Lade Login-Box.
Topthemen: VER SelbFotos: Erstklässler in der RegionBlitzerwarnerBilder vom Wochenende

Arzberg

Grenzenloses Brummen und Summen

Örtliche Energie- und Wasserversorger bewirtschaften drei Hektar Land im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Es ist ein gemeinsames Artenschutz-Projekt.



Bei der Einweihung (von links): Vera Votiková (Bürgermeisterin von Liba), Ulrich Pötzsch (Oberbürgermeister der Stadt Selb), Pavel Klepácek (stellvertretender Bürgermeister von Asch), Klaus Burkhardt (Geschäftsführer der ESM), Steffen Zagermann (Vorstandsvorsitzender der Chevak Cheb) sowie H. Cernik (stellvertretender Geschäftsführer der Terea Cheb). Foto: pr.
Bei der Einweihung (von links): Vera Votiková (Bürgermeisterin von Liba), Ulrich Pötzsch (Oberbürgermeister der Stadt Selb), Pavel Klepácek (stellvertretender Bürgermeister von Asch), Klaus Burkhardt (Geschäftsführer der ESM), Steffen Zagermann (Vorstandsvorsitzender der Chevak Cheb) sowie H. Cernik (stellvertretender Geschäftsführer der Terea Cheb). Foto: pr.  

Hohenberg/Schirnding - Zwischen Selb und Eger (Cheb) summt und brummt es grenzenlos: Die Energie- und Wasserversorger der beiden Städte haben sich zu einem länderübergreifenden Artenschutz-Projekt zusammengetan. Am Montag ist es mit der Enthüllung von Infotafeln an fünf Standorten offiziell eingeweiht worden.

Hinter dem Projekt stehen die Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) sowie die Chevak Cheb aus Eger. Sie haben ihre Flächen im Wasserschutzgebiet auf eine nachhaltige, insektenfreundlichere Bewirtschaftung umgestellt, wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist. "Seit Jahren setzen wir uns für die Artenvielfalt ein, indem wir Streuobstwiesen anlegen oder Blüh-Brachen schaffen", erläutert Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM, und ergänzt: "Es freut mich, dass wir unsere Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Eger auch beim Artenschutz weiter vertiefen." Bereits seit vielen Jahren träfen sich ESM und Terea sowie Chevak regelmäßig zum Erfahrungs- und Wissensaustausch. Steffen Zagermann, Vorstandsvorsitzender der Chevak Cheb und Geschäftsführer der Terea, fügt hinzu: "Nachhaltigkeit und Umweltschutz können nur gemeinsam gelingen. Wir zeigen hier, wie man mit wenig Aufwand viel erreichen kann."

Die Einrichtung von Blühwiesen und die Ansiedlung und Pflege von Bienenvölkern finanzierten die Versorgungsunternehmen mit eigenen Mitteln. Vom neuesten Projekt der Unternehmen machten sich am Wasserwerk in Liebenstein (Libá) auch Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch aus Selb sowie Aschs (Aš) Bürgermeister Pavel Klepácek ein Bild.

Insgesamt umfasst das Insektenparadies 29 000 Quadratmeter Wiesenlandschaft. Die Energie- und Wasserversorger hätten auf zahlreichen Flächen nektarreiche Blütensaat ausgebracht und durch Hecken und Streuobstbäume Lebensraum für viele Wildtiere geschaffen. An vier Standorten kümmerten sich örtliche Imker um zehn Bienenvölker. Mit dem produzierten Honig, der an Kunden verschenkt werde, mache man zusätzlich auf das Engagement aufmerksam. "Es geht ja nicht nur darum, Blumen zu säen, sondern vor allem darum, die Art der Bewirtschaftung zu überdenken", betont der ESM-Chef. Auf allen ESM-Flächen finde seit diesem Jahr die Mahd nicht vor dem 15. Juni statt, um Pflanzen die Aussaat zu ermöglichen. Die ESM habe die Forderung des bayerischen Volksbegehrens "Artenvielfalt" bereits umgesetzt, bevor diese im August zum Gesetz wurde.

Die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist älter als die beiden Unternehmen: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts bezieht der Schirndinger Ortsteil Seedorf Trinkwasser aus Quellen, die vonseiten der Stadt Eger bewirtschaftet werden. Seit 1999, mit der Privatisierung der Wasserversorgung in Hohenberg und Schirnding, seien die ESM und die Chevak als Wasserversorger partnerschaftlich verbunden. "Wir engagieren uns deshalb gemeinsam für den Schutz der wertvollen Ressource Trinkwasser", weist Steffen Zagermann auf eine geologische Besonderheit in der Region hin: Weil der tiefste Punkt der Gegend im Egergraben auf tschechischer Seite liegt, fließe Grundwasser dort zusammen. "Trinkwasser kennt keine Grenzen, Gleiches muss für seinen Schutz gelten", fügt Klaus Burkhardt an. Bei der ESM arbeite man dazu eng mit Landwirten zusammen; sie erhielten für weniger Düngereinsatz nahe der Wasserschutzgebiete Ausgleichszahlungen für geringere Ernteerträge. "Außerdem gibt der Selber Wasserversorger an die kooperierenden Landwirte kostenlos Saatgut für den Anbau von Zwischenfrüchten der Felder aus. Diese Zwischenfrüchte binden den im Boden vorhandenen Stickstoff und bewahren diesen für die nächste Hauptfrucht. Auf diese Weise kann weniger Nitrat entstehen und ins Grundwasser gelangen."

Das Engagement von ESM, Terea und Chevak hier zum Teil zusammengefasst:

Nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen im Wasserschutzgebiet: Nektarreiche Blühpflanzen ansiedeln, später mähen und der Natur Raum geben.

Es gibt sieben Standorte; auf deutscher Seite sind dies unter anderem:

Oberweißenbach: ein Kulturbiotop auf einer Streuobstwiese am Wasserhochbehälter (seit Herbst 2017); hier gibt es insgesamt vier Bienenvölker.

Vielitz: Hier gibt es Blühwiesen als Ausgleichsfläche am Windpark Vielitz.

Hohenberg: Im Quellgebiet Hohenberg bieten Magerwiesen seltenen Pflanzen einen geschützten, besonders artenreichen Lebensraum. Zum Schutz von kriechendem Sellerie oder dem breitblättrigen Knabenkraut werden die Flächen unter Auflagen in enger Abstimmung mit dem Landratsamt gepflegt.

Brunn: Die ESM unterstützt hier Landwirte bei zwei Projekten, weil diese besonders umweltgerecht und grundwasserschonend bewirtschaftet würden: Anbau der Becherpflanze Silphie anstatt Mais auf einer Fläche von knapp zwei Hektar als fünfjährigen Feldversuch. Die Pflanze benötigt weniger Dünger und bietet zudem noch Nahrung für Insekten. Eine Ackerfläche von rund 7,5 Hektar ist hier in Grünland umgewandelt worden. Das gilt für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Durch die Aussaat von verschiedenen Gräsern und Blühpflanzen ist die Maßnahme ein wichtiger Baustein zur Nitratreduzierung.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
16:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Artenschutz Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH Landwirte und Bauern Trinkwasser Ulrich Pötzsch Umweltfreundlichkeit Versorgungsunternehmen Wasserschutzgebiete Wasserversorgungsunternehmen Wasserwerke Wirtschaftsbranche Energieerzeugung und -Versorgung Wirtschaftsbranche Wassergewinnung und Wasserversorgung
Hohenberg Schirnding
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sind hochzufrieden, dass die neue Leitung schnell verlegt werden und ein Leitungsteil Richtung Stiegelberg ohne Probleme angeschlossen werden konnten. Im Bild (von links): Bürgermeister Stefan Göcking, Gert Voit von der Firma Luding, Holger Hummer von den Stadtwerken Arzberg, Lukas Malzer von der SWW Wunsiedel GmbH und Planer Richard Steppan in der Trinkwasserversorgungsanlage Oschwitz. Foto: Stadt Arzberg

15.05.2019

Weitere Bausteine für gute Versorgung

Die neue Leitung von Raithenbach zur Trink- wasseraufbereitungsanlage Oschwitz ist fertig. Nun kann der Tiefbrunnen Fischern saniert werden. » mehr

Das Wasser läuft, die neue Leitung ist in Betrieb. Darüber freuen sich (von links): der Leiter der Arzberger Stadtwerke, Dieter Seidel, Bürgermeister Stefan Göcking, ESM-Geschäftsführer Klaus Burkhardt und der Planer Richard Steppan. Foto: Christl Schemm

10.07.2019

Weiteres Standbein für die Versorgung

Die neue Wasserleitung vom Hochbehälter Raithenbach nach Oschwitz ist in Betrieb. Damit wird die Versorgung der Haushalte und der Industrie sicherer. » mehr

Schulamtsdirektor Günter Tauber überreichte Sieglinde Geisler die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand.	Foto: Peter Pirner

25.07.2019

Emotionaler Abschied von der Schule

Nach 42 Berufsjahren geht Rektorin Sieglinde Geisler in den Ruhestand. Die Schulfamilie verabschiedet sich dankbar. » mehr

Dieses Wasser schmeckt (von links): Planer Richard Steppan, Vorarbeiter Holger Hummer, Werkleiter Dieter Seidel und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Matthias Bäumler

17.06.2019

Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Vorhaltungen von Röthenbacher Bürgern wegen der Qualität des Wassers lassen Bürgermeister Stefan Göcking und Experten nicht gelten. Sie legen Fakten vor. » mehr

Zuweilen läuft aus den Wasserhähnen im Flurweg eine schwarze Brühe.

13.06.2019

Röthenbacher wollen ihr Wasser wieder

Wieland Häcker und Günther Dötsch berichten von Gerüchen und einer dunklen Brühe, die ihnen zugemutet wird. Jetzt suchen sie das Gespräch mit der Stadt. » mehr

In etwa vier Wochen steht das Feld von Wolfgang Reihl zwischen Bergnersreuth und Arzberg (im Hintergrund mit der Flitterbachtalbrücke) in voller Blüte und erfreut nicht nur das Auge, sondern vor allem Bienen und Insekten. Mit auf dem Bild Irina Seng, die kaufmännische Mitarbeiterin Reihls. Foto: Peggy Biczysko

14.06.2019

Blüten-Paradies für Bienen und Insekten

Landwirt Wolfgang Reihl legt eine Wiese an und bittet Paten, das zu unterstützen. Er verzichtet auf Anbau auf 7500 Quadratmetern. Und er rechnet mit den Politikern ab. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Modenschau bei Frey in Marktredwitz

Modenschau bei Frey in Marktredwitz | 22.09.2019 Marktredwitz
» 28 Bilder ansehen

Casanova Casanova in Schwingen

Casanova Casanova in Schwingen | 22.09.2019 Schwingen
» 43 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - TSV Abtswind 3:2 Hof

SpVgg Bayern Hof - TSV Abtswind 3:2 | 21.09.2019 Hof
» 115 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
16:44 Uhr



^