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Arzberg

Feuer und Flamme für den Glauben

Wenn Brandschützer und Kirche kooperieren, haben beide etwas davon. In Thierstein sehen Konfirmanden die Wehr bei der Arbeit, um Parallelen zum Glauben zu ziehen.



Die Thiersteiner Konfirmanden übten den Umgang mit dem Feuerlöscher. Kreisbrandmeister Thomas Greipel und Pfarrer Knut Meinel (von rechts) beobachten das Treiben. Foto: Gerd Pöhlmann
Die Thiersteiner Konfirmanden übten den Umgang mit dem Feuerlöscher. Kreisbrandmeister Thomas Greipel und Pfarrer Knut Meinel (von rechts) beobachten das Treiben. Foto: Gerd Pöhlmann  

Thierstein - Zum zweiten Mal haben in Thierstein Feuerwehr und Kirche kooperiert. Im Rahmen der Brandschutzwoche gingen die evangelische Pfarrei Thierstein-Höchstädt und die Feuerwehren Birkenbühl-Schwarzenhammer, Höchstädt, Thierstein und Neuhaus mit den angehenden Konfirmanden auf Sinnsuche. Nicht ganz nebenbei lernten die Jugendlichen die Arbeit der Brandschützer kennen und erfuhren Nützliches für den Alltag. "Das ist ein Joint Venture zwischen Kirche und Feuerwehr", sagte Pfarrer Knut Meinel. Eine passende Sache, wie er fand. Nicht umsonst laute der Leitspruch der Brandschützer "Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr".

Den Tag hatte das Team um Pfarrer Meinel unter das Motto "Gott ist wie die Feuerwehr - Gott im Blaulicht besser kennenlernen" gestellt. Auf dem Thiersteiner Bauhofgelände waren verschiedene Stationen aufgebaut, an denen die neun Konfirmanden die Arbeit der Feuerwehr erleben konnten. Mit den Jugendmitarbeitern der Pfarrei versuchten die Konfirmanden, einen Bezug zum eigenen Glaubensleben herzustellen. Doch es ging zunächst spielerisch ans Werk: Mit einem Rettungsspreizer versuchten die Konfirmanden, einen Tennisball von einer Pylone auf eine andere zu heben. Das schwere Gerät hing, damit es die Jugendlichen handhaben konnten, in einem Leitergerüst. Und siehe da: Mit dem hydraulisch betriebenen Spreizer, der Autodächer wegdrücken und Metall verbiegen kann, lässt sich auch ein kleiner Ball behutsam bewegen. "Gottes Kraft ist nichts Gewaltsames", erfuhren die Konfirmanden von den jugendlichen Mitarbeitern der Pfarrei. "Mit dieser Kraft lassen sich auch kleine Dinge bewegen. Einfach, aber wirkungsvoll." Nicht weniger beeindruckend war die Arbeit an der Rettungsschere. Damit versuchten die Konfirmanden, Rohrstücke auf eine bestimmte Länge zu schneiden.

Der Einsatz des Feuerlöschers an der nächsten Station stand sinnbildlich für den, der hilft, wenn es unter den Nägeln brennt. Für die praktische Umsetzung sorgte Kreisbrandmeister Thomas Greipel. Nachdem er den Jugendlichen den Umgang mit Wasser- und Pulverlöscher erklärt hatte, ließ er sie auch schon gewähren - nicht ohne sie darauf hingewiesen zu haben, auch die Windrichtung zu beachten. "Es geht uns ja nicht nur um Werbung in eigener Sache", erklärte Greipel. "Wir wollen den Jugendlichen ja auch was fürs Leben mitgeben."

Jedem kann einmal die Luft wegbleiben, das ist nichts Neues. Dass Feuerwehrleute damit im Wortsinne konfrontiert sind, zeigte die dritte Station eindrücklich: Ein Lagerraum war komplett verraucht, so dicht, dass die Hand vor den Augen kaum zu erkennen war. Mit Wärmebildkamera und Atemschutz ausgerüstet, zeigten die Feuerwehrler, wie sie im Ernstfall vorgehen würden. Und sie erklärten den Jugendlichen das richtige Verhalten in verqualmten Räumen. Für die Konfirmanden war es auch hier an der Zeit, Parallelen zum Glauben und dem Leben zu ziehen: Wo hatten sie schon einmal Schutz erfahren? Und was ist gemeint, wenn jemand von vergifteter Atmosphäre spricht?

Bevor es bei der letzten Station noch einmal richtig zur Sache ging, hatten die jungen Teilnehmer die Möglichkeit, beim Basteln ein wenig zur Ruhe zu kommen. Aus alten Feuerwehrschläuchen entstanden im Handumdrehen und unter fachkundiger Anleitung so schmucke wie stabile Taschen.

Die fünfte Station hatte es noch einmal in sich. Da mussten die Konfirmanden bei einem simulierten Schwächeanfall schnell richtig reagieren. Sie wählten den Notruf - und hatten dort einen Mitarbeiter der beteiligten Feuerwehren an der Strippe. Der erklärte im Erste-Hilfe-Crashkurs, wie sie die unbekannte Situation zu meistern hatten.

Nach dem Mittagessen, dazu waren auch die Eltern eingeladen, simulierten die beteiligten Feuerwehren noch einen Löschangriff. Um den brennenden Kaninchenstall zu löschen, rückten Floriansjünger aus allen Ortschaften gemeinsam in einem Fahrzeug an. "Wir kommen alle aus unterschiedlichen Orten. Aber wir haben die gleiche Ausbildung und können einander helfen", kommentierte Kreisbrandmeister Thomas Greipel. "Diese Gemeinsamkeit ist doch auch das Ziel der Kirche."

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
18:02 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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08. 10. 2019
18:02 Uhr



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