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Arzberg ist ein sicheres Pflaster

Die Zahlen der Polizei belegen: Die und Bürger können beruhigt sein und ein gutes Gefühl haben.



Wohnungseinbrüche sind der Kriminalstatistik zufolge in Arzberg kein Thema. Foto: Daniel Maurer/dpa
Wohnungseinbrüche sind der Kriminalstatistik zufolge in Arzberg kein Thema. Foto: Daniel Maurer/dpa  

Arzberg - "Man kann ja nachts nicht mehr alleine auf die Straße." Sätze wie diese sind in Arzberg öfter zu hören. Oder in sozialen Medien zu lesen. Der Grund für die Verunsicherung ist schnell ausgemacht: Flüchtlinge. Kein Mensch hat in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend dezidiert danach gefragt. Roland Werner packte es in die verschwurbelte Formulierung "verändertes Straßenbild". Doch im Grunde schwebte über dem jährlichen Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Marktredwitz, den Erster Polizeihauptkommissar Robert Roth gab, genau diese Frage: Gibt es in Arzberg mehr Kriminalität, weil hier jetzt auch Menschen aus anderen Ländern wohnen? Die klare Antwort: nein. "Wenn hier jemand ein schlechtes Gefühl hat, dann ist das ein individuelles Problem. Von den Zahlen her müsste jeder in Arzberg ein gutes Gefühl haben", sagte der Inspektionsleiter.

Und diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zwar hat sich die Fallzahl der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2017 im Bereich der Inspektion Marktredwitz laut Robert Roth leicht auf 11 772 erhöht, doch deswegen brauche niemand Angst zu haben. Denn für den Anstieg gebe es nachvollziehbare Gründe. Zum Beispiel die sogenannte "durchreisende Kriminalität", die zwar dem Tatort zugeschrieben werde, aber gar nichts mit ihm zu tun habe. Gemeint sind unter anderem Drogendelikte, die Täter aus anderen Ländern oder anderen Regionen Deutschlands begehen, jedoch zum Beispiel auf der B 303 entdeckt werden. Dass hier die Zahlen steigen, ist Roth zufolge der Arbeit der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) Selb geschuldet.

Exakt 186 PKS-Fälle registrierte die Polizei nach den Worten Roths in Arzberg, wenig mehr als 2016. Darunter seien nur zwei Gewalttaten gewesen, nämlich Körperverletzungsdelikte, aber kein Raub oder Sexualdelikt. Angestiegen sei die Zahl der Sachbeschädigungen. Hier habe es eine kleine Serie gegeben, bei der der Täter Autos zerkratzt und Scheibenwischer abgebrochen habe. Vermögens- und Fälschungsdelikte seien in Arzberg kein Thema. "Unter dem Strich ist Arzberg ein ruhiges Pflaster", betonte der Polizei-Chef.

Auch Wohnungseinbrüche seien in Arzberg im Gegensatz zu Schirnding, Selb und Marktredwitz sowie dem Landkreis Hof kein Thema. Bei Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz spielen laut Roth Flüchtlinge fast keine Rolle. 660 Drogendelikte hätten die Schleierfahnder der PIF Selb bearbeitet und in der Regel eine Aufklärungsquote von 100 Prozent. Drastisch schilderte der Polizist die Folgen von Drogenkonsum und Körperschmuggel, bei denen es einen deutlichen Anstieg und eine hohe Dunkelziffer gebe.

Als wenig hilfreich bezeichnete der Inspektionsleiter das Verhalten der Autoindustrie hinsichtlich Fahrzeugdiebstählen, die von bestens organisierten Banden begangen würden. Denn eigentlich gebe es viele technische Möglichkeiten, die Autos so auszurüsten, dass sie wieder auffindbar wären. "Doch jedes gestohlene Auto ist halt auch ein Geschäft", beklagte Roth.

"Eigentlich sollte jeder Arzberger ein gutes Sicherheitsgefühl haben", fasste Bürgermeister Stefan Göcking den Bericht des Inspektionsleiters zusammen. Die Höhe der Fallzahlen und die Aufklärungsquote seien beruhigend, sagte Göcking, der die gute Zusammenarbeit mit der Polizei lobte. Die Zahlen sprächen für sich, meinte auch SPD-Fraktionssprecher Peter Gräf. Aber das Gefühl in der Bevölkerung sei gegenteilig. So halte sich zum Beispiel auch die Auffassung, dass die Polizei nicht komme, wenn jemand ein Delikt anzeige. "Wir haben eine Strafverfolgungspflicht", hielt Robert Roth dem entgegen. Wenn jemand mit der Arbeit der Polizei unzufrieden sei, könne er sich gerne melden.

"Die Zahlen sind erfreulich", sagte auch Roland Werner (UPW). Und dies trotz des "veränderten Straßenbilds". Auf Werners Frage nach seiner Einschätzung des neuen Polizeiaufgabengesetzes meinte Roth, die Ängste seien absolut unbegründet. Und CSU-Fraktions-Chef Roland Kastner meinte: "Diese Diskussionen sind Gewäsch. Die kommen von Leuten, die von der Praxis keine Ahnung haben."

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
29. 06. 2018
19:48 Uhr

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Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
29. 06. 2018
19:48 Uhr



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