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Arzberg

Höchstädt erinnert an Jubiläum

Mit Umzug und Markt hat 1998 die Gemeinde 700 Jahre erste urkundliche Erwähnung gefeiert. Das ist Anlass für ein kleines Fest am Wochenende.



Mehr als 20 000 Besucher zählte Höchstädt im Jubiläumsjahr 1998. Daran möchte die Gemeinde am Wochenende mit einer kleinen Feier erinnern. Foto: pr.
Mehr als 20 000 Besucher zählte Höchstädt im Jubiläumsjahr 1998. Daran möchte die Gemeinde am Wochenende mit einer kleinen Feier erinnern. Foto: pr.  

Höchstädt - Vor 20 Jahren hat Höchstädt das 700. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert. In fünf Jahren steht demnach das nächste große Fest ins Haus. Die brennende Frage: Was macht man nur in der Zwischenzeit? Die einfache Antwort: feiern! Am Wochenende steht der Gemeinde ein kleines Jubiläumsfest ins Haus. Darüber informiert das Organisationsteam.

Wappenfahnen

Altbürgermeister Rudolf Reichel und Bürgermeister Gerald Bauer bitten die Höchstädter Hausbesitzer, ihre Anwesen mit den für das Jubiläumsjahr angeschafften Wappenfahnen zu schmücken. Außerdem bietet das kleine Jubiläum am Wochenende die Möglichkeit, wieder einmal die historischen Kostüme überzuwerfen.


Rückblick: Silvester 1998 ist in Höchstädt ein großartiges Jubiläumsjahr zu Ende gegangen: mit einem Dutzend Veranstaltungen, mit Radioübertragungen und dem historischen Festzug und einem historischen Markt im September.

Zwei Jahre hatten sich die Höchstädter auf dieses Jubiläum vorbereitet. Es bedurfte unzähliger Sitzungen und vieler fleißiger Helfer, Handwerker und Näherinnen. Damals ging ein Ruck durch die Bevölkerung und es entstand ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl. Jeder Höchstädter war seinerzeit vom "700-Jahre-Bazillus" befallen. Und so war es nicht verwunderlich, dass der größte Teil der Bevölkerung im Festzug mitlief oder aktiv beim historischen Markt tätig war. Alle waren in historischer Gewandung unterwegs, die nächtelang in den Höchstädter Stuben in Eigenleistung entstanden waren. Überhaupt sind die Eckdaten der Feierlichkeiten beeindruckend gewesen. Fast 1000 Meter Sackleinen wurde in Bremen geordert, um alles Neuzeitliche abzudecken und um die fast 80 Handwerker- und Versorgungsstände zu dekorieren. Es wurden Restpositionen von Kleiderstoffen in mehr als 20 Farben aufgekauft und verteilt. Die gigantischen Stadttore, die man sich aus Bärnau ausgeliehen hatte und mit dem Tieflader nach Höchstädt gebracht hatte, wurden aufgestellt. Dazu lieh man sich in Bad Soden-Saalmünster 30 historische Wächterkostüme aus, um die Torwachen stilecht einzukleiden. Und die Wachen wurden selbstverständlich in "mittelalterlicher Begrüßungsansprache" geschult.

Jetzt, 20 Jahre nach diesem einzigartigen Jubiläum, kommen die Erinnerungen wieder ins Bewusstsein, schreiben die Organisatoren - insbesondere, als sie die 14 Videofilme und Hunderte Fotos aus dem Jubiläumsjahr gesichtet haben. Die beiden Marktherolde aus 1998, Horst Schlegel und Udo Dilsch, haben sich die Mühe gemacht und aus dem Material einen 45-minütigen DVD-Film zusammengeschnitten. Er zeigt in eindrucksvoller Weise, wie sehr die Einladung zu den Feierlichkeiten in der Region angenommen worden sind.

Weit über 10 000 Besucher säumten beim Festzug die Straßen und bestaunten mehr als 30 Festwagen und Fußgruppen. Deutlich über 20 000 Besucher kamen an zwei regnerischen Septembertagen zum Historischen Markt. Die Erinnerung daran ist bei den Höchstädtern noch immer präsent - vor allem, wenn die Sprache auf die Versorgungsstände kommt: Alleine 1100 Steckerlfische wurden vor der "Hölle", einer alten Gastwirtschaft, gegrillt. Um den Nachschub zu gewährleisten, stellten die Bürger ihre Haushaltsvorräte an Kartoffeln, Mehl und Obst den Händlern zur Verfügung.

Regelrecht emotionalisiert war das Dorf in den Wochen und Monaten vor und nach dem Markt. "Man war ungemein stolz in Höchstädt, zu welchem Ergebnis Zusammenhalt, Kreativität und die Liebe zur Heimat geführt hatten", lautet das Resumee von Theo Marberg aus dem Organisationsteam. "Lob von allen Seiten war die gerechte Entlohnung."

Ausblick: An all das möchte die Gemeinde erinnern, wenn sie für Samstag und Sonntag zu einer kleinen Jubiläumsfeier einlädt mit Musik von der Leipziger Musikgruppe "Vielgestalt Metamorphmusik" und mit einem Vortrag des populären Historikers Adrian Roßner, der in gewohnt kurzweiliger Art das Mittelalter bespricht.

Es wird eine Ausstellung von Gegenständen und Bildern aus dem Jahre 1998 geben und eine Aufführung des erwähnten Films mit neuen, bisher unveröffentlichten Ausschnitten. Die Tanzgarde der Turngemeinschaft (TG)wird in mittelalterlichen Kostümen einen eigens einstudierten Tanz zeigen und im weiteren Verlauf einen Überraschungstanz zum Mittanzen dem Publikum präsentieren. Auf dem Vorplatz zum Rohrerschen Schloss wird für die Kinder ein Programm zum Mitmachen geboten.

Beginn ist am Samstag um 15 Uhr. Der Sonntag startet um 9 Uhr mit einem Scheunengottesdienst mit Pfarrer Andreas Hamburg. Anschließend gibt es Weißwürste und Brezen sowie ein kleines Sonntagsprogramm mit Film, TG-Tanzgarde und Kaffee und Kuchen. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. Schließlich bedarf das Gemeinschaftsgefühl einer Auffrischung, bevor sich engagierte Bürger an die Vorbereitungen zu einem weiteren großen Jubiläumsfest machen - der 725-Jahrfeier im Jahr 2023.

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
17:00 Uhr

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04. 09. 2018
17:00 Uhr



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