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Kunst und Kultur

Musikkritiker: «Opernhaus des Jahres» steht im Elsass

Die Zeitschrift «Opernwelt» fragt jährlich Kritiker aus Europa und den USA nach ihren Favoriten. Diesmal darf sich ein französisches Haus freuen - und aus Deutschland kommt eine Überraschung.



Berlin/Straßburg - Die Opéra national du Rhin im Elsass ist von Kritikern zum «Opernhaus des Jahres» gewählt worden. In einer Umfrage der Zeitschrift «Opernwelt» unter 50 Musikjournalisten bekam das Haus mit Spielstätten in Straßburg, Colmar und Mülhausen die meiste Zustimmung, wie das Magazin am Mittwochabend mitteilte.

Das Opernhaus errege «durch Entdeckerfreude, originelle Programme, vorbildliche Repertoirepflege sowie kreativen Esprit» Aufsehen, erklärte die Zeitschrift. Damit gewann nach Lyon zum zweiten Mal eine französische Kompanie den Titel.

Die Auszeichnung wurde im Elsass mit großer Freude aufgenommen. «Wir sind sehr glücklich und sehr stolz, diesen Preis bekommen zu haben», erklärte die Sprecherin der Oper, Monique Herzog, am Donnerstag in Straßburg. Es sei eine Ehre und eine immense Freude, die Auszeichnung zu bekommen, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Oper, Bertrand Rossi, bei seiner Dankesrede am Mittwochabend. Das Ziel der Oper sei es, konstant künstlerische Exzellenz zu zeigen.

Als beste Aufführung wurde die «Salome»-Produktion der Salzburger Festspiele ausgewählt. Der Italiener Romeo Castellucci gilt laut Umfrage als bester Regisseur und Bühnenbildner des Jahres. Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, die in «Salome» die Hauptrolle spielte, ist «Sängerin des Jahres».

Fast die Hälfte der Kritiker entschied sich für Grigorian. So viele Voten seien in fast drei Jahrzehnten der Kritikerumfrage auf keinen Sänger und keine Sängerin entfallen, schrieb die «Opernwelt».

Die Zeitschrift befragt jährlich 50 Kritiker aus Europa und den USA. Die Umfrage ist nicht repräsentativ für alle Kritiker, sie zeigt ein Stimmungsbild. Die Experten können ohne Vorauswahl ihre Favoriten nennen, weshalb sich die Stimmen oft auf viele Häuser verteilen. Für die Opéra national du Rhin setzten sich sieben Kritiker ein.

Als «Dirigentin des Jahres» wird Joana Mallwitz aufgeführt, die neue Musikchefin am Staatstheater Nürnberg. Die 33-Jährige habe das Kunststück vollbracht, «binnen kürzester Zeit Musiker, Publikum und Kritik zu begeistern, unter anderem mit Prokofjews selten gespielter Tolstoi-Oper «Krieg und Frieden» und Wagners «Lohengrin»», schrieb der verantwortliche Redakteur, Albrecht Thiemann.

Mallwitz setzte sich damit gegen bekannte Kollegen wie Kirill Petrenko und Christian Thielemann durch. Auch andere Musiker aus Deutschland konnten Kritiker überzeugen. So ist das Bayerische Staatsorchester zum achten Mal «Orchester des Jahres» und der Chor der Staatsoper Stuttgart zum zwölften Mal der «Chor des Jahres».

Im vergangenen Jahr war die Oper Frankfurt zum Jahressieger ernannt worden. Nun wird die Oper im Elsass geehrt. Ihr Profil verdanke sie maßgeblich «dem Ideenreichtum, Teamgeist und Weltbürgertum» der Intendantin Eva Kleinitz, die vor Kurzem mit 47 Jahren gestorben war. Die Würdigung der Oper werde so auch «zu einer Hommage an die Persönlichkeit, die deren Höhenflug steuerte», hieß es.

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
15:57 Uhr

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19. 09. 2019
15:57 Uhr



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