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Bayern

Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert.



München/Lichtenfels/Selb – Bayern verlängert die seit gut einer Woche geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise bis mindestens 19. April. Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst“, erklärte er. Es gebe keinen Anlass zur Entwarnung. „Wir müssen die Maßnahmen verlängern, aber nicht verschärfen“, betonte Söder. Über Lockerungen könne frühestens Mitte April befunden werden. Nach Angaben des Regierungschefs stieg die Zahl der Infizierten bis Montag, 10 Uhr um 1174 auf bayernweit 14 437, die der Sterbefälle um 23 auf 133 (davon elf in Oberfranken). „Jeder einzelne Tote tut unglaublich weh“, sagte Söder. Mehr als 90 Prozent der Verstorbenen seien älter als 60 Jahre gewesen oder hätten eine Vorerkrankung gehabt. Es gebe aber auch Fälle von jüngeren Personen mit schweren Symptomen. Insgesamt sei die Sterblichkeitsrate in Bayern mit 0,84 Toten je 100 000 Einwohner zum Glück niedrig. In Italien liege die Vergleichszahl bei 15,1. Aktuell sind laut Söder 1230 Personen von ihrer Corona-Infektion genesen.

Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mitteilte, wurden am Montag 2059 Covid-19-Patienten stationär behandelt, 552 davon intensivmedizinisch. Über Bayern verteilt seien noch genügend freie Kapazitäten für Neuzugänge vorhanden. Zudem würden regionale Konzepte für 26 Hilfskrankenhäuser erarbeitet. Neben der Reaktivierung stillgelegter Krankenhäuser kämen dafür auch Reha-Einrichtungen infrage. In Oberfranken nannte Huml die Wiedereröffnung des durch einen Neubau ersetzten alten Krankenhauses in Lichtenfels als Möglichkeit. Eine Ausweitung der Kapazitäten ist nach Informationen unserer Zeitung in Selb möglich: In dem Krankenhaus werden derzeit nur Corona-Fälle behandelt, die Bettenkapazität könnte von 60 auf 120 aufgestockt werden.
Für die Corona-Hotspots versprach Söder zusätzliche Hilfe. Konkret nannte er Tirschenreuth, Rosenheim, Miesbach und Erding. Dorthin sollen Ärzte und Material geschickt werden, die Gesundheitsämter sollen zur Nachverfolgung von Infektionsketten durch die Polizei verstärkt werden. Für die Alten- und Pflegeheime dieser Regionen kündigte Söder eine Schutzmaskenpflicht an. Für Infizierte sollen zudem Reha-Einrichtungen zu Quarantäne-Quartieren umfunktioniert werden.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer „hoch belasteten Lage“ im Kreis Tirschenreuth. Wie das Landratsamt mitteilte, gibt es hier 454 Infizierte, davon 131 in Mitterteich. Am Montag wurden sieben weitere Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Toten stieg damit auf 23. „Es wird dort am Limit gearbeitet“, sagte Herrmann. Sollten im Klinikum Weiden trotz verbesserter Personal- und Materialausstattung keine Aufnahmemöglichkeiten mehr bestehen, sei die Verlegung von Patienten in umliegende Krankenhäuser gesichert. Kapazitäten seien in Amberg und Regensburg vorhanden. Zur weiteren Vorsorge werde die Errichtung eines Hilfskrankenhauses in den Blick genommen. 
 Söder betonte, dass Bayern offenbar die richtigen Maßnahmen getroffen habe. „Es wirkt, es ist notwendig, es muss fortgesetzt werden.“ Zwar gebe es bei den Neuinfektionen noch immer eine „exponentielle Entwicklung“, es sei aber ein „ganz leichter Trend“ erkennbar, wonach die Kurve sich abflache. Habe sich die Zahl der Infektionen vor Beginn der Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen noch alle 2,8 Tage verdoppelt, liege dieser Wert nun bei knapp fünf Tagen. Insgesamt seien so rund 5000 Ansteckungen verhindert worden. Söder warnte aber vor Sorglosigkeit, weil dies „dramatische Folgen“ haben könnte. 

Lesen Sie dazu auch: 

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Veröffentlicht am:
30. 03. 2020
12:36 Uhr

Aktualisiert am:
30. 03. 2020
20:55 Uhr

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