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Kunst und Kultur

Beim Heurigen auf der Luisenburg

Mit einer Gala unterhält die Operettenbühne Wien das Wunsiedler Publikum am Sonntagvormittag. Die Operetten-Melodien und Wiener Lieder kommen bestens an.



"Dunkelrote Rosen" überreichte Bassist Viktor Schilowsky einigen Damen im Publikum, von der Bühne aus beobachtet von den Kollegen (von links) Susanne Hellberg, Alexander M. Helmer, Stefan Reichmann Ella Tyran, Elisabeth Hillinger und Jan Reimitz. Fotos: kst
"Dunkelrote Rosen" überreichte Bassist Viktor Schilowsky einigen Damen im Publikum, von der Bühne aus beobachtet von den Kollegen (von links) Susanne Hellberg, Alexander M. Helmer, Stefan Reichmann Ella Tyran, Elisabeth Hillinger und Jan Reimitz. Fotos: kst   » zu den Bildern

Wunsiedel - Recht beschwingt dürfte der weitere Sonntag gestern für die Besucher der Operetten-Gala auf der Luisenburg verlaufen sein. Mit Walzern, Polkas, Liebes-Duetten und schmissigen Märschen jedenfalls schickten Ensemble und Orchester der Operettenbühne Wien ihre Zuhörer nach der gut neunzigminütigen Matinee in den sonnigen Tag. Allen voran verstand es Operettenbühnen-Chef Heinz Hellberg, das Publikum mit kleinen Scherzen zu unterhalten. Dass die Besucher aber vor allem wegen der schönen Melodien gekommen waren, zeigten sie mit ausgiebigem Applaus für jeden Vortrag und vor allem am Schluss.

Und der war berechtigt. Zu für Sänger eher ungewohnter Stunde begrüßten die acht Solisten die Zuhörer mit Carl Zellers "Vogelhändler": "Grüßt euch Gott, alle miteinander!", bevor Ella Tyran stimmgewaltig mit dem Auftrittslied der "Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán von Anfang an Feuer auf die Bühne brachte. Zartere Töne schlug dann Stefan Reichmann mit dem Lied "Grüß mir die süßen, die reizenden Frauen ..." aus Kálmáns "Gräfin Mariza" an.

Die Gala sollte, wie Heinz Hellberg - hier Sänger, Moderator und teilweise Dirigent - schon eingangs ankündete, im ersten Teil beliebte Melodien aus verschiedenen Operetten bieten und im zweiten Teil Wiener Lieder. Einen Schwerpunkt im Operetten-Teil bildete naturgemäß Oscar Straus’ "Ein Walzertraum" - das Stück, mit dem das Ensemble diesmal auf der Luisenburg gastiert. Daraus erklangen "Das Piccolo", ein schmissiges, locker-leicht daherkommendes Duett, bei dem Susanne Hellberg und Jan Reimitz sangen, tanzten und beeindruckend leichtfüßig steppten; außerdem "Leise, ganz leise, klingt’s durch den Raum", gesungen von Stefan Reichmann und Alexander M. Helmer und das Duett "Gschtellte Madln" von Elisabeth Hillinger, Susanne Hellberg und den Tänzern des Balletts, die gleich noch die "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß anschlossen. Dazwischen stellte sich Viktor Schilowsky als Schweinezüchter Zsupán aus Strauß’ "Der Zigeunerbaron" vor: "Ja das Schreiben und das Lesen".

Bevor eine Melodienfolge von Robert Stolz erklang, sangen Ella Tyran und Stefan Reichmann zunächst "Lippen schweigen" aus Franz Lehárs "Lustiger Witwe" und alle sechs Solisten "Tanzen möcht’ ich" aus der "Csárdásfürstin". Dann aber wurde das Publikum Zeuge des vergeblichen Werbens von Oberkellner Leopold (Alexander M. Helmer) um die unwillige Rössl-Wirtin (Susanne Hellberg): "Es muss was Wunderbares sein"; "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" trugen dagegen in schönster Harmonie Elisabeth Hillinger und Stefan Reichmann vor. Und da einer aus dem "Rössl"-Personal auf keinen Fall fehlen durfte, fragte Heinz Hellberg persönlich: "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist?"

Der Aufforderung Hellbergs "Auf geht’s zum Heurigen!" folgten die Zuhörer nach einer kurzen Pause nur zu gerne, erwarteten sie im zweiten Teil doch viele beliebte Schlager aus der guten alten Zeit: "Heit komma d’Engerln auf Urlaub nach Wean" (Ensemble), "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Fraun" (Stefan Reichmann), "Im Prater blühn wieder die Bäume" (Ella Tyrann), "Gibt’s in Wien a Hetz, a Draherei" (Susanne Hellberg und Alexander M. Helmer), "Jung samma, fesch samma" (Elisabeth Hillinger und Jan Reimitz), das Lied "Dunkelrote Rosen" aus Carl Millöckers "Gasparone" (Viktor Schilowsky), "Das Moispeis-Lied" aus "Ein Walzertraum" und "Mir ist auf einmal so eigen zumute", eine Text-Version der "Annenpolka" von Johann Strauß (beide Susanne Hellberg), "Das Chianti-Lied" von Gerhard Winkler (Stefan Reichmann) und und und.

Zwei echte Wiener Lieder steuerte auch Heinz Hellberg bei: das "Fiaker-Lied" und "Ich bin a stiller Zecher". Zwischendurch brachten er und seine Kollegen die Zuschauer immer wieder mit kleinen Sketchen zum Lachen; der Vollblutkünstler animierte sie auch zum Mitsingen und bot einem Herrn in der ersten Reihe schon mal ein Glas Wein an.

Kurz nach 12 Uhr hieß es auf der Luisenburg dann doch: Der Heurige sperrt zu! Nicht jedoch ohne ein paar zünftige "Rausschmeißer". Zu den Klängen von "Jetz’ trink mer noch a Flascherl Wein" und dem "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß, Vater, sagten dann alle auf und vor der Bühne - mehr oder weniger - leise "Servus".

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Kerstin Starke
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Veröffentlicht am:
25. 08. 2019
15:56 Uhr

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Kerstin Starke

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Veröffentlicht am:
25. 08. 2019
15:56 Uhr



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