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Kunst und Kultur

Stabwechsel am Jungen Theater Hof

Bernd Plöger verlässt das Theater zum Ende der Spielzeit. Nachfolger wird ein guter Bekannter: der Schauspieler Marco Stickel.



Bernd Plöger (links) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger Marco Stickel, der ab 1. September das Junge Theater Hof leitet. Foto: kst
Bernd Plöger (links) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger Marco Stickel, der ab 1. September das Junge Theater Hof leitet. Foto: kst  

Hof - Als Darsteller hat Marco Stickel das Publikum der Region längst überzeugt: Ihn, den Intendant Reinhardt Friese im Herbst 2012 mit nach Hof brachte, zeichneten die Theaterfreunde 2016 mit dem Theaterpreis aus. Damals leitete er bereits seit zwei Jahren den Jugendclub. Von September an trägt Stickel die Verantwortung für die vierte künstlerische Sparte: das Junge Theater Hof.

Zur Person

Marco Stickel, geboren 1967 und aufgewachsen in West-Berlin, Ausbildung zum Restaurantfachmann. Regieassistent am Theater in Göttingen, erstes Engagement als Schauspieler am Theater in Zittau. Freier Schauspieler in Hamburg in der freien Szene und am Ernst-Deutsch-Theater. 2000 bis 2006: Engagement am Theater in Wilhelmshaven. Produktionsmanager, Schauspieler und Regisseur beim Freien Ensemble "Karasch" in Hamburg. Seit 2012 am Theater Hof. 2016/17 zu sehen unter anderem als Monsieur Ibrahim und Macbeth. Aktuell zu sehen in "Dantons Tod", "Der Vorname", " Geschichten aus dem Wiener Wald", "Hossa! - Die Hitparade", "Terror" und "Three Kingdoms.

 

Mit ihm weiß sein Vorgänger Bernd Plöger das, was er seit 2014 aufgebaut hat, "in guten Händen". Er selbst verlässt im Juli Hof in Richtung seiner Heimatstadt Düsseldorf "aus familiären Gründen", also: der Liebe wegen. Doch er verspricht "eine Art Fernbeziehung": "Einmal im Monat komme ich wieder, treffe Freunde und gucke, wie es hier läuft." Dass er stolz ist auf das, was er aufgebaut hat, kann er nicht verhehlen. Muss er auch nicht. Workshops, Jugend- und Musical-Club, "Reifezeit", Klassenzimmerstücke, Inszenierungen auf der Studio- und der großen Bühne, Kooperationen mit Schulen - all das hat Plöger eingeführt oder ausgebaut. Und er hat sich etwa mit "Dschihad one way" als erfolgreicher Autor gesellschaftlich relevanter Jugendstücke erwiesen.

 

Diese Errungenschaften soll es, wie der Intendant gestern vor der Presse sagte, auch künftig geben: "Wir stehen wir erst am Beginn und wollen darauf aufbauen." Von Anfang an sei das Kinder- und Jugendtheater für ihn, Friese, "das Premiumprojekt meiner Intendanz" gewesen, das er mit eigenständiger Leitung als vierte Sparte etablieren wollte. "Mit der Arbeit von Bernd Plöger war ich immer unglaublich zufrieden. Er machte mit den Club-Leitern, der Theaterpädagogin Zuzanna Masaryk und, neu im Team, der Tanzpädagogin Ewelina Kukushkina einen ganz fantastischen Job. Alles funktioniert wirklich gut."

Dass das auch künftig so sein wird, ist Friese überzeugt. Bevor er sich für die interne Lösung entschied, sichtete er 40 Bewerbungen, mit zehn Bewerbern führte er Gespräche. "Ich wollte jemanden haben, der gesellschaftlich interessiert ist und sich an aktuellen Themen orientiert." Danach fragte er Marco Stickel, ob er die Aufgabe übernehmen wolle.

Stickel wollte. Und er will, wie er sagte, erreichen, dass sich das Theater künftig noch mehr in der Mitte der Gesellschaft positioniert. "Der Jugendclub, der heute doppelt so viele Mitglieder hat wie 2014, stellt einen relativen Querschnitt der Gesellschaft dar." Er wünscht sich, dass noch mehr Kinder und Jugendliche aus eher bildungsfernen Familien dazukommen. "Das Theater ist eher Marktplatz als Elfenbeinturm."

Für Stickel, auf den das Publikum als Schauspieler künftig doch nicht ganz verzichten muss, hat das Theater einen ganzheitlichen Auftrag; das heißt, die Jugendlichen würden durch das Spielen fit gemacht fürs Leben. "Theater ist nicht nur Theater. Ich stehe jetzt fast 25 Jahre auf der Bühne, und diese 25 Jahre haben mich zu dem geformt, was ich bin. Das Theater schult Empathie, das merkt man den Jugendlichen an."

Seine neue Aufgabe sieht er als "wunderbare Chance". Marco Stickel: "Ich bin sehr dankbar für die Vielfalt von Aufgaben. Regie zu führen, kulturpolitisch etwas zu bewirken, selbst weiter auf der Bühne zu stehen - dieser Mix ist für mich extrem reizvoll."

Autor

Kerstin Starke
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Veröffentlicht am:
11. 01. 2018
19:33 Uhr

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Kerstin Starke

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11. 01. 2018
19:33 Uhr



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