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Bayern

Bayern steht trotz steigenden Kosten zu Theater-Sanierung

Der Stadt Augsburg ist ihr Theater lieb und teuer - sehr teuer. Denn die Kosten für die Sanierung der zum Staatstheater beförderten Bühne laufen davon. Kommt nun ein zweites Bürgerbegehren?



Staatstheater Augsburg
Das Staatstheater in Augsburg.   Foto: Andreas Gebert/dpa/Archivbild

Seit Jahren kämpft die Stadt Augsburg bei der Sanierung ihres denkmalgeschützten Theaters mit immensen Kostensteigerungen. Mehrfach wurde versucht, durch Umplanungen die Kosten zu drücken. Nun wurde bekannt, dass dennoch ein riesiges Loch bei der Finanzierung aufbricht - im schlimmsten Fall geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag. Der Bund der Steuerzahler kündigte an, dass die Kostenexplosion nun ein Fall für das nächste Steuerverschwendungs-Schwarzbuch sei. Kritiker gehen davon aus, dass möglicherweise in Kürze ein Bürgerbegehren gegen die teure Sanierung gestartet wird.

Aktuell wird bei der Stadtverwaltung befürchtet, dass die für 186 Millionen Euro beschlossene Modernisierung des Schauspielhauses nach Fertigstellung Mitte des Jahrzehnts vielleicht sogar mit mehr als 320 Millionen zu Buche schlagen könnte. Der Freistaat, der das ehemalige Kommunaltheater mittlerweile zum Staatstheater befördert hat und auch maßgeblich an der Finanzierung beteiligt ist, will dennoch an den bisherigen Planungen festhalten. «Wir gehen fest davon aus, dass umgesetzt wird, was gemeinsam vereinbart wurde», sagt Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Der Freistaat stehe an der Seite der 300 000 Einwohner großen Stadt.

Das Land hatte vor Jahren angekündigt, den größten Teil der damals kalkulierten Bausumme zu zahlen - etwa 107 der 186 Millionen Euro wären aus München gekommen. Der Zuschuss dürfte sich nun deutlich erhöhen. Es ist aber noch nicht klar, um welche Summe. Die Höhe der Förderung könne erst festgestellt werden, wenn ein prüffähiger Förderantrag vorliege, erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch. «Diesen Verfahrensstand hat das Projekt noch nicht erreicht.»

Das Vorhaben besteht aus der bereits laufenden Modernisierung des historischen Großen Hauses und geplanten Neubauten. In diesen neuen Gebäuden sollen eine zweite Bühne, Werkstätten, Lager und die Theaterverwaltung untergebracht werden. Kritiker des Projekts fordern, bei den Neubauten einzusparen und dafür eventuell die beiden derzeit genutzten Ausweichspielstätten dauerhaft zu nutzen.

Zu ihnen zählt der Buchhändler Kurt Idrizovic, der zu den Köpfen eines vor vier Jahren gescheiterten Bürgerbegehrens gegen das Projekt zählt. Die Initiatoren hatten damals vehement vor den hohen Kosten gewarnt. «Das hätten wir im Traum nicht gedacht, dass sich unsere Prognose übererfüllt», sagt Idrizovic zu den neuesten Berechnungen.

Sein Begehren hatte damals nicht ausreichend Unterstützer-Unterschriften. Er will zwar kein neues Bürgerbegehren selbst starten, aber wenn andere dies nun tun, würden sie nach Ansicht des Buchhändlers viel leichter die nötigen Unterschriften zusammen bekommen. «Es ist unheimlich viel Druck im Kessel», sagt er.

Bayerns Steuerzahlerpräsident Rolf von Hohenhau meint, die millionenschwere Kostensteigerung könne nur auf eine «miserable Planung» zurückzuführen sein. Der Landeschef des Bundes der Steuerzahler saß selbst für die CSU im Augsburger Stadtrat, als dort das Projekt mit Baukosten von 186 Millionen Euro beschlossen wurde. Damals sei eine Risikoreserve von 20 Millionen Euro eingeplant worden, berichtet Hohenhau. «Bevor der erste Stein gelegt wurde, war die Reserve schon weg.» Ein privater Bauherr wäre pleite, wenn er so planen würde. «Das kann nicht normal sein», kritisiert er.

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass der Stadtrat noch vor der Sommerpause über das weitere Vorgehen bei der laufenden Generalsanierung des Theaters beraten soll.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
13:32 Uhr

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