Topthemen: "Tannbach"-FortsetzungZentralkauf weicht Hof-GalerieKaufhof-UmbauGerch

Arzberg

Arzberg investiert in die Zukunft

Gut 25 Millionen Euro will die Stadt in den nächsten Jahren in Infrastruktur und Gebäude stecken. Möglich macht das eine hohe Förderung vom Freistaat Bayern.



Die Brücke über die Röslau wartet auf eine Erneuerung und das Haus rechts, Bahnhofstraße 41, weicht einem Wohnmobilstellplatz. Foto: Florian Miedl
Die Brücke über die Röslau wartet auf eine Erneuerung und das Haus rechts, Bahnhofstraße 41, weicht einem Wohnmobilstellplatz. Foto: Florian Miedl  

Arzberg - 2018 ist für die Stadt Arzberg in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Nicht nur, dass der Ort das 750. Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung feiert. Auch baulich wird sich einiges verändern. Viele Projekte, die seit längerer Zeit schon in Planung sind, können in den nächsten Monaten begonnen werden.

"Das sind nicht nur Visionen", sagt Bürgermeister Stefan Göcking. "Wir haben für viele Projekte Geld im Haushalt bereitgestellt und für einen Großteil bereits Förderzusagen erhalten." Denn klar ist natürlich, nur durch die hohen Fördersätze von bis zu 90 Prozent durch den Freistaat Bayern und den Bund lassen sich die angedachten Projekte verwirklichen. Und weil es die große Unterstützung gibt, "bleibt uns nichts anderes übrig, als zuzugreifen", sagt Göcking. Da das in den Kommunen ringsherum nicht anders ist, sind die Baufirmen stark ausgelastet, schwerer zu erreichen, und die Preise steigen.

Knapp 25 Millionen Euro an Investitionen stehen in Arzberg bis 2021 auf dem Programm. Dazu kommen weitere sechs Millionen Euro für die Erneuerung der Wasserversorgung. Für viele Projekte sind bereits die Planungen angefertigt und die Arbeiten ausgeschrieben. So etwa, wenn es darum geht, in der Rathaus- und Wilhelmstraße die freien Flächen zu gestalten. "Wir wollen Plätze mit Aufenthaltsqualität schaffen, und es bietet uns die Gelegenheit, auch die Märkte anders zu konzipieren", erklärt der Bürgermeister. Seit Jahrzehnten ein Thema im Stadtrat ist die ehemalige Porzellanfabrik in Schlottenhof. Sie wird nun abgerissen. Auf dem Gelände soll ein Bolz- und Spielplatz entstehen.

Über die Städtebauförderung ist Arzberg eingebunden in die Planungen für das Schumann-Areal. Die Lebenshilfe wird in diesem Jahr mit dem Bau von Wohnheimen und Werkstätten beginnen, während die Stadt den Landschaftspark mit Fuß- und Radweg im hinteren Bereich plant. Etwas weiter Richtung Stadtmitte stehen mehrere Leerstände zum Abriss an. Die Gebäude Bahnhofstraße 39 und 41 weichen einem Wohnmobilstellplatz und dem Zugang zur Röslau. Hier kann laut Stefan Göcking eine Art kleiner Strand entstehen. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das Eckhaus Friedrich-Ebert-Straße 2 dem Erdboden gleichgemacht. Hier werde bis 2020 neuer, hochwertiger Wohnraum geschaffen, sagt Göcking. Bald können die Abbrucharbeiten ausgeschrieben werden. Die Stadt zapft für dieses Vorhaben aber kein klassisches Förderprogramm an. Das Projekt wickle die Stadt über Bayerngrund als Bauträger ab, erklärt der Arzberger Bürgermeister.

Über das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) finanziert die Stadt die Sanierung des Rathauses. Die Planung muss der Stadtrat aber noch absegnen. Die Förderung von rund 600 000 Euro ist fix. "Und dafür müssen wir Barrierefreiheit schaffen, das Rathaus energetisch sanieren und das Bauamt unterbringen." Auch hier ist der Haken: Viele andere Städte und Kommunen haben KIP-Maßnahmen laufen, dementsprechend ausgelastet sind die Baufirmen. "Aber es muss flott gehen, denn bis 2020 sollen wir den Verwendungsnachweis erbracht haben."

Ein Bürgerhaus soll im alten Berufsschulgebäude entstehen. Hier läuft bereits die Ausschreibung für die Architektenleistungen. Theoretisch könnte der erste Bauabschnitt noch in diesem Jahr angegangen werden. Derzeit sind in dem sanierungsbedürftigen Gebäude die Sandauer Heimatstube, das historische Archiv, die Soldatenkameradschaft und andere Vereine untergebracht. Der hintere, später errichtete Gebäudeteil werde wohl abgerissen, sagt Stefan Göcking. "Damit führen wir das Gebäude auf seine ursprüngliche Größe zurück." Trotzdem sollen alle Vereine nach der Sanierung wieder ihren Platz in der alten Berufsschule finden. Der Bürgermeister hofft, dass in diesem Zusammenhang der Dr.-Fritz-Singer-Park als Veranstaltungsort eine Aufwertung erfährt. Weil das Bundesprogramm "Integration im Quartier" finanziert, sollen dort auch Asyl- und Flüchtlingshilfe berücksichtigt werden.

Hatten die Arzberger vor einigen Jahren noch überlegt, einen Kindergarten zu schließen, muss nun eher ein neuer gebaut werden. "Der Bedarf ist da", freut sich Göcking. "Und es ist eine Pflichtaufgabe der Stadt, Plätze bereitzustellen." Auch hier gibt es eine 90-prozentige Förderung für den Ersatzneubau der Kindertagesstätte Villa Weinberggasse, die aus allen Nähten platzt. Die Grundstücksfrage, so hofft der Bürgermeister, kläre sich in den nächsten Wochen. Denn es gelte, zügig in die Planungen einzusteigen. Die Stadt stellt das Gebäude dann der evangelischen Kirche als Betreiber zur Verfügung. Die katholische Kirche denkt über eine Erweiterung der Kita Marienheim nach. Auch hier wäre die Stadt mit einem kommunalen Anteil an der Maßnahme beteiligt.

Noch in den Planungen und demzufolge wohl eher eine Maßnahme für 2019 ist die Sanierung der Kanal- und Wasserleitungen in der Bauvereinstraße. Auch die Wiesenmühle von der Bahnhofstraße bis zum Busbahnhof muss dringend erneuert werden. Die Brücke über die Röslau im vorderen Bereich und zwei weitere kleinere Durchlässe stehen ebenso zur Sanierung an.

Von diesen Maßnahmen abgesehen, liegt der Breitbandausbau in den letzten Zügen, die Schlottenhofer Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug, das gKU Winterling-Immobilien investiert, und auch die Wohnungsgenossenschaft modernisiert einen Teil ihrer Wohnungen. Das Dorfgemeinschaftshaus in Seußen ist weiter im Gespräch. Die Stadt will neue Baugebiete ausweisen, sie wird den Skilift am Ludelberg rückbauen. Nach wie vor versucht Arzberg als Standort für ein Gaskraftwerk im Spiel zu bleiben. "Und wir müssen uns Gedanken machen, was aus dem ehemaligen Rewe-Areal werden soll." Das Gelände mitten in der Stadt eigne sich für ein Seniorenheim, findet Bürgermeister Göcking. "Nur alte Gebäude abreißen und Plätze schaffen, geht nicht", ist er überzeugt. "Es braucht viel Fingerspitzengefühl."

Autor
Gerd Pöhlmann

Gerd Pöhlmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
17:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Bauunternehmen Bürgermeister und Oberbürgermeister Euro Evangelische Kirche Förderung Gebäude Infrastruktur Millionen Euro Sanierung und Renovierung
Arzberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Villa Weinberggasse ist ein imposanter Bau im Zentrum Arzbergs. Ursprünglich diente er als Fabrikanten-Villa, die Carl Auvera 1901 als repräsentativen Wohnsitz hat bauen lassen. Die Zukunft des Gebäudes ist derzeit noch ungewiss.

21.10.2017

Stadt baut einen neuen Kindergarten

Villa Weinberggasse, Sonnenschein und Marienheim platzen aus allen Nähten. Arzberg braucht dringend mehr Betreuungsplätze - vor allem für Krippenkinder. » mehr

Im ersten Bauabschnitt sollen das Wohnheim (1) der Lebenshilfe und ein Teil (2) der Werkstätten entstehen. Für die beiden Baudenkmäler Taubenhaus (4) und Ökonomie (5) hofft die Stadt Arzberg auf eine Nutzung.	Plan: Büro GHSW, Hof

25.08.2017

Arzberg ebnet Lebenshilfe den Weg

Die Stadt investiert rund 660 000 Euro ins ehemalige Schumann-Areal. Damit ermöglicht sie den Bau von Wohnheimen, Park und Werkstätten. » mehr

Sollen die Leckereien beim Weihnachtsmarkt am Samstag oder Sonntag des ersten Adventswochenendes verkauft werden? Über diese Frage hat der Stadtrat schon oft diskutiert. Und das Thema wird das Gremium wohl auch noch weiter beschäftigen. Das nächste Mal in der Sitzung des Hauptausschusses.

28.01.2017

Samstag oder Sonntag? - Das ist die Frage

Über den besten Termin für den Arzberger Weihnachtsmarkt gibt es im Stadtrat verschiedene Meinungen. Denn am ersten Advent ist auch der Markt in Seußen. » mehr

Schwester Traudlinde (vorne Mitte) zusammen mit ihren Mitschwestern, Pfarrer Stefan Prunhuber (hinten links) und Pfarrer i. R. Klaus-Dieter Geuer (hinten rechts), der den Gottesdienst gestaltet hatte.

19.09.2017

Arzberg verabschiedet Traudlinde

Nach 31 Jahren verlässt die Schwester die Stadt. Ein pfiffiges Geschenk der Pfarrgemeinde kommt mit der Post. » mehr

Als absolut notwendig erachten Roland Schramm von der Joseph-Stiftung, Bürgermeister Stefan Göcking und WG-Geschäftsführer Thorsten Tschöpel (von links) die Modernisierungen. Foto: Gerd Pöhlmann

15.12.2017

1,8 Millionen für neuen Wohnraum

In Arzberg investiert die Wohnungsgenossenschaft in Sanierung und Modernisierung. Mehr Komfort schaffen Balkone. Schon im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. » mehr

"Möge die Macht mit euch sein": Mit dem Gruß der Jedi aus "Star Wars" wünschte Bürgermeister Stefan Göcking den Arzbergern alles Gute für das neue Jahr. Mehr Bilder gibt es im Internet unter www.frankenpost.de Fotos: Florian Miedl

14.01.2018

Luke Skywalker grüßt zum neuen Jahr

Bürgermeister Stefan Göcking greift beim Neujahrsempfang in Arzberg zum "Laserschwert". Er sieht für Arzberg enorme Chancen. Diese seien so gut wie lange nicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"Arthurs Gesetz": Dreharbeiten in Hof Hof

"Arthurs Gesetz" Dreharbeiten in Hof | 16.01.2018 Hof
» 5 Bilder ansehen

VLF-Ball in Münchberg

VLF-Ball in Münchberg | 14.01.2018 Münchberg
» 23 Bilder ansehen

Blue Devils Weiden - Selber Wölfe 5:10

Blue Devils Weiden - Selber Wölfe 5:10 | 14.01.2018 Weiden
» 27 Bilder ansehen

Autor
Gerd Pöhlmann

Gerd Pöhlmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
17:30 Uhr



^