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Kunst und Kultur

Das Team der Luisenburg steht unter Schock

Es ist unfassbar: Ferdinand Schmidt-Modrow ist tot. Auf der Felsenbühne spielte er sich in die Herzen der Besucher - nicht nur als kleiner Wikinger Aaki.



Wunsiedel - Die Nachricht hat am Freitag viele Menschen in Wunsiedel und in der gesamten Region erschüttert. Ferdinand Schmidt-Modrow, den sie in der Festspielstadt gerne "Ferdi" nannten, ist tot. Der 34 Jahre alte Schauspieler ist am Mittwoch überraschend gestorben. Nach Angaben der Familie sei eine "nicht erkannte Vorerkrankung" die Todesursache gewesen.

"Die Luisenburg-Festspiele sind tief erschüttert. Es ist unfassbar schlimm, dass so ein junger Mann, so ein junger Schauspieler von uns gegangen ist", sagte Christof Kaldonek, der Kommunikationsleiter des Theaters, der Frankenpost am Telefon.

Auf der Luisenburg war Schmidt-Modrow ein gern gesehener Gast, hier begann gleichsam seine Karriere. Mehrere Jahre spielte er in verschiedenen Stücken bei den Festspielen mit. Die Zeit auf der Luisenburg hat der Mann, der noch jünger aussah, als er eigentlich war, besonders genossen. "Die Felsen, die Bäume, die Landschaft überhaupt, das alles ergibt eine ganz besondere Energie auf der Bühne", schwärmte Schmidt-Modrow in einem Interview mit unserer Zeitung 2017.

Sieben Jahre zuvor hatte ihn Intendant Michael Lerchenberg nach Wunsiedel geholt: "Da hat er mich gefragt, ob ich beim ,Brandner Kaspar‘ und bei ,Tannöd‘ mitspielen möchte. Und im gleichen Jahr hat er mir angeboten, in der kommenden Saison den Pumuckl zu spielen", erzählte Schmidt-Modrow damals.

2015 avancierte er in der Rolle des kleinen Wikinger Aaki zum Publikumsliebling. "Ferdinand Schmidt-Modrow ist bei den Besuchern unwahrscheinlich gut angekommen. Er war und bleibt immer ein Mitglied der Luisenburg-Familie", sagte Kaldonek. Er bezeichnet es als einen Zufall, dass Schmidt-Modrow in den vergangenen Jahren kein Engagement auf der Felsenbühne hatte. "Ich bin mir sicher, er wäre in Zukunft auf der Luisenburg noch in große Rollen geschlüpft. Jetzt ist es leider anders gekommen", so Kaldonek mit leiser Stimme. Wie tief verbunden der 34-Jährige mit dem Freilicht-Theater war, zeigte sich auch daran, dass er die Festspielstadt immer wieder privat besuchte. So ließ sich Schmidt-Modrow im vergangenen Jahr die Premiere der "Päpstin" nicht entgehen. Wie ein kleiner Wirbelwind huschte er am späten Abend durch das Staatsempfangspublikum und suchte das Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen. Auch in den Cafés und Kneipen, in denen er jahrelang einkehrte, herrschte am Freitag Fassungslosigkeit.

- Ferdinand Schmidt-Modrow auf der Luisenburg - Foto: Archiv

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Dass der "Ferdi" zuletzt nicht mehr auf der Luisenburg auftreten konnte, lag wohl nicht zuletzt an seinem Engagement in der Fernsehserie "Dahoam is dahoam". Hier war er seit knapp drei Jahren in der Rolle des katholischen Pfarrers Simon Brandl zu sehen. In der Daily-Soap des Bayerischen Fernsehens traf er auf alte Bekannte aus Luisenburg-Zeiten: Holger M. Wilhelm (Gregor Brunner), Michael A. Grimm (Max Brunner), Gerd Lohmeyer (Michael Gerstl) und Silke Popp (Uschi Kirchleitner). Die aus Arzberg stammende Schauspielerin äußerte sich auf Facebook tief berührt: "Du wunderbarer Kollege, lebenslustiger Mensch und liebenswerter Kumpel. Ich kann es gar nicht begreifen und bin unendlich traurig. Danke für all die schönen und lustigen Stunden mit dir. Ich werde dich so sehr vermissen." So wie Silke Popp geht es in diesen Tagen vielen Menschen in der Region.

Ferdinand Schmidt-Modrows Rollen auf der Luisenburg:

  • 2015 "Der kleine Wikinger"
  • 2015 Flori in "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben"
  • 2015 Blutjunge Schwester  in " Es gibt keine Sünde im Süden des Herzens"; Regie: Steffi Baier 
  • 2014 A. in "Mörd"
  • 2011 Pumuckl in "Der Meister Eder und sein Pumuckl"
  • 2011 Benno in "Der Holledauer Schimmel"
  • 2010 A. in "Mörd"
  • 2010 Hansl Hauer in "Tannöd"
  • 2010 Flor in "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben"

—————

Im Gedenken an Ferdinand Schmidt-Modrow ändert der Bayerische Rundfunk sein Fernsehprogramm. Am Montag, 20. Januar, zeigt der BR um 22.45 Uhr den Film "Beste Zeit". Am Sonntag 26. Januar, ist der Schauspieler um 20.15 Uhr im Komödienstadl zu sehen. Gezeigt wird "1001 Nacht in Tegernbrunn".

 

 

 

Autor

Matthias Vieweger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 01. 2020
12:10 Uhr

Aktualisiert am:
17. 01. 2020
18:48 Uhr

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Matthias Vieweger

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17. 01. 2020
12:10 Uhr

Aktualisiert am:
17. 01. 2020
18:48 Uhr



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