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Bayern

Söder: Viele Fragen vor Öffnungen von Spielplätzen und Zoos

Einmal mehr haben sich Bund und Länder in Berlin auf weitere Schritte in Richtung des künftigen Alltags mit dem Coronavirus geeinigt. Zumindest in Bayern ist eine schnelle Umsetzung aber nicht zu erwarten.



Markus Söder
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.   Foto: Sven Hoppe/dpa-POOL/dpa/Archivbild

Nach den Einigungen von Bund und Ländern für weitere Lockerungen von Anti-Corona-Schutzmaßnahmen hält sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Umsetzung im Freistaat aber offen. «Das, was heute beschlossen wurde, muss jetzt aufgearbeitet werden, muss in den nächsten Kabinettssitzungen beraten werden. Wir werden nächste Woche den entsprechenden Fahrplan in Bayern machen», sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einer Konferenz von Bund und Ländern in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, dass es in einem Land wie Deutschland immer regionale Unterschiede bei der Umsetzung geben werde. Entscheidend sei aber, dass alle Länder «im Sinne einer gemeinsamen Strategie» handelten.

Unter anderem hatten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel auf die Öffnung von Spielplätzen, Museen und Zoos geeinigt - aber nur unter Auflagen. Durch die Spielplätze sollen Familien weitere Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien bekommen. Bisher bleiben dafür nur Parks und Grünanlagen, sofern die Familien über keinen eigenen Garten oder Balkon verfügen. Bei Spielplätzen geht es laut Söder etwa darum, in welcher Form und wie gesichert Öffnungen umsetzbar seien ohne die Ansteckungsgefahr wieder zu erhöhen.

«Der Spielplatz ist eigentlich nicht das Wichtigste, sondern wichtig ist, dass wir Kitas und Schulen einen Weg finden», betonte Söder. Es müsse ein Kompromiss gefunden werden, der die Besorgnis einiger Eltern, die große Sorge um ihre Kinder hätten, ernst nehmen, aber auch den Pädagogen eine Chance geben, die zu Risikogruppen gehörten.

Söder betonte, es werde am Ende wohl auch für die Kitas kein Konzept möglich sein, das alle Beteiligten gleichermaßen zufriedenstelle. Es müsse verhindert werden, dass an den Schulen bei den Wiederöffnungen Chaos entstehe und diese wieder schließen müssten, obwohl sie gerade erst geöffnet hätten.

Auch bei der Wiedereröffnung von Museen müsse es entsprechende Hygienekonzepte geben, sagte Söder, ebenso für die Tiergärten etwa in München und Nürnberg. Es müsse mit den Kommunen darüber geredet werden, wie das umsetzbar sei. Klar sei aber, dass dies nur für Außenbereiche gelten könne und ein Kartenhandel per Internet machbar sei.

Weiterhin skeptisch zeigte sich Söder auch bei Lockerungen für Gastronomie und Hotellerie. Sorgen bereiten ihm hier trotz «toller und kluger Konzepte» aus der Branche unvorsichtige alkoholisierte Gäste. Daher bleibe der Bereich «die größte Herausforderung», sagte Söder. In der Gastronomie mache ein Mundschutz der Gäste wenig Sinn und das Distanzgebot, was zur Verhinderung weiterer Ansteckungen zentral sei, «bleibt angesichts von Alkohol nun, sagen wir, zumindest schwerer konsequent umsetzbar. Es ist aber die Realität des Lebens». Die Lockerungskonzepte der einzelnen Bereiche «müssen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in der Realität».

Söder bezeichnete den gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus als Marathonlauf, bei dem Ziel und Dauer noch nicht absehbar seien. Man dürfe nichts überstürzen und dürfe nicht über die eigenen Füße stolpern. Söder warnte vor «Experimenten mit der Gesundheit der Menschen», man müsse weiter vorsichtig sein. Die Zahlen hätten sich stabilisiert, die Sorge aber bleibe. «Wir wissen nicht, was kommt.» Es drohe immer die Gefahr eines Rückfalls und einer zweiten Welle.

Söder betonte zudem, man dürfe nicht nur die Frage stellen, welche Folgen der Lockdown habe. Man müsse auch die Frage stellen, was passiert wäre, wenn man nicht gehandelt hätte. «Was wäre in unserem Land los gewesen, hätten wir es verschlafen?», fragte der CSU-Chef.

Bund und Länder vereinbarten zudem, dass auch Gottesdienste wieder ermöglicht werden sollen. Hier war Bayern vorangegangen: Dort sind Gottesdienste - unter strengen Auflagen - ab 4. Mai wieder erlaubt. Kommenden Mittwoch wollen Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über möglicherweise noch größere Lockerungen beraten. Insbesondere soll es dann eine Perspektive für die Schüler und Kita-Kinder geben, die derzeit noch zu Hause bleiben müssen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 04. 2020
19:33 Uhr

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