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Arzberg

Fieberhafte Suche nach dem Leck

Ein Rohrbruch droht die Wasserversorgung in Arzberg lahmzulegen. Nun gibt es eine Notleitung im Bereich der Schachtstraße



In drei Metern Tiefe wurde die Notversorgungsleitung an die alte Leitung angedockt. So ist die Wasserversorgung für die nächste Zeit sichergestellt. Das Bild zeigt (von links): Dieter Seidel von den Stadtwerken Arzberg, Wassermeister Helmut Schütz von der ESM und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Christl Schemm
In drei Metern Tiefe wurde die Notversorgungsleitung an die alte Leitung angedockt. So ist die Wasserversorgung für die nächste Zeit sichergestellt. Das Bild zeigt (von links): Dieter Seidel von den Stadtwerken Arzberg, Wassermeister Helmut Schütz von der ESM und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Christl Schemm  

Arzberg - "Ruckzuck war's halb eins. Aber das ist wurscht. Das ist ja unser Job." So wie Wassermeister Helmut Schütz von der Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) haben in den vergangenen Tagen die Mitarbeiter etlicher Firmen und der Arzberger Stadtwerke Nachtschichten eingelegt. Der Grund: ein Leck in der Wasserleitung vom Maschinenhaus Oschwitz zum Hochbehälter 2 am Stiegelberg - der Hauptversorgungsleitung im Arzberger Netz. "Wenn hier etwas nicht passt, gibt es große Probleme. Nicht nur für die Haushalte in Arzberg, sondern auch für die Kommunen im Wasserzweckverband der Arzberger Gruppe, für Firmen wie Purus und Houdek und auch die Landwirte", sagt Dieter Seidel von den Stadtwerken.

Es ist Donnerstagvormittag. Seidel und Bürgermeister Stefan Göcking blicken in ein tiefes Loch an der Kreisstraße WUN 8 in Richtung Schacht. Die große Kuhle und mehrere kleinere Grabungen zeugen von der Suche nach dem Rohrbruch. Eine lange blaue Leitung kreuzt vom Einmündungsbereich her die Schachtstraße zum Wohngebiet. Es ist eine Notversorgungsleitung, die in der Nacht zum Donnerstag dort verlegt wurde, weil die Hochbehälter der Wasserversorgung leerzulaufen drohten. "Ab 23.45 Uhr hatten wir wieder Druck auf der Leitung und ab 1.30 Uhr wieder Wasser im Hochbehälter", berichtet Seidel. Da auch der Stadtteil Oschwitz an der Leitung hängt, hätten dort einige Anwesen für mehrere Stunden gar kein, andere nur wenig Wasser gehabt. "Das tut uns leid", sagt Bürgermeister Göcking, "aber es war unumgänglich."

Er und der Mann von den Stadtwerken können erklären, was passiert ist und warum die Suche nach dem Leck so lange dauert. Am Montag sei in den Stadtwerken festgestellt worden, dass es ein Leck in der Wasserleitung vom Maschinenhaus Oschwitz zum Hochbehälter 2 am Stiegelberg geben muss. Da das Netz ständig überwacht werde, könne man ausrechnen, wie viel Wasser fehlt. Laut Seidel sind es rund 200 Kubikmeter am Tag. "Das ist viel", sagt er. Am Dienstag seien Kollegen die Leitungsstrecke abgelaufen und hätten kontrolliert, ob sie Wasseraustritte finden können. Kein Ergebnis. Mitarbeiter der herbeigerufenen Firma Locatec aus Bayreuth hätten dann Prüfgas in die Leitung geblasen und gemessen. Ohne Erfolg.

Am Dienstag gegen 22.30 Uhr habe ein Passant schließlich gemeldet, dass in einem Graben an der Beethovenstraße Wasser austrete. Am Mittwoch habe die Fachfirma erneut versucht, den Bereich des Lecks einzuengen. Aufgrund der Pläne habe die Firma Dötsch einen sogenannten Suchschlitz gegraben. "Dann haben wir gesehen, dass das Wasser aus dem angrenzenden kleinen Wäldchen kommt und uns entschlossen, die Notversorgungsleitung zu legen", sagt der Stadtwerke-Mann.

In drei Metern Tiefe seien die alte, defekte Asbest-Zement-Leitung aus den 1960er-Jahren getrennt und dann die Übergangsstrecke gebaut worden zum nächsten zugänglichen Punkt Richtung Hochbehälter. Weil in der Leitung auch die Kabel für die Steuerung liegen, sei diese zurzeit außer Betrieb; es werde per Hand geregelt. "Das wird aber umgestellt auf Funk", kündigt der Bürgermeister an.

Die Situation in diesem Bereich des Wassernetzes ist laut Seidel und Göcking problematisch. Denn dort verlaufen auch eine Gashochdruckleitung, eine 20 kV-Hochspannungsleitung, die Leitungen für die Straßenbeleuchtung und die normale Stromversorgung sowie die Leitungen für Breitband und Telefon. "Deswegen hat es keinen Sinn, einen Schnellschuss zu machen", erläutert Göcking. In der nächsten Woche werde man versuchen, mit den Planern und den Fachfirmen eine dauerhafte Lösung zu finden. Die Kosten und die zeitliche Planung seien noch nicht abzuschätzen.

Göcking und Seidel sind sehr dankbar, dass viele Mitarbeiter von Firmen und Stadtwerken so gut zugepackt haben: die ESM, der Rohrverlegungstrupp der Firma Luding, der eigentlich gerade an der Einmündung der Schacht- in die Egerstraße zu arbeiten hat, sowie die Firmen Dötsch und Elektro-Richter. "Und das alles trotz Urlaubszeit", freut sich der Bürgermeister. Er bittet um Verständnis bei den Anliegern wegen der Straßensperrung, die nun zu der in der Egerstraße zusätzlich hinzukomme.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
17:10 Uhr

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Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
17:10 Uhr



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