stefan Brodmerkel wird in die Rolle Alexander von Humboldts schlüpfen und durch die ehemalige Wohnstätte des Gelehrten führen.

Zudem bietet Geopark-Rangerin Monika Schaffer noch eine Führung zum Thema "Alexander von Humboldt" an: am 3. Oktober. Start ist um 14 Uhr am Rathaus. Die Tour dauert ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden und führt unter anderem ins Gsteinigt zum dortigen Sankt-Georg-Stollen, zu einem Keller in Arzberg, in dem man sieht, wie der erzhaltige Stein bearbeitet worden ist, und zum Neuen Haus der "Bergbräu", wo Humboldt wohnte. Ein Teil der Strecke ist identisch mit dem Alexander-von-Humboldt-Weg, auf dem man den Spuren der Arzberger Bergwerks-Tradition folgen kann.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:12 Uhr

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Autor

Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:12 Uhr



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