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Kunst und Kultur

"Lost Places": "Tatort"-Ermittler stochern im Nebel

Dunkelheit und Geheimnisse prägen den neuen Frankfurter "Tatort" an diesem Sonntag zur Primetime im Ersten.



Emily Fisher (Emilia Bernsdorf) in einer Szene aus "Funkstille". Dieser Frankfurter "Tatort" wird am Sonntag ausgestrahlt.
Emily Fisher (Emilia Bernsdorf) in einer Szene aus "Funkstille". Dieser Frankfurter "Tatort" wird am Sonntag ausgestrahlt.   Foto: Bettina Müller/HR/dpa

In "Funkstille" schleicht sich die siebzehnjährige Emily Fisher (Emilia Bernsdorf) nachts aus dem Elternhaus zu einem Treffen mit dem Nachbarsjungen Sebastian, beobachtet und verfolgt von einem Unbekannten. Aus dem Date wird nichts. Denn Sebastian, der als Youtuber eine Serie über "Lost Places" - also verlassene Orte - dreht, ist in einer Fabrikhalle in den Tod gestürzt.

War es ein Unfall, Suizid, Mord? Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) müssen bei ihren Ermittlungen nicht nur in der alten Fabrikhalle, sondern buchstäblich im Nebel stochern.

"War‘s ein Unfall?", fragt auch Emilys Vater Raymond Fisher (Kai Scheve), als die Polizei in dem Haus der offensichtlich gut situierten US-amerikanischen Familie Fragen über den Nachbarsjungen stellt.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Ermittler bereits das Obduktionsergebnis: Es war Mord. Sebastian wurde durch massive Gewalt gegen den Kopf getötet - und zwar nicht am Fundort. Im Zuge ihrer Nachforschungen gerät die perfekt in die Nachbarschaft integrierte Familie Fisher gleich mehrfach ins Augenmerk: Raymond Fisher ist mit Sebastians Vater befreundet, Emily war offenbar in Sebastian verliebt, doch der sah in ihr nur das Nachbarsmädchen. Allerdings findet Brix in einem der "Lost Places" aus Sebastians Filmen einen Hinweis darauf, dass der junge Mann eine Affäre mit Emilys Mutter Gretchen (Tessa Mittelstaedt) hatte, die im US-Konsulat arbeitet. Liegt angesichts der vielen Verbindungen auch der Schlüssel zu Sebastians Tod in der Nachbarsfamilie?

Schneller noch als den Ermittlern wird den Fernsehzuschauern klar: Das Verbrechen an Sebastian ist nicht das Einzige, was hier faul ist.

Es dauert eine Weile, bis dieser von Stanislaw Mucha - der als Regisseur viele Jahre in Hof und Umgebung lebte - inszenierte "Tatort" des Hessischen Rundfunks in Fahrt kommt. Spannend ist dann vor allem durch die zunehmend toxische Familien-Dynamik der Fishers, die Atmosphäre von Misstrauen und Ausweglosigkeit. Es sind die kleinen, leisen Szenen, die in diesem "Tatort" am meisten wirken werden. dpa/red

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Gregor Tholl
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Veröffentlicht am:
11. 09. 2020
22:16 Uhr

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Gregor Tholl

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2020
22:16 Uhr



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