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Kunst und Kultur

Ein Stück Musikgeschichte live in Selb

Am 8. September wird das Rosenthal-Theater zur Klassik-Bühne. Dirigent Reinhold Mages und die Jenaer Philharmoniker verzaubern die Zuschauer mit Werken von Beethoven.



Jeden Tag arbeitet Reinhold Mages an der Partitur. Er lässt eigene Ideen, aber auch Inspirationen des Orchesters und des Solisten mit einfließen. Foto: Marina Richtmann
Jeden Tag arbeitet Reinhold Mages an der Partitur. Er lässt eigene Ideen, aber auch Inspirationen des Orchesters und des Solisten mit einfließen. Foto: Marina Richtmann  

Selb/Marktredwitz - Reinhold Mages sitzt vor seinen Partituren. Bunte Kreise, Striche und Markierungen in allen Farben hat er in die Notenzeilen gekritzelt. Es ist Ludwig van Beethovens dritte Symphonie, die da vor ihm liegt - ein "Zündstoff der Musikgeschichte mit einer unglaublichen Tiefe", wie er sie beschreibt. "Es ist ein unglaubliches Stück. Man muss es unbedingt einmal gehört haben", schwärmt der Marktredwitzer.

Drei starke Werke

Reinhold Mages ist begeistert von Beethovens dritter Symphonie. "Sie steht der neunten Symphonie wirklich in nichts nach. Es ist eine wahre Explosion", schwärmt der Dirigent. Das Werk entstand in den Jahren 1802 und 1803, Beethoven selbst betitelte es als seine wichtigste Symphonie. Die "Eroica", wie der Komponist sie nannte, löste einen Bruch in der Musikgeschichte aus. Mit vielen Neuheiten beeinflusste sie die Zukunft der Komposition stark. Im dritten aufgeführten Werk, dem "Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3", überzeugt Solist Alexander Maria Wagner am Klavier.


In Selb gibt es bald die Gelegenheit dazu. Mages bereitet sich gerade auf das diesjährige Konzert der Reihe "Klassik in der Fabrik" vor. Gemeinsam mit den Jenaer Philharmonikern bringt er diese dritte Symphonie am 8. September auf die Bühne des Rosenthal-Theaters. Unter dem Titel "Beethoven 3" spielen sie noch zwei weitere Werke des deutschen Komponisten: Die "Coriolan-Ouvertüre" und das "Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3".

Für das Klavierwerk holte sich Mages einen Neuling ins Boot: Den erst 23 Jahre alten Pianisten Alexander Maria Wagner. "Ich habe da auf mein Bauchgefühl gehört. Und damit lag ich meiner Meinung nach vollkommen richtig", sagt Reinhold Mages. Er schätzt seinen jungen Kollegen sehr. Die Zusammenarbeit sei "wie ein Ping-Pong-Spiel", beschreibt er: Der eine inspiriert den anderen.

Von Alexander Maria Wagners Fähigkeiten ist nicht nur Mages überzeugt. Der Pianist war bereits in Stefan Raabs Show zu Gast, wo ihn der Moderator als "Musikgenie" bezeichnete. Und das nicht ohne Grund: Bereits im zarten Alter von 14 Jahren komponierte er seine erste Symphonie. "Kraftwerk" nannte er sie. Dieses Kraftwerk setzte für ihn einiges in Bewegung - und es strahlte auch weit über die deutschen Grenzen hinaus: Alexei Kornienko, der damalige Chefdirigent der Bulgarischen Nationalphilharmonie, war von Wagners Werk sofort begeistert. Mit seinem Orchester spielte er die Symphonie auf CD ein - eine große Ehre für den Nachwuchskomponisten.

Auch auf dem Klavier feierte Alexander Maria Wagner bereits große Erfolge. Er spielte schon in Städten wie München oder Bonn und begeisterte auch im Ausland mit seinen Künsten auf dem Klavier. Und auch Reinhold Mages ist sehr angetan vom jungen Ausnahmetalent: "Mit 23 Jahren schon zwei Symphonien vorweisen zu können, die sogar mit internationalen Orchestern eingespielt wurden, ist wirklich beachtlich. Auch seine große Liebe zur klassischen Musik finde ich toll. Er geht seinen Weg."

Und dieser Weg führt Alexander Maria Wagner nun zu Mages ins Selber Rosenthal-Theater. Am 8. September treten sie auf, geprobt wird mit dem Orchester erst zwei Tage zuvor. "Das ist im professionellen Musikbereich normal", erklärt der Musiklehrer. Für die Jenaer Philharmoniker sind die aufgeführten Werke nichts Außergewöhnliches - sie zählen zum festen Repertoire des Orchesters. Auch der Auftritt in Selb ist nichts Neues für die Instrumentalisten. Sie spielten schon oft hier - sie waren es auch, die beim ersten "Klassik in der Fabrik"-Konzert 2004 auf der Bühne standen. "Sie sind hier schon fast heimisch geworden, könnte man sagen", findet Mages. Viele Male kehrten die Jenaer Philharmoniker zurück in die "Fabrik".

Es folgte der Wechsel: Die Tür zum Rosenthal-Theater steht Reinhold Mages weit offen. Von der Stadt Selb erhält er viel Zuspruch und Unterstützung. Vor allem der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und der Kulturamtsleiter Hans-Peter Goritzka halten an der Veranstaltung fest. "Wir haben die Region schließlich auch kulturell sehr bereichert", erklärt Reinhold Mages. Jahr für Jahr wurden die "Klassik in der Fabrik"-Konzerte bekannter und beliebter. Mittlerweile konnte Mages auch international auf die Veranstaltung aufmerksam machen. Die hohe Qualität brachte ihm großes Ansehen - einige Gäste nehmen sogar eine weite Reise auf sich, um Mages und die Jenaer Philharmoniker in Selb live zu erleben. Bis zu 1000 Zuhörer versammelten sich in der alten Ofenhalle, um sich von den Klängen der klassischen Musik verzaubern zu lassen. Als klar wurde, dass die Ofenhalle nicht mehr für das Konzert zur Verfügung stehen kann, war Reinhold Mages klar: "Wir müssen die Veranstaltung in irgendeiner Form weiterführen."

Am 8. September ab 19.30 Uhr kommt ein weiterer Mosaikstein hinzu: das "Klassik in der Fabrik"- Konzert "Beethoven 3" im Rosenthal-Theater. Karten für das Konzert sind an folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: "Leo's Tee & Mehr" in Selb, in der Buchhandlung "Seitenweise" in Rehau, im Frey-Centrum Marktredwitz und in der Bahnhofsbuchhandlung Sabathil in Marktredwitz.

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Marina Richtmann
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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
19:44 Uhr

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Marina Richtmann

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04. 09. 2018
19:44 Uhr



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