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Kunst und Kultur

Im Sog des Hypnotischen

Eine lebende Legende war zu Gast beim "Kleinen Kulturfrühling". Die Fans aus nah und fern feierten mit der Oysterband einen Konzertabend, der keine Wünsche offenließ.



Sie kam, sah und siegte: Die Oysterband aus England gastierte am Sonntag erstmals in Helmbrechts. Foto: Andrea Herdegen
Sie kam, sah und siegte: Die Oysterband aus England gastierte am Sonntag erstmals in Helmbrechts. Foto: Andrea Herdegen  

Helmbrechts - Sonntagskrimi hin, Sonntagskrimi her: Knapp 400 Musikbegeisterte lösten sich am Sonntagabend von der heimischen Couch, um dem Konzert einer der bedeutendsten Bands des English Folk Rock im Bürgersaal in Helmbrechts beizuwohnen: Und sie dürften es nicht bereut haben.

Ist‘s der Rhythmus, diese perfekt ausbalancierte Mischung aus Polka-Drive und Rockmusik-Power? Sind‘s die intensiven, unter die Haut gehenden Balladen? Vielleicht das spritzig-frische Songwriting? Oder sorgt doch die schiere Live-Präsenz der Band für deren internationalen Erfolg? Es dürfte wohl von allem etwas sein, dass die Oysterband auch im 41. Jahr ihres Bestehens immer noch die Säle in halb Europa zum Beben bringt. So auch im Bürgersaal in Helmbrechts. Nur wenige Minuten brauchte es, bis sich die ersten Mitklatsch-Enthusiasten dem hypnotisch zwingenden Rhythmus von Einstiegssongs wie "The Shouting End of Life" oder "By Northern Light" nicht mehr entziehen konnten. Das sollte sich im Laufe des zweigeteilten Konzertabends noch um einiges steigern. Der Sechser auf der Bühne interagierte hervorragend mit dem Publikum, sorgte für Lacher, animierte zum Mitsingen. Und so hallten die Chöre durch den diesmal unbestuhlten Saal, bildete sich sogar ein Tanz-Pit vor der Bühne und wogten Menschen unterschiedlichsten Alters im Sog der Melodien.

Die Truppe wirkte professionell und trotzdem erfrischend. Humorvoll streuten John Jones (Gesang, Melodeon) und Ian Telfer (Fiddle) immer wieder Erläuterungen zu den Songs ein. Erstaunlich, wie zeitlos die Lieder des agilen Sextetts klingen, stammten die ältesten Stücke aus der Helmbrechtser Setliste doch bereits aus den 1980ern. Natürlich trug auch die bombastisch gut klingende Anlage im Bürgersaal ihr Scherflein zur Spannkraft des vorgetragenen Liedgutes bei. Doch sprach die Aufbereitung der zu hörenden Kleinode durch die Band für sich: So wurde das magische "A Fire is burning" vom Erfolgsalbum "Holy Bandits" mit Triangel und einer irischen Rahmen-Trommel, der Bodhran, fast schon archaisch vorgetragen. Andere Stücke zeigten die Truppe als kraftvolle Rockband. Die Balladen präsentierten die Engländer dagegen so zart und intensiv wie nur möglich - gern mit Satzgesang und von einem schwelgenden Cello begleitet. Höhepunkte der beiden Sets inklusive stürmisch geforderten Zugabenblocks dürften für die meisten Zuhörer die langjährigen Hits der Band gewesen sein: das nach vorn drängende "The Road to Santiago", das hymnische "Everywhere I go", das vergnügliche "Blood Wedding" oder auch das getragene "We could leave right now". Das Erlebnis schlechthin für die meisten Mitwirkenden im Publikum erfüllte dann der Rausschmeißer, die Ballade "Put out the Lights", die von der Band nicht einfach gespielt, sondern geradezu zelebriert wird: John Jones‘ ausgebreitete Arme beim Lauschen des anschwellenden Publikumsgesangs sorgten für den letzten großen Gänsehautmoment eines, ja, perfekten Abends.

Autor

Thoralf Lange
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Veröffentlicht am:
12. 02. 2019
00:00 Uhr

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Thoralf Lange

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12. 02. 2019
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