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Ryanair schließt mit Nürnberg auch Basis in Schweden

Ryanair zieht sich nach Hamburg nun auch aus Nürnberg weitgehend zurück. Den Flughäfen drohen Hunderttausende Passagiere verloren zu gehen. Ist wirklich der Lieferengpass von Boeing das Hauptproblem?



Ein Flugzeug von Ryanair fährt über ein Vorfeld
Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Ryanair fährt am Flughafen über das Vorfeld.   Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

Nach der Ankündigung zur Schließung seiner Basis am Flughafen Nürnberg wird der irische Billigflieger Ryanair auch seine Flugzeuge vom schwedischen Flughafen Stockholm Skavsta abziehen. Im Oktober hatte die Fluggesellschaft bereits die Schließung von Hamburg angekündigt, im vergangenen Jahr von Bremen. Ryanair veröffentlichte am Mittwoch eine Information an Investoren, in der die Schritte ausschließlich mit Lieferengpässen bei der neuen Boeing 737 Max begründet werden. Die Flugzeuge sind derzeit nach Abstürzen in Äthiopien und Indonesien mit insgesamt 346 Toten mit einem weltweiten Flugverbot belegt.

Ryanair hatte nach eigenen Angaben für Sommer nächsten Jahres 20 Maschinen bestellt und erhalte nur 10. Demnach habe man die erwartete Passagierzahl von 157 Millionen auf 156 Millionen Fluggäste zurücknehmen müssen. «Dieser Engpass bei der Lieferung von Max-Flugzeugen wird die Schließung zwei weiterer Basen im Sommer 2020 nötig machen - Nürnberg und Stockholm Skavsta», heißt es in der Mitteilung. An weiteren Standorten werde es zu kleineren Kapazitätseinschränkungen kommen.

Allein in Nürnberg sollen 120 Crewmitglieder betroffen sein. Über ihre Zukunft machte Ryanair keine Angaben. Nach Medienberichten sollen einzelne Crewmitglieder Angebote für Ausweich-Arbeitsplätze in Marokko bekommen haben. Eine Ryanair-Sprecherin war am Mittwoch nicht zu erreichen.

«Wir bedauern diese weiteren Basis-Schließungen und kleineren Kapazitätseinschnitte an anderen Basen, die ausschließlich auf weitere Lieferverspätungen unserer Boeing-Max-Flugzeuge zurückzuführen sind», sagte der Vorstandschef von Ryanair DAC, Eddie Wilson. Ryanair wolle mit Boeing, seinem Personal, den Gewerkschaften und den Flughäfen zusammenarbeiten, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten.

Der Geschäftsführer des Flughafens Nürnberg, Michael Hupe, bezeichnete die Entscheidung von Ryanair als «einen Schlag für die Metropolregion Nürnberg». Ryanair wollte im Sommerflugplan 20 Ziele von Nürnberg aus anfliegen. Nur ein Drittel davon werde wohl übrig bleiben. Das Gros der Ryanair-Flüge von und nach Nürnberg sei sehr gut ausgelastet. Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen Nürnberg 4,47 Millionen Passagiere. Hunderttausende dürften nun verloren gehen. Der Flughafen werde umgehend versuchen, Ersatz bei anderen Airlines zu suchen, sagte ein Sprecher.

Der Flughafenverband ADV hält die erhöhte Luftverkehrssteuer in Deutschland für den wahren Hintergrund der Entscheidung gegen die Ryanair-Basen in Hamburg und Nürnberg. Derzeit liege die Umsatzrentabilität einer Airline bei 2 bis 3 Prozent für eine europäische Strecke. «Da der Zuschlag von 5,53 Euro im Europaverkehr nur in geringem Umfang durch Preissteigerungen weitergegeben werden kann, war damit zu rechnen, dass viele Direktverbindungen ab Deutschland für die Airlines unwirtschaftlich werden», sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Die Bundesregierung hatte eine entsprechende Erhöhung pro Ticket beschlossen, die zum 1. April 2020 wirksam werden soll.

Ryanair gehört zu den größten Fluggesellschaften Europas mit nach eigenen Angaben mehr als 2400 Flügen täglich zu 200 Zielen in 40 Ländern. Die Airline verfügt derzeit über eine Flotte von 475 Maschinen. Weitere 210 Flugzeuge seien bestellt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
17:02 Uhr

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04. 12. 2019
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