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Arzberg

Prinzipien der SPD bleiben hochaktuell

Zum 100. Gründungsjubiläum betont der Ortsverein Hohenberg die bleibenden Grundwerte der Partei. Eine Ehrung erhalten die Archivare Siegfried Röder und Horst Sommerer.



Anerkennung für zwei fleißige Archivare (von links): Bürgermeister Jürgen Hoffmann, SPD-Ortsvorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab, die beiden Geehrten Siegfried Röder und Horst Sommerer, SPD-Landratskandidat Holger Grießhammer und der SPD-Kreis- und Bezirksvorsitzende Jörg Nürnberger. Fotos: Jürgen Henkel
Anerkennung für zwei fleißige Archivare (von links): Bürgermeister Jürgen Hoffmann, SPD-Ortsvorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab, die beiden Geehrten Siegfried Röder und Horst Sommerer, SPD-Landratskandidat Holger Grießhammer und der SPD-Kreis- und Bezirksvorsitzende Jörg Nürnberger. Fotos: Jürgen Henkel   » zu den Bildern

Hohenberg - Mit einem Festakt hat der SPD-Ortsverein Hohenberg am Samstag sein 100. Gründungsjubiläum im "Haidhözl" gefeiert. Vertreter der Partei zeigten sich dankbar über die historischen Leistungen der Partei auch vor Ort und betonten zugleich die bleibende Bedeutung der sozialdemokratischen Prinzipien von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für Staat und Gesellschaft.

Blick in die Historie des Ortsvereins

Spannend und manchmal dramatisch verlief die Geschichte des SPD-Ortsvereins Hohenberg, auf die beim Festakt der frühere Vorsitzende Berndt Amann mit einem Festvortrag zurückblickte. "In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung sprachen der Genosse Petzel aus Selb über die politische Lage und die Gemeinderatswahl und der Genosse Feig über den Kapitalismus und seine Begrenzung. Beide ernteten viel Zustimmung und Applaus. Anschließend wurde die Gründung einer Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Mehrheitspartei beschlossen, der sämtliche Anwesenden beitraten." Mit diesen von Amann zitierten Sätzen berichtete das Selber Tagblatt am 26. April 1919 von der Gründung der SPD in Hohenberg. Die damaligen Gründungsmitglieder waren nach Amanns Worten vor allem Arbeiter der Porzellanfabrik. Der Ortsverein hat in den 100 Jahren seines Bestehens Höhen und Tiefen erlebt: von der führenden Rolle in der Kommunalpolitik bis zum Verbot des Ortsvereins durch die Nationalsozialisten 1933 und der Vernichtung des Parteiarchivs und aller Unterlagen in den letzten Kriegswirren von 1945. "Mit Gustav Landgraf an der Spitze setzte der SPD-Ortsverein 1945 nach seiner Neugründung die Arbeit fort. Verstärkung erhielt er durch die heimatvertriebenen sudetendeutschen Genossinnen und Genossen", berichtete Amann. Landgraf führte die Partei bis 1959. Anschließend amtierten Adolf Jahn (1959 bis 1966), Bernhard Rußwurm (1966 bis 1976), Günther Wohlrab (1976 bis 1980), Siegfried Glaß (1980 bis 1984), Gerhard Nowack (1984 bis 1996), Amann selbst (1996 bis 2006) sowie seit 2006 Hans-Jürgen Wohlrab. Seit Kriegsende stellte die SPD mit kurzer Unterbrechung den Bürgermeister: von Gustav Landgraf über Bernhard Rußwurm, Albrecht Schläger und Dieter Thoma bis zu Jürgen Hoffmann, der seit 2011 amtiert. Amann lobte Hoffmann als "Glücksgriff für Hohenberg" und nannte als "herausragende Projekte in seiner Amtszeit" unter anderem die Errichtung des Yamakawa-Seniorenhauses, den Umbau des Schulhauses zum Ärztehaus, das neue Feuerwehrgerätehaus sowie den barrierefreien Umbau der Turnhalle und der Sanitäreinrichtungen auf dem Wiesenfestplatz. Amann fasste seinen Bericht mit den Worten zusammen: "So kann ich mit Stolz feststellen, dass sozialdemokratische Bürgermeister mit Ausnahme von 18 Monaten die Geschicke unserer Heimatstadt zum Wohle aller gelenkt haben."


Ortsvorsitzender Hans-Jürgen Wohlrab hielt in seiner Rede fest: "100 Jahre SPD in Hohenberg, das ist ein Jubiläum, über das wir uns im Ortsverein alle sehr freuen. Die SPD verfolgt in Deutschland seit mittlerweile 155 Jahren im Gegensatz zu anderen politischen Gruppierungen Ziele, Leitsätze und eine Politik, für die sie sich nicht vor der Geschichte verstecken muss. Und das erfüllt uns ungeachtet der Turbulenzen der letzten Zeit mit Stolz."

Der SPD-Landratskandidat Holger Grießhammer rief den historischen Kontext der Parteigründung ins Gedächtnis: "Die Genossinnen und Genossen, die den Ortsverein im Jahr 1919 gegründet haben, taten dies in einer ganz schwierigen Zeit. Der Erste Weltkrieg war gerade ein Jahr vorbei, es herrschten große wirtschaftliche Not und politische Instabilität." Er erinnerte an die Ermordung von Kurt Eisner, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und betonte: "Diese Instabilität der Weimarer Republik hat im Laufe der Jahre zugenommen wie auch die Feindseligkeiten gegenüber Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. 1933 wurden viele wegen ihrer Überzeugung ins KZ gesperrt, mussten Misshandlungen ertragen oder bezahlten mit ihrem Leben."

Den Ortsverein Hohenberg würdigte Grießhammer mit den Worten: "Auf die Hohenberger SPD ist auch heute Verlass. Ihr geltet auch in einer für uns schwierigen Zeit als ein Motor der Sozialdemokratie im Landkreis."

Auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann freute sich über das Jubiläum: "Die SPD leistet seit 100 Jahren sehr gute Arbeit für unsere Stadt. Die Veranstaltungen des Ortsvereins sind echte Highlights in Hohenberg." Er erwähnte die Aktion "Ramma dama", das Schmücken des Osterbrunnens, die Luftballonaktion zum Wiesenfest und die Sanierung des Schulsteigs, die Aktion "Treffpunkt Burgplatz" und das SPD-Sommerfest.

Sehr grundsätzlich äußerte sich SPD-Bezirksvorsitzender Jörg Nürnberger zu aktuellen Perspektiven der SPD: "Die SPD im Bund und in Bayern ist in einer schwierigen Lage. Wir haben schlechte bis katastrophale Wahlergebnisse hinter uns. Bei manchen Genossen ist die Luft raus. In den Ortsvereinen hingegen funktioniert sehr vieles." In Berlin und München funktioniert es aber nicht so, "wie wir uns das vorstellen".

Angesichts dessen ermutigte Nürnberger seine Parteifreunde zu verstärktem politischen Einsatz: "Wer sich für die SPD engagiert, tut dies aus der Überzeugung heraus, auf der richtigen Seite der Gesellschaft zu stehen, nicht um Posten zu ergattern. Wir setzen uns ein für die Menschen, die arbeiten, die Kinder erziehen und Senioren pflegen oder die unverschuldet in Not geraten sind. Das ist unsere Klientel. Wir haben uns von einer Arbeiterpartei zu einer Volkspartei entwickelt. Und wir müssen uns weiter für die breite Masse der Bevölkerung einsetzen. An der Notwendigkeit unserer Ziele von Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit hat sich nichts geändert. Diese Werte sind wichtiger denn je."

Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse die SPD moderner werden und schneller kommunizieren, aber auch hochqualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen, so Nürnberger. Zum SPD-Jubiläum in Hohenberg unterstrich er: "Wir dürfen stolz sein auf die historischen Leistungen der SPD für Deutschland. Die SPD wird dringend gebraucht. Wir bieten den dritten Weg zwischen sozialer Gleichgültigkeit und dem Populismus mit Schüren von Ängsten. Das ist die Politik der Solidarität, für die die SPD seit ihrer Gründung steht."

Im Rahmen des Festaktes erhielten die beiden Hohenberger Archivare Siegfried Röder und Horst Sommerer die Ehrenamtsurkunde der SPD Hohenberg. "Ehrenamtliche Tätigkeit ist eine wichtige Grundlage unseres Zusammenlebens. Ohne das Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger könnten unser Gemeinwesen und unsere Demokratie nicht funktionieren. Deshalb ist es wichtig, dass ehrenamtliches Engagement anerkannt und dokumentiert wird." Mit diesen Worten würdigte Vorsitzender Wohlrab das engagierte ehrenamtliche Wirken von Röder und Sommerer. Gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Landratskandidat Holger Grießhammer übergab er die Ehrenamtsurkunden als Würdigung und Auszeichnung für deren großen Einsatz. "Sie sind beide praktisch das Gedächtnis der Stadt. Nur wenn eine Ortsgemeinschaft die Möglichkeit hat nachzuschlagen, was einmal passiert ist, weiß sie, was gut und was schlecht war und was man daraus für die Zukunft lernen kann."

Siegfried Röder war unter anderem zwölf Jahre Leiter des Volksbildungswerks und der Volkshochschule und führte nach dem Tod Erwin Schallers auch die Ortschronik weiter. Als Mitbegründer des Arbeitskreises Ortsgeschichte war er beteiligt an der Herausgabe der Schriftenreihe "Die Freistatt". "Zu geschichtlichen Themen rund um Hohenberg ist er eine gern gefragte Informationsquelle und ein eloquenter Vortragsredner", lobte Wohlrab. Seit 2011 teilt Röder sich die Arbeit mit Horst Sommerer. Dieser habe sich vor allem der Digitalisierung und Katalogisierung der gesammelten Unterlagen, Urkunden, Fotos und Berichte angenommen. Seine Homepage "flokl.de" informiere vielfältig über Hohenberg und zeige seine Liebe zu seiner Heimatstadt, sagte Wohlrab.

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Jürgen Henkel
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Veröffentlicht am:
24. 11. 2019
16:36 Uhr

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Autor

Jürgen Henkel

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Veröffentlicht am:
24. 11. 2019
16:36 Uhr



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