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Kunst und Kultur

Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot

Der beliebte Regisseur drehte in Selb und zeigte Filme in Hof. Nun ist er im Alter von 81 Jahren in München gestorben.



Joseph Vilsmaier
Joseph Vilsmaier ist tot.   Foto: Tobias Hase/dpa

München - Der Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte eine PR-Agentur am Mittwoch im Auftrag der Familie der Deutschen Presse-Agentur in München mit.

Erst mit fast 50 Jahren hatte sich Vilsmaier als Regisseur erprobt: 1988 inszenierte er "Herbstmilch", einen eindrucksvollen Kinofilm über das harte Leben der niederbayerischen Bäuerin Anna Wimschneider. Mit der Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" sorgte er international für Aufsehen und ging 1995 sogar ins Rennen um den Oscar. Nicht minder erfolgreich und mit vielen Preisen überhäuft war auch der Streifen "Comedian Harmonists" über das weltberühmte Vokalensemble aus Berlin.

2015 drehte der Filmemacher in Selb im Werk Rosenthal Szenen für seinen Film "Bayern - sagenhaft" (wir berichteten). Zwei Jahre später präsentierte er die Dokumentation über Brauchtümer und mit Kabarettistin Monika Gruber als Protagonistin dann in Hof im Central-Kino (wir berichteten).

Auch bei den Internationalen Hofer Filmtagen war Vilsmaier ein gern gesehener Gast; gehörte sogar zu den Mitwirkenden der ersten Stunde des Hofer Filmfestivals: Bei der zweiten Auflage 1968 war er der Kameramann des Kurzfilms "Träume von Attenham". Regie führte kein geringerer als Heinz Badewitz, der ebenfalls bereits verstorbenen Gründer der Hofer Filmtage. Badewitz sagte einmal über Vilsmaier: "Er war so einer meiner ersten Kontakte, die mir aber sehr viel geholfen haben."

Seine letzte Regiearbeit konnte Vilsmaier noch verwirklichen. Es war der Kinofilm "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Michael Bully Herbig und Hape Kerkeling. Vilsmaier hatte seine eigene Filmproduktion in Grünwald - die Perathon Medien GmbH.

Der Regisseur hinterlässt die drei erwachsenen Töchter Theresa, Janina und Josefina - wie ihre Eltern auch im Filmgeschäft aktiv. Seine Ehefrau Dana Vávrová war bereits 2009 gestorben.

Zum Beruf des Regisseurs war Vilsmaier über Umwege gekommen. Nach seiner Kindheit und Jugend in Niederbayern und München studierte er neun Jahre lang Musik, Schwerpunkt Klavier. Er arbeitete als Techniker und musizierte in einer Jazzband. Mit Anfang 20 kam er 1961 zum Film, erst als Materialassistent, später als Kameramann.

In der Branche nannten alle den humorvollen und manchmal auch grantelnden "Bayern mit Leib und Seele" liebevoll Sepp.

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
09:29 Uhr

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
09:29 Uhr



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