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Arzberg

Wie von Zauberhand in die Erde

Weil es Rohrbrüche gab, erneuert die Stadt Arzberg einen Teil der Wasserleitung in Seußen. Bis Anfang Dezember sollen die Arbeiten am ersten Abschnitt erledigt sein.



Die neuen Leitungen werden von einer großen Rolle im "Berstlining"-Verfahren in die alten Rohre eingezogen. Das beobachten (von links): Planer Richard Steppan, der Bauleiter der Firma Luding, Gert Voit, Bürgermeister Stefan Göcking und Andreas Kochanek von den Stadtwerken. Foto: Christl Schemm
Die neuen Leitungen werden von einer großen Rolle im "Berstlining"-Verfahren in die alten Rohre eingezogen. Das beobachten (von links): Planer Richard Steppan, der Bauleiter der Firma Luding, Gert Voit, Bürgermeister Stefan Göcking und Andreas Kochanek von den Stadtwerken. Foto: Christl Schemm  

Arzberg - Wasserhahn aufdrehen - und schon plätschert das wertvolle Nass. Viele Menschen nehmen das als eine Selbstverständlichkeit. Man muss nicht einmal daran erinnern, dass dies für mindestens ein Drittel aller Menschen auf der Welt nicht gilt, sondern nur mal kurz am eigenen Leib erfahren, wie unangenehm es ist, wenn eben kein frisches Wasser aus der Leitung kommt. In einigen Haushalten der Arzberger Stadtteile Seußen und Elisenfels war das in den vergangenen Monaten ein paarmal der Fall. Der Grund: Rohrbrüche in der Wasserleitung.

Die Leitung vom Pumpwerk in der Marktredwitzer Straße über Elisenfels bis zur Hauptstraße in Seußen ist alt. Sie wurde laut Planer Richard Steppan Mitte der 1980er-Jahre mit PVC-Rohren gebaut. Ab dem Gebäude Hauptstraße 40 allerdings seien Eisengussrohre verwendet worden. Bereits 2018 habe es dort Rohrbrüche gegeben, 2019 zwei Rohrbrüche in der Kreisstraße WUN 18. Am Tiefpunkt der Leitung in Elisenfels sei am 26. September ein großer Rohrbruch aufgetreten. "Die Wassersperrung dauerte fast 24 Stunden. Nur durch die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Wasserversorgungen und die Nutzung der Rohrleger eines Unternehmens war der komplizierte Rohrbruch zu beseitigen", erinnert sich der Planer.

Zurzeit ist die Firma Luding aus Regnitzlosau im Auftrag der Stadt Arzberg und des Planungsbüros Steppan aus Waldsassen dabei, den Leitungsabschnitt von der Hauptstraße 40 bis zur Poststraße 2 zu erneuern. Und zwar ohne die Straße komplett aufzugraben. Nur vor den einzelnen Anwesen sind kleine Bereiche abgesperrt, um die Hausanschlüsse zu verlegen. Ansonsten werden auf dem 785 Meter langen Abschnitt die Rohre im sogenannten "Berstlining"-Verfahren in die Erde gebracht. Das heißt: Die neuen Leitungen werden wie von Zauberhand in die alten Rohre eingezogen.

"Wir erneuern die Leitung in drei Abschnitten", erläutert Planer Richard Steppan. "Die Hausanschlüsse werden ebenfalls mit neuen Armaturen angeschlossen." Während der abschnittsweisen Erneuerung der Leitung würden die Verbraucher der Hochbehälter über eine Ersatzleitung versorgt. Diese ist oberirdisch verlegt. Wenn ein Abschnitt fertig ist, werde die Wasserleitung wieder in Betrieb genommen. Dann komme der nächste Bereich an die Reihe und werde mit der Ersatzleitung versorgt.

Steppan geht davon aus, dass der erste Abschnitt bis Anfang Dezember fertig ist. Er beinhaltet nach den Worten des Planers 311 Meter Leitung aus Polyethylen, sieben neue Hausanschlüsse sowie weitere neue Bestandteile der Wasserleitung, zum Beispiel Schieber und Unterflurhydranten. Ob der nächste Abschnitt noch dieses Jahr saniert werden kann, kann Steppan nicht voraussagen. Dies sei abhängig vom Wetter und den Temperaturen. Wenn es zu kalt ist, könne das neue Leitungsmaterial nur mit speziellen Maßnahmen geschweißt werden. Außerdem sei ab Mitte Dezember Asphalt nicht mehr lieferbar.

Um die Wasserleitung weiter zu ertüchtigen, werden laut Steppan im Versorgungsnetz Seußen-Preisdorf noch in diesem Jahr defekte Armaturen erneuert und drei Oberflurhydranten ausgewechselt. Außerdem sei das Netz Seußen-Preisdorf im Herbst 2018 vermessen und begangen worden. Ein Spülablaufplan werde erstellt. "Zurzeit prüfen und planen wir den Umbau der Zu- und Ablaufleitungen sowie das Durchflussmesssystem", erklärt der Fachmann. Generell sei der Plan, die Wasserversorgung Arzberg in den nächsten Jahren Zug um Zug zu erneuern.

Das ist für Bürgermeister Stefan Göcking ein großes Anliegen. Eine intakte und möglichst störungsfreie Wasserversorgung sei zwingend notwendig. "Um dies in allen möglichen Bereichen zu gewährleisten, zu forcieren und weiter zu betreiben, nimmt die Stadt Arzberg richtig viel Geld in die Hand", sagt er. Für die Unannehmlichkeiten, die bei den Bauarbeiten entstünden, entschuldige sich die Stadt, betont der Bürgermeister. Er lobt aber gleichzeitig die große Kooperationsbereitschaft der Anlieger in Seußen. So mache das Arbeiten auch den am Bau beteiligten Menschen viel mehr Spaß.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
17:08 Uhr

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Autor

Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
17:08 Uhr



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