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Kunst und Kultur

Die Realität der Illusion

Seltene Drucke des Ungarn Victor Vasarely sind in Bad Steben zu sehen. Der 1997 gestorbene Künstler versteht es, Bilder in den Köpfen der Betrachter entstehen zu lassen.



Zu sehen in Bad Steben: der "Grüne Jongleur" von Victor Vasarely.
Zu sehen in Bad Steben: der "Grüne Jongleur" von Victor Vasarely.  

Bad Steben - Werke des Op-Art-Künstlers Victor Vasarely (1906 bis 1997) sind bis Ende April in Bad Steben zu sehen. Wolfgang und Sabine Müller zeigen in der Hauptstraße 22 in Bad Steben elf nummerierte und handsignierte Original-Druckgrafiken und drei hochwertige Kunstdrucke aus den 70er-Jahren der Edition Griffon aus der Schweiz. Vasarely wurde auch in der Region sehr bekannt, er arbeitete mit dem Porzellanhersteller Rosenthal in Selb zusammen und gestaltete den Sprungturm im Selber Hallenbad mit Fliesen aus Porzellan.

Der Ungar Victor Vasarely ist mit seinen konstruktiv-geometrischen Motiven weltberühmt geworden. Darin täuscht er durch Verzerrungen Dreidimensionalität vor. Inspiriert zu dieser Ausstellung wurden die Müllers 2017 auf einer Kunst-Ausstellung in Hlboka in Tschechien und durch Ausstellungen der Kunsthalle Messmer in Riegel in Baden- Württemberg. Es ist dem Ehepaar gelungen, seltene Kunstwerke in Bad Steben zu zeigen, unter anderen eine Farbserigrafie auf dickem Karton, von der es weltweit nur 15 Stück gibt.

"Comeback der Op-Art - Die Wiederentdeckung von Victor Vasarely." Das war die Schlagzeile auf der ersten Seite im Oktoberheft 2018 der "Kunstzeitung" von Lindinger und Schmidt. "Der große Augentäuscher, der auf einer Basis mathematischer Gesetzmäßigkeiten und geometrisch aufgeladener Strukturen das Zweidimensionale so raffiniert dynamisieren konnte, dass Räume entstanden, hat jetzt freilich alle Chancen, erneut und endgültig ins Firmament der Kunstgeschichte aufzusteigen", schreibt Karlheinz Schmid. Victor Vasarely gilt als Hauptvertreter der europäischen Op-Art und zentrale Figur der französischen Nachkriegskunst, dessen Werk sich aus den Lehren des Bauhauses der 1920er-Jahre speist.

Vasarely studierte in Budapest, zog 1930 nach Paris, wo er zunächst als Werbegrafiker arbeitete. Ab 1944 widmete er sich ausschließlich der Malerei. Ab 1947 konzentrierte sich der Künstler auf konstruktiv-geometrische Motive.

Der Ungar trug mit seinen Bildern entscheidende Impulse zur Op-Art bei, die mit optischen Täuschungen arbeitet. Verzerrungen erzeugen optische Raumillusionen, wie in den Serigrafien "Basel" und "Rosenthal 1", die in Bad Steben zu sehen sind. "Der grüne Jongleur" aus dem Jahr 1981 ist ein weiteres Beispiel der virtuellen Bewegung, die nur im Auge des Betrachters stattfindet.

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Die Ausstellung bei Bio-Fair-Kunst-Genuss in der Hauptstraße 22 in Bad Steben ist von dienstags bis samstags jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr und von dienstags bis freitags nachmittags von 15 bis 18 Uhr geöffnet; bis Ende April.

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
09:28 Uhr

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Bad Steben
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16. 01. 2019
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