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Kunst und Kultur

Zwickauer Künstlerin beschenkt Grafikmuseum

Regina Franke überlässt dem Bad Stebener Grafikmuseum ein Konvolut. Es sind Bilder schmerzhafter Dynamik.



Auf dem Bild zu sehen (von links): die Künstlerin Regina Franke mit Stefanie Barbara Schreiner und Dr. Linn Kroneck.
Auf dem Bild zu sehen (von links): die Künstlerin Regina Franke mit Stefanie Barbara Schreiner und Dr. Linn Kroneck.  

Bad Steben - Seit vielen Jahren pflegt das Bad Stebener Grafikmuseum Stiftung Schreiner enge Kontakte mit der Zwickauer Grafikerin Regina Franke. Mehrfach beteiligte sie sich bereits mit ihren Werken an Ausstellungen - zuletzt 2015. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, hat sie sich nun entschlossen, dem Museum ein Konvolut zu übergeben. Kurz vor Weihnachten überraschte die Künstlerin Museumsleiterin Dr. Linn Kroneck mit diesem wunderbaren Geschenk.

Druckgrafiken und Computerprints von Regina Franke befinden sich schon in der Sammlung, berichtet die Museumsleiterin. Nun aber sind großformatige Zeichnungen und Collagen hinzugekommen. Inzwischen hat das Museum einen repräsentativen Querschnitt aus dem aktuellen Œuvre von Regina Franke in seiner Sammlung.

Der Mensch in seinem Grundverhalten ist ihr das zentrale Thema. Franke reflektiert innere Seinszustände, emotionale Ausnahmezustände und psychische Verhaltensmuster und verdichtet ihre Figuren zu Zeichen zwischen Liebe und Verzweiflung. Ihre Personnage starrt aus anonymen Gesichtern oder verbirgt die Köpfe in der Dunkelheit. Und die Figuren sprengen die Formate, brechen aus den engen Gevierten und suchen mit schmerzhaften Bewegungen Halt.

Regina Franke ist eine bravouröse Zeichnerin, deren energiegeladene Linienbündel und kraftvollen Schwünge die Großformate okkupieren. Ihre vitale Formensprache changiert zwischen robust und leise, zwischen dramatisch und melancholisch. Dabei kommt sie zumeist mit wenigen Hauptfarben aus: Schwarz-Weiß mit all seinen Graunuancen hat es ihr angetan. Diese Licht-Schatten-Töne kombiniert sie mit Farbsignalen aus kräftigem Rot.

Worte und Wortfetzen collagiert sie mitunter in ihre Figurenwelt, unterlegt ihre Personnage mit Gedankensplittern aus der Weltpolitik oder der Literatur. Auf einem Blatt ist aus Rilkes "Duineser Elegien" zu lesen: "Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen".

Die Bad Stebener Museumsleiterin freute sich besonders über die Schenkung zum jetzigen Zeitpunkt. Denn das Museum feiert im nächsten Jahr sein 25. Jubiläum.

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Veröffentlicht am:
29. 12. 2018
00:00 Uhr

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