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Arzberg

Arzberg sucht Geschichten zum Porzellan

750. Jubiläum feiert die Stadt im nächsten Jahr. Sie nimmt sich der Historie des Weißen Goldes an und braucht dabei die Hilfe der Bevölkerung.



Arbeiten gemeinsam die Arzberger Porzellangeschichte auf (von links): Museumsdirektor Wilhelm Siemen, Erwin Scherer, zweite Bürgermeisterin Marion Stowasser Fürbringer, Hauptamtsleiter Harald Helm, Dr. Rüdiger Barth vom Porzellanikon, Stadtarchivar Peter Weger und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Gerd Pöhlmann
Arbeiten gemeinsam die Arzberger Porzellangeschichte auf (von links): Museumsdirektor Wilhelm Siemen, Erwin Scherer, zweite Bürgermeisterin Marion Stowasser Fürbringer, Hauptamtsleiter Harald Helm, Dr. Rüdiger Barth vom Porzellanikon, Stadtarchivar Peter Weger und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Gerd Pöhlmann  

Arzberg - Der Name Arzberg hat bei Porzellanliebhabern einen guten Ruf. Das Durchbruchporzellan des Unternehmens war weltweit begehrt, hier schuf Hermann Gretsch sein Kaffee- und Tafel-Service 1382, bekannt als "die gute Form". Die Porzellanindustrie hat die Stadt geprägt, sowohl in ihrer Blütezeit als auch im Niedergang. Die Geschichte möchte die Stadt Arzberg, in Zusammenarbeit mit dem Porzellanikon, dokumentieren und im nächsten Jahr in wechselnden Ausstellungen präsentieren.

Ansprechpartner

Die Stadt Arzberg und das Porzellanikon suchen Porzellan, vor allem aber Unterlagen aus der Arzberger Porzellangeschichte. Bürger aus Arzberg und der Umgebung, die Material zur Verfügung stellen wollen, können sich an Stadtarchivar Peter Weger, 09233/6395, oder das Museum, 09287/918000, wenden. Das Material wird gesichtet und digitalisiert und kann auf Wunsch dem Staatlichen Porzellanmuseum übergeben werden.

 

2018 ist das Jahr, in dem die Stadt das 750. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung begeht. Viele Veranstaltungen werden sich im nächsten Jahr mit dem historischen Datum beschäftigen. Die Stadt plant, als Reminiszenz an die reiche Porzellangeschichte, eine Reihe von Ausstellungen, die im Rathaus zu sehen sein werden. "Porzellan gehört zu Arzberg, auch wenn es hier nicht mehr hergestellt wird", sagte Bürgermeister Stefan Göcking bei einem Treffen mit Vertretern der Stadt und des Porzellanikons.

 

Das Porzellanikon freue sich, seinen Teil zu den Feierlichkeiten beitragen zu können, sagte Museumsdirektor Wilhelm Siemen. Das Museum hatte die Porzellangeschichte der Stadt Arzberg schon in mehreren Ausstellungen aufbereitet. Und war dabei, wie Siemen berichtete, auf sehr großes Interesse gestoßen. "Arzberg ist eine ganz wichtige Stadt", sagte Wilhelm Siemen. Hier hat der Designer Hermann Gretsch eine neue Formensprache entwickelt, hier stand ein Werk des Hutschenreuther-Unternehmens, hier war der westdeutsche Ableger von Kahla beheimatet und nicht zu vergessen die Schumann-Dynastie. "Wir haben viele Exponate, um die Geschichte zu dokumentieren", sagte Siemen. "Aber damit ist es nicht getan." Es braucht verschiedenste schriftliche Unterlagen, um das Weiße Gold unter kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten besser einordnen zu können. Und da sei die Anfrage zur Kooperation gerade recht gekommen, sagt Siemen. Das Porzellanikon hofft, über den Aufruf an die Bevölkerung an neues Material zur Arzberger Porzellangeschichte zu kommen. Zwar beherbergt das Museum auf mehr als einem halben Regalkilometer Dokumente, wovon jedoch nur knapp 15 Meter auf die Porzellanfabrik Schumann entfallen. "Und das ist eigentlich gar nichts", sagt Dr. Rüdiger Barth, Archivar und Bibliothekar im Porzellanikon. "Wir hoffen, auf diese Weise die Lücken in unserem Archiv füllen zu können." Barth hofft, dass ihn die Bevölkerung mit Unterlagen versorgt: Fotos, Plakate, Produktkataloge, Preislisten und Werbung, eben alles, was nur irgendwie nach Porzellan riecht. "Inwieweit das möglich ist, werden wir sehen", sagt Barth. Dabei sind für das Museum und die Stadt Arzberg natürlich auch private Aufzeichnungen oder Fotos von großem Nutzen, geben sie doch oftmals tieferen Einblick in Sorgen und Nöte der Menschen als offizielle Schriftstücke. Kürzlich, so berichtete Archivar Barth, habe er von einem Hamburger Briefmarkensammler Briefe von Johanna Hutschenreuther, der Ehefrau des Porzellanpioniers Carolus Magnus Hutschenreuther, bekommen. "Diese Schriftstücke sind wie ein Sechser im Lotto", sagte Barth. Für ihn und Wilhelm Siemen steht das Sichern und das Bewahren der alten Unterlagen im Vordergrund. "Das sind entscheidende Teile unseres kulturellen Erbes", machte Museumsdirektor Wilhelm Siemen deutlich. "Das ist eine Win-Win-Situation für alle", sagte zweite Bürgermeisterin Marion Stowasser-Fürbringer. Das Porzellanikon komme an Archivalien, die Stadt an Material für die Ausstellungen.

Erwin Scherer, der neben Stadtarchivar Peter Weger für die Organisation zuständig ist, hat schon einmal 18 mögliche Themen für die Wechselausstellungen erarbeitet. Mit welchem es Anfang Februar dann losgehen wird, steht noch nicht fest. Das hängt natürlich auch von der Resonanz aus der Bevölkerung ab.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2017
16:54 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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20. 12. 2017
16:54 Uhr



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