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Arzberg

Plädoyer für "wilde Ecken" im Garten

Udo Benker-Wienands referiert bei der Volkshochschule in Arzberg. Sein dringender Appell lautet: „Rettet die Insekten!“



Auch ihn gilt es zu schützen: der Braune Feuerfalter hier auf einer Ackerwitwenblume. Foto: pr.
Auch ihn gilt es zu schützen: der Braune Feuerfalter hier auf einer Ackerwitwenblume. Foto: pr.  

Arzberg - "Rettet die Insekten!" war der Informationsabend der Volkshochschule Arzberg überschrieben. Als kompetenten Referenten hatte Gastgeber Günther Fuchs den Vorsitzenden der Ökologischen Bildungsstätte Hohenberg Udo Benker-Wienands eingeladen.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen hätten zweifelsfrei nachgewiesen, dass in den letzten 25 Jahren die Menge der Insekten um 75 Prozent zurückgegangen sei, führte Benker-Wienands aus. "Das bedeutet, dass von damals vier Schmetterlingen heute nur noch einer gezählt werden kann."

Die Insekten nähmen im Kreislauf der Natur eine zentrale Stellung ein, fuhr der Referent fort. "Sie sind die ersten tierischen Glieder in den langen Nahrungsketten, an deren Ende oft wir Menschen stehen." Insekten bestäubten alle bunt blühenden Pflanzen, ohne sie gebe es keine Früchte wie Äpfel und Erdbeeren, Tomaten oder Kirschen. Bienen und Käfer leisteten dabei den Hauptanteil der Bestäubungsarbeit.

Der erschreckende Rückgang der Insekten ist dabei, wie Benker-Wienands sagte, auf deren komplizierten Entwicklungskreislauf zurückzuführen. So legten zum Beispiel Schmetterlinge ihre Eier oft nur an einer einzigen Pflanzenart ab, weil deren Raupen, die aus den Eiern schlüpfen, nur diese spezielle Pflanze fressen. Die Raupen verpuppten sich anschließend, und aus dem oft skurril aussehenden Kokon schlüpft der fertige Schmetterling, der den Kreislauf mit der Ei-Ablage wieder beginnen könne. Wird der Kreislauf an einer Stelle unterbrochen, bedeute es das Ende der Insektenart.

An welchen sensiblen Stellen dieser Kreislauf zu oft unterbrochen wird, zeigte Benker-Wienands an vielen Beispielen. Da sei zum Beispiel das häufige Mulchen der Straßen- und Wegeränder, die "aufgeräumte Landschaft", in der kaum mehr Hecken und Feldraine zu finden seien. "Immer noch wird aktiv mit Gift der Bestand an Insekten gezielt dezimiert." Aber nicht nur die Verwaltungen in Kommunen und Baubehörden und die Landwirte müssten ihr Verhalten ändern, auch die Hausbesitzer und Gärtner könnten durch naturnahe Gärten viel für die Insekten tun. "Ein wildes Eck im Garten, in dem die Natur und nicht der Mensch schalten und walten kann, ist für das Überleben der Insekten ein großer Vorteil."

Albert Einstein hatte prognostiziert, wenn die Bienen ausstürben, stürben vier Jahre später auch die Menschen, zitierte Benker-Wienands. Zweifellos nähmen die Insekten weltweit in der Natur eine Schlüsselstellung ein. "Ohne sie würden viele natürliche Kreisläufe, die sich in Millionen von Jahren entwickelt haben, zusammenbrechen. Wir müssen durch eine Änderung unseres Umgangs mit der Schöpfung diese wunderbare Welt für unsere Kinder erhalten." Jeder einzelne könne etwas dazu beitragen und dürfe nicht auf die anderen warten.

In der anschließenden Diskussion, zu der viele Besucher Beispiele aus der eigenen Erfahrung beitrugen, wurde das Volksbegehren "Rettet die Bienen!" ausführlich diskutiert. Wer die Möglichkeit, mehr Naturschutz in der bayerischen Verfassung zu verankern, unterstützen möchte, kann noch bis zum 13. Februar seine Stimme für die Bienen und Schmetterlinge in den Rathäusern abgeben. Das Volksbegehren wird von vielen Vereinigungen und Verbänden unterstützt.

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Veröffentlicht am:
07. 02. 2019
17:26 Uhr

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07. 02. 2019
17:26 Uhr



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