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Bayern

Ministerium fördert Luftfilter und CO2-Ampeln für Schulen

Es gibt mal wieder einen neuen Fördertopf zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Diesmal sollen sich Bayerns Schulen für 37 Millionen Euro CO2-Ampeln und Luftfilteranlagen kaufen können. Dabei ist der Nutzen umstritten.



Michael Piazolo nimmt an einer Pressekonferenz teil
Michael Piazolo nimmt an einer Pressekonferenz teil.   Foto: Peter Kneffel/dpa

Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften sind die Grundsätze, die Corona-Infektionen auch an Bayerns Schulen möglichst verhindern sollen. Weil Lüften in vielen Klassenzimmern aus baulichen Gründen nur schlecht funktioniert und nun zudem die kalte Jahreszeit bevorsteht, hat das Kultusministerium 37 Millionen Euro für Kohlendioxid-Ampeln und Luftfilter bereitgestellt. Sie stammen aus dem bereits angekündigten 50-Millionen-Topf der Staatsregierung, aus dem auch entsprechende Geräte etwa für Krippen und Kitas finanziert werden.

«Lüften ist nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein wichtiges Element, um Infektionen vorzubeugen», begründete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) das Förderprogramm, das den Schulträgern die schnelle und unbürokratische Anschaffung der Geräte ermöglichen soll. Gefördert wird die Beschaffung von CO2-Sensoren für jeden Klassen- und Fachraum sowie von mobilen Luftreinigungsgeräten mit Filterfunktion für jene Räume, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder durch eine raumlufttechnische Anlage gelüftet werden können, wie es am Freitag in München hieß.

In der Vergangenheit hatten Lehrerverbände wiederholt darauf hingewiesen, dass viele Räume in den Schulen nicht oder nur sehr schlecht zu belüften seien. So sind Fenster in höheren Stockwerken häufig grundsätzlich verschlossen oder nur minimal zu kippen, damit die Kinder und Jugendlichen nicht herunterstürzen können.

Im Freistaat gibt es geschätzt etwa 86 000 Klassen- und Fachräume sowie Lehrerzimmer in rund 6000 Schulen. Wie hoch der Bedarf an den geförderten Geräten ist, kann das Ministerium nicht abschätzen, geht aber davon aus, dass in den allermeisten Räumen Lüften grundsätzlich möglich ist. Letztlich obliege es nun den Schulaufwandsträgern - also in der Regel den Landkreisen und Städten -, den Bedarf zu ermitteln und die Geräte zu besorgen. Bei den Luftfiltern werden dabei bis zu 3500 Euro pro Gerät, bei den Kohlendioxid-Sensoren bis zu 150 Euro pro Gerät übernommen.

Die sogenannten CO2-Ampeln zeigen an, wie viel Kohlendioxid in der Luft eines Raumes ist. Das kann zum rechtzeitigen Lüften mahnen und somit bei der Corona-Bekämpfung helfen. Denn wenn viel ausgeatmetes CO2 in der Luft ist, dann sind auch viele Aerosole in der Luft, über die neben einer direkten Tröpfcheninfektion eine Ansteckung erfolgen kann. Luftfilter hingegen saugen die Luft an und zerstören die Viren mithilfe verschiedener Verfahren. Ihr Nutzen ist aber unter Wissenschaftlern umstritten.

Dennoch betonte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Matthias Fischbach: «Es ist höchste Zeit, dass wir die technischen Möglichkeiten zur Raumluftreinigung flächendeckend einsetzen.» Er forderte, schon jetzt die Ausweitung des Programms vorbereiten. «Eigentlich ist mindestens die fünffache Summe nötig!» Bloßes Fenster-Aufreißen sorge für Erkältungen, beeinträchtige das Wohlbefinden und verschwende Energie.

Simone Strohmayr von der SPD-Fraktion verwies auf ein anderes Problem: Eine aktuelle Anfrage der SPD habe ergeben, dass im zurückliegenden Schuljahr an Bayerns Gymnasien und Realschulen in mehr als der Hälfte aller Klassen mehr als 25 Schülerinnen und Schüler saßen. In 840 Klassen seien es sogar mehr als 30 gewesen. «Unter Pandemie-Bedingungen ein unhaltbarer Zustand», betonte Strohmayr. «Das Problem der zu großen Klassen muss jetzt dringend angegangen werden.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2020
16:44 Uhr

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02. 10. 2020
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