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Kunst und Kultur

"Wir etablieren uns in der Forschungslandschaft"

Von heute bis Sonntag kommen über 50 internationale Wissenschaftler zur Jahrestagung der Gesellschaft für Comic-Forschung erstmals ins Erika-Fuchs-Haus nach Schwarzenbach an der Saale.



Interview: mit Alexandra Hentschel, Leiterin des Erika-Fuchs-Hauses
Interview: mit Alexandra Hentschel, Leiterin des Erika-Fuchs-Hauses  

Die Teilnehmer aus vielen Ländern - darunter aus den USA, aus Israel, Japan und Taiwan - sind Kommunikations-, Sprach- oder Literaturwissenschaftler. Museumsleiterin Alexandra Hentschel erklärt, worum es geht.

 

Frau Hentschel, wenn man über Comics forscht - was erforscht man denn da?

Die Tagung ist hochwissenschaftlich. Sie trägt den Titel "Übersetzung, Lokalisierung, Imitation und Adaption: Aspekte der Comic-Komparatistik". Um einige Beispiele zu nennen: Es geht um Fragen wie "Wie werden die Superhelden-Comics in Finnland adaptiert?" oder "Wie werden die Disney-Figuren bei Publikationen in Ägypten verändert?". Wegen des Veranstaltungsortes mit dem Bezug auf Erika Fuchs ist ein Schwerpunkt die Frage, wie die Übersetzung Comics verändert, wie sie an das Land, in dem sie erscheinen sollen, kulturell angepasst werden. Auch Erika Fuchs hat ja viel mehr gemacht, als nur zu übersetzen.

 

Erstmals vergibt die Comicgesellschaft in Schwarzenbach einen Preis. Was hat es damit auf sich?

Der Martin-Schüwer-Preis für herausragende Comic-Forschung bezieht sich auf den verstorbenen Comic-Forscher Schüwer. Preisträgerin ist Dorothee Marx aus Kiel, die sich in einer wissenschaftlichen Arbeit über den Umgang mit der Krankheit Mukoviszidose und dem Tod im Comic "Ghost" befasst hat, aus einer Position der Selbstreflexion heraus, da sie selbst erkrankt ist.

 

Worin liegt die Bedeutung dieser Tagung - und dass sie im Erika-Fuchs-Haus stattfindet?

Wir sind ein sehr kleines Museum. Das Forschen gehört zu den Aufgaben eines Museums - und je kleiner das Haus, desto schwieriger ist das umzusetzen. Mit der Tagung können wir mit Wissenschaftlern in Austausch treten und uns in der Forschungslandschaft etablieren. Es gab schon kritische Nachfragen, ob unser Museum so eine Tagung überhaupt ausrichten kann. Natürlich können wir das! Unser Museum wird in der Region vor allem touristisch gesehen; nun werden wir auch auf der wissenschaftlichen Ebene wahrgenommen. Die internationalen Teilnehmer können zudem bei uns erleben, wie man Comic-Geschichte so präsentiert, dass sie für jeden zugänglich und allgemeinverständlich ist. Wir gewinnen eine Ausstrahlung in viele Länder. Aufgrund dieser Bedeutung für die Region unterstützt uns die Oberfrankenstiftung finanziell. Auch die Thyssen-Stiftung und die Dr.-Erika-Fuchs-Stiftung ermöglichen die Tagung durch ihre Förderung.

Die Fragen stellte Sabine Gebhardt

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
19:02 Uhr

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07. 11. 2019
19:02 Uhr



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