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Kunst und Kultur

Erhellende Botschaft in vollem Klang

In großer Besetzung führt Komponist Michael Lippert sein Weihnachtsmusical auf. Es fügt die verschiedenen Facetten von Weihnachten zu einem schlüssigen Bild.



Mit eindrucksvollen Lichteffekten und großer Chorbesetzung führt Komponist Michael Spindler sein ergreifendes Weihnachtsmusical in der Nailaer Stadtkirche auf.	Foto: Spindler
Mit eindrucksvollen Lichteffekten und großer Chorbesetzung führt Komponist Michael Spindler sein ergreifendes Weihnachtsmusical in der Nailaer Stadtkirche auf. Foto: Spindler  

Naila - Das Geschehen im Stall von Bethlehem, die Menschwerdung Gottes, hat über Jahrhunderte hinweg die Tonschöpfer und Literaten des christlichen Abendlands inspiriert. Zu den Werken neueren Datums gehört "Das Weihnachtsmusical" des heutigen Kantors Michael Lippert, ein klangmalerisches Werk, das vor zwei Jahrzehnten in Naila mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Auch am Samstagabend verspürten die Zuhörer in der voll besetzten Stadtkirche wieder eine selige Berührtheit.

Dekan Andreas Maar begrüßte die Gäste und berichtete dabei: "Schon bei den Proben ist es in meinem Herzen so richtig Advent geworden." Diese anrührige Innigkeit kommt schon bei den biblischen Texten der Evangelisten Lukas und Matthäus zum Ausdruck, die Maar mit klarer, raumfüllender Stimme, untermalt von leisen Orgelklängen zum Ausdruck bringt.

08.12.2018 - Weihnachtsmusical in Naila - Foto: Michael Spindler

Weihnachtsmusical in Naila
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Es folgt das Weihnachtsmusical, zu dem Bruder Matthias Lippert prägnante Lichteffekte im Altarraum beisteuert. Vertraute Worte des Lukasevangeliums erklingen: "Macht euch auf! Macht euch auf und erhebt eure Häupter und geht heraus, heraus aus allem, was euch bedrängt, zur ewigen Freiheit, die Gott euch schenkt." Diese in Chorgesang verpackte Botschaft richtet sich an alle Menschen. Um sie zu vermitteln, vereinen sich die beiden Kantoreien Naila und Sankt Georgen in Bayreuth. Immer wieder bekommen sie Unterstützung von den Kinderchören Naila, dem Kinderchor "Farbenfroh" der Hofer Lorenzkirche, der Kinderchor Hoflerchen und der Jugendchor Jammin'. Solistisch im Einsatz sind Margarethe Stöcker (Klavier) und Martin Wenzel (Schlagzeug).

Oft wohnt der Musik eine beklemmende Aktualität inne, wie etwa im "Lied der Straßenkinder". "Wir haben nichts zu essen, wir leiden bittre Not! Gebt uns Brot, gebt uns Brot, nehmt uns auf, wir finden kein Zuhause, Kyrie Eleison." Die sauber intonierende Chorgemeinschaft interpretiert die Texte wohlverständlich, wirkt authentisch, gibt sich stilsicher und dynamisch. Der zurückhaltenden Begleitmusik der Vogtlandphilharmonie Reichenbach/Greiz passen sich die Stimmen in geschickter Art und Weise an.

Auch nach 20 Jahren hat das weihnachtliche Musical von Michael Lippert, der als Dirigent Souveränität ausstrahlt, nichts von seiner Eindringlichkeit eingebüßt. Es handelt sich um eine Verbindung von poppigen Klängen und klassischer Kirchenmusik - um eine frohe Botschaft, die nicht mit aufrüttelnd-modernen Untertönen geizt.

Das Werk zeichnet ein vielfältiges Bild des Weihnachtsgeschehens: All die unterschiedlichen Facetten setzt der Chor zu einer übergreifenden Einheit zusammen. Ein Verdienst, an dem auch die beiden Gesangssolisten Anteil haben. Mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei binden sie alle Teile einer Messe in "Das Weihnachtsmusical" ein. Mit angenehmer, modulationsfähiger Sopranstimme überzeugt Dorothee Schneider im Magnificat "Meine Seele erhebt den Herren und mein Geist freuet sich in dir" und im Sanctus "Hosianna, gelobt sei, der da kommt, im Namen des Herren".

Der zweite Teil des Musicals vertieft das Weihnachtsgeschehen und reflektiert es theologisch neu. Mit Blick auf die Empfängerin Maria stellt der Bariton Michael Wolfrum im Lied des Josef die Frage: "Ein Gottessohn? Ein Menschensohn?" Dann erklingt ein teuflisches Lachen von der Orgelempore. Es ist Herodes, verkörpert von Matthias Lippert. "Wer ist außer mir ein König? Ich, Herodes! Das ganze Land ist mein!"

Dekanatskantor Stefan Romankiewicz an der Schuke-Orgel vollzieht das Szenario der Kindstötung mit schrillen Disharmonien. Das Lied der drei Weisen aus dem Morgenland, "Wo ist er? Wir haben seinen Stern gesehen", mündet in ein strahlendes "Te Deum", der vor Gott staunenden Menschheit. Im Lichterzug tragen die Kinder beim chorischen "Agnus Dei, Christ, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt" das Osterlicht in das Gotteshaus - ein Licht der ewigen Herrlichkeit Gottes. "Freude und Wonne werden sie ergreifen."

Ergriffen von dem Gehörten sind auch die Besucher, die den Mitwirkenden und dem Komponisten Michael Lippert stehend applaudierten - verdientermaßen für eine starke Leistung und erhellender Botschaft.

Autor

Reinhold Singer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 12. 2018
20:40 Uhr

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Reinhold Singer

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Veröffentlicht am:
09. 12. 2018
20:40 Uhr



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