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Arzberg

Modernisierung verhindert Leerstand

Die Wohnungsgenossenschaft Arzberg nimmt viel Geld in die Hand, um ihre Gebäude zu sanieren und aktuellen Erfordernissen anzupassen. Sie steht so gut da wie lange nicht.



Sie kümmern sich im Jahr des 100. Jubiläums darum, dass sich die Wohnungsgenossenschaft Arzberg weiterentwickelt: die Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats, der Verwaltung und des Regiebetriebs (von links) Armin Weid, Winfried Geppert, Uwe Kropf, Mario Reissau, Bettina Heil, Manfred Pfeiffer, Reinhard Schramm, Nick Thomas, Geschäftsführer Thorsten Tschöpel und Bürgermeister Stefan Göcking.	Foto: Christl Schemm
Sie kümmern sich im Jahr des 100. Jubiläums darum, dass sich die Wohnungsgenossenschaft Arzberg weiterentwickelt: die Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats, der Verwaltung und des Regiebetriebs (von links) Armin Weid, Winfried Geppert, Uwe Kropf, Mario Reissau, Bettina Heil, Manfred Pfeiffer, Reinhard Schramm, Nick Thomas, Geschäftsführer Thorsten Tschöpel und Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Christl Schemm  

Arzberg - Wohnungen, die leer stehen, die keiner haben will, die nicht auf dem Stand der Zeit sind: Bis vor wenigen Jahren waren dies die größten Probleme, mit denen Baugenossenschaften in der Region zu kämpfen hatten. Auch die Wohnungsgenossenschaft in Arzberg. Inzwischen aber hat sich das Blatt gewendet. "Es ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar", sagte Geschäftsführer und Vorstand Thorsten Tschöpel in der Generalversammlung am Donnerstagabend im Schützenhaus. "Wir stehen derzeit so gut da wie seit Jahrzehnten nicht mehr."

295 Wohnungen und 80 Garagen

Die Wohnungsgenossenschaft Arzberg verwaltete laut Geschäftsführer Thorsten Tschöpel zum Stichtag 31. Dezember 2018 genau 295 Wohnungen, ein Büro, vier Werkstätten, 80 Garagen und 50 Stellplätze mit einer Gesamtwohn- und Nutzfläche von rund 17 000 Quadratmetern. Von den ursprünglich 380 Wohnungen seien vorwiegend in den Jahren 1995 bis 2001 rund 50 Wohnungen verkauft oder in geringerem Umfang zusammengelegt worden. 2009 seien die Häuser Bauvereinstraße 2 und 4 mit 16 Wohnungen nach dem Verkauf an die Stadt abgerissen worden. 2018 habe die Genossenschaft in der Klingelbrunnenstraße drei teilweise leer stehende Häuser mit sieben Wohnungen verkauft. 36 Wohnungen stünden derzeit leer. Bei diesen bestehe ein größerer Modernisierungs- und Renovierungsbedarf. Negativ wirke sich die hohe Fluktuation aus. Das heißt: Viele Mieter ziehen bereits nach kurzer Zeit wieder aus.


Insofern ist die Arzberger Wohnungsgenossenschaft ein Spiegelbild der Entwicklung im Landkreis. Gute Arbeitsplätze, niedrige Arbeitslosenquote, Menschen aus dem europäischen Ausland, die hier Lohn und Brot finden, oder Rückkehrer, die jetzt wieder in ihrer Heimat leben wollen: Das alles wirkt sich positiv auf den Wohnungsmarkt aus. Weniger Wohnungen als bisher stehen leer, mancherorts ist es sogar mittlerweile richtig schwierig, eine Wohnung zu bekommen.

Dennoch sei die Situation in der strukturschwachen Grenzregion nach dem Zusammenbruch ganzer Industriezweige nach wie vor schwierig, sagte Tschöpel. Zwar seien die Mieten in Bayern generell kontinuierlich angestiegen, doch dies betreffe Großstädte und deren Umfeld wesentlich stärker als das Grenzland und ländliche Regionen. Der demografische Wandel in der Bevölkerung bedinge auch eine Vielzahl von bautechnischen Erfordernissen, die mit höheren Kosten für die Wohnungsunternehmen verbunden seien. "Ein besonderer Fokus ist dementsprechend auf die Integration älterer Menschen zu legen, verbunden mit der Bezahlbarkeit von Wohnraum auch für Einkommensschwächere", betonte Geschäftsführer Thorsten Tschöpel.

Rund 70 Prozent der Arzberger Wohnungen entsprechen nach seinen Worten einem neueren Standard. Das liegt daran, dass die Genossenschaft in den vergangenen Jahren kräftig in die Sanierung investiert hat. 2018 sind Tschöpel zufolge rund 850 000 Euro in Modernisierungen geflossen. Der eigene Regiebetrieb sei dabei für rund 63 000 Euro zum Einsatz gekommen. Die Kosten entfallen hauptsächlich auf die umfangreiche Modernisierung in den Häusern der Paul-Lincke-Straße 8 und der Lehmannstraße 8 bis 12. Beiden Komplexen ist bereits von außen anzusehen, dass die Genossenschaft hier viel Geld in die Hand genommen hat.

Auch in den Anwesen Bauvereinstraße 8, 22 und 24, Paul-Lincke-Straße 3 und im Dietersgrüner Weg 2 seien unter anderem Bäder und Elektrik erneuert worden. Außerdem habe die Genossenschaft im vergangenen Jahr rund 74 000 Euro für den Erhalt des Wohnungsbestands ausgegeben. Für die Zukunft seien weitere Investitionen geplant, um langfristig die Wohnungen weiter vermieten zu können.

Finanziell steht die Wohnungsgenossenschaft Arzberg auf sicheren Beinen. Die Bilanzsumme betrug 2018 rund 5,8 Millionen Euro. Die Ertragslage hat sich laut Tschöpel gegenüber dem Vorjahr um rund 185 000 Euro auf rund 441 000 erhöht. Risiken seien derzeit nicht zu erkennen. Die Verbindlichkeiten seien durch langfristige Zinsfestschreibungen und günstige Konditionen abgesichert.

Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, sei geplant, weitere Wohnungen in unsanierten Altbauten zu verkaufen, sagte der Geschäftsführer. Nach zehn Jahren habe es zum 1. Mai 2018 eine Mieterhöhung um fünf Prozent gegeben. "Wir erhöhen nicht alle Jahre die Mieten", betonte Tschöpel.

Den Prüfbericht des Verbands Bayerischer Genossenschaftsunternehmen trug Bürgermeister Stefan Göcking in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender vor. Demnach hat die Genossenschaft die Geschäfte ordnungsgemäß geführt, wovon sich auch der Aufsichtsrat immer wieder überzeugt habe. Die anwesenden Mitglieder segneten den Jahresabschluss 2018, den Beschluss, für 2018 keine Dividende auszubezahlen, sondern den Jahresüberschuss von rund 41 000 Euro der freien Rücklage zuzuführen, ebenso ab wie den Prüfbericht für 2017 sowie die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Göcking sprach dem Vorstand mit Thorsten Tschöpel und Uwe Kropf, Sekretärin Bettina Heil sowie den Mitarbeitern des Regiebetriebs, Armin Weid und Nick Thomas, Dank und Anerkennung aus: "Sie machen eine hervorragende Arbeit."

Auf Nachfrage von Mieterin Ingrid Popp sicherten Tschöpel, Göcking und Heil zu, auch in das Haus Bauvereinstraße 10 eine Gasheizung einzubauen.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
16:56 Uhr

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Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
16:56 Uhr



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