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Die heiße Phase beginnt

Durch eine stattliche Spende aus dem fernen Japan bekommt Hohenberg ein Seniorenhaus. Beim ersten Spatenstich sind Dankbarkeit und Freude spürbar.



Der Spatenstich für das Yamakawa-Seniorenhaus (von links): die Architekten Dietmar Stiefler und Ulrich Seiler, Karl Döhler, Dagmar Schwedt, Martin Schöffel, Kazuko Yamakawa, Inge Aures, Ruth Nowak, Henry Schramm von der Oberfrankenstiftung, Jürgen Hoffmann, Christine Schwendner und Horst Canziani von der Baufirma Pöhner. Fotos: Gerd Pöhlmann
Der Spatenstich für das Yamakawa-Seniorenhaus (von links): die Architekten Dietmar Stiefler und Ulrich Seiler, Karl Döhler, Dagmar Schwedt, Martin Schöffel, Kazuko Yamakawa, Inge Aures, Ruth Nowak, Henry Schramm von der Oberfrankenstiftung, Jürgen Hoffmann, Christine Schwendner und Horst Canziani von der Baufirma Pöhner. Fotos: Gerd Pöhlmann   » zu den Bildern

Hohenberg - Es ist wohl eine ziemlich einmalige Sache, was sich gerade in Hohenberg abspielt. Dank einer 2,44-Millionen-Euro-Spende aus Japan kann das 1500-Einwohner-Städtchen ein Seniorenhaus errichten. Nach einer längeren Planungszeit wurde mit dem Spatenstich am Samstag nun die Bauphase eingeleitet. So außergewöhnlich die Geschichte hinter dem Yamakawa-Seniorenhaus, so außergewöhnlich viele Gäste begleiteten den Festakt am Nachmittag. Neben der Mäzenatin Kazuko Yamakawa und ihrer Familie, die aus Tokio angereist waren, Vertretern von Stadt und Landkreis, den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden und Städte, den Landtagsabgeordneten und Architekten waren auch die Amtsleiterin des bayerischen Gesundheitsministeriums, Ruth Nowak, und Dr. Christine Schwendner, die Referatsleiterin aus dem Sozialministerium, gekommen - abgesehen von vielen Hohenbergern, die sich den großen Augenblick nicht entgehen lassen wollten.

"Der Freistaat Bayern sagt Danke", wandte sich Ruth Nowak an Spenderin Kazuko Yamakawa. Als ihr vor zwei Jahren das Projekt erstmals vorgestellt wurde, habe sie es kaum glauben können. Dank der Millionenspende aus dem fernen Tokio haben sich die zuständigen Stellen in Bayern allein um die Kofinanzierung kümmern müssen. "Märchenhaft", lautete folglich auch das Fazit Ruth Nowaks. Doch nicht nur die Finanzierung sondern auch das Konzept sorgten im Gesundheitsministerium für großes Aufsehen. "Bislang denkt jeder in platten großen Kategorien", sagte Ruth Nowak. "Aber was hier entsteht, ist eine gescheite Lösung für demografisch belastete Regionen."

Dr. Christine Schwendner, die als zuständige Referatsleiterin im Sozialministerium das Projekt "Marktplatz der Generationen" betreut, nannte das Yamakawa-Seniorenhaus einen "zentralen Baustein, um die Lebensqualität für die ältere Bevölkerung zu erhalten". Das Konzept "Marktplatz der Generationen" komme ihrer Vision von einem Zusammenleben junger und alter Menschen entgegen, sagte Kazuko Yamakawa. "Ich möchte den Senioren eine Perspektive in Hohenberg geben."

Daran, dass es für dieses Projekt kein Förderprogramm gab, erinnerten die beiden Landtagsabgeordneten Inge Aures und Martin Schöffel. Landrat Dr. Karl Döhler sprach von einem historischen Tag für die Stadt. Es habe ein wenig Zeit gebraucht, um die Idee realisieren zu können. "Einfach, weil sie in kein Konzept gepasst hat", sagte Döhler. Doch dank des Einsatzes von Kazuko Yamakawa sei es schließlich doch gelungen. "Wir freuen uns, dass sie uns dieses Geschenk gemacht haben", richtete er sich an die Spenderin aus Japan.

Welche Rolle die Geschäftsführer der Firma Feiler, die Geschwister Dagmar und Dieter Schwedt, an der Realisation des Seniorenhauses haben, stellte Bürgermeister Jürgen Hoffmann heraus. Schließlich haben erst die geschäftlichen Beziehungen des Hohenberger Textilunternehmens zu Kazuko Yamakawa und ihrem bereits verstorbenen Mann Aaron das Rad ins Rollen gebracht. Dagmar Schwedt spendete zudem das Grundstück, auf dem das Seniorenhaus mit dem weitläufigen Garten entstehen wird. Hoffmann bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Ulla Hechtel, die das Projekt ebenfalls seit dem ersten Tag begleitet, und bei vielen Gremien und Institutionen.

"Wenn wir heute den Spatenstich begehen, dann haben wir Architekten schon ein gutes Jahr am Projekt gearbeitet", sagte Ulrich Seiler vom Bayreuther Büro Stiefler und Seiler. Mit dem Spatenstich beginnen die Baumeisterarbeiten, die, wie Seiler sagte, unter den veranschlagten Kosten haben vergeben werden können. Bereits im Herbst wollen die Architekten den Innenausbau angehen um im Frühjahr nächsten Jahres den Garten zu gestalten. Spätestens im Sommer 2017 soll das Gebäude übergeben werden.

"Das ist ein ganz tolles Gefühl", sagte Dagmar Schwedt. Vier Jahre beschäftige sie sich nun schon mit dem Projekt. "Jetzt geht es los und es wird sich schnell weiterentwickeln."

Den kirchlichen Segen sprachen Gemeindereferent Ulrich Frey und Pfarrerin Cordula Winzer-Chamrád. Der Festakt wurde von der Hohenberger Feuerwehrkapelle umrahmt.

Ich möchte den Senioren eine Perspektive geben.

Kazuko Yamakawa

 
EZB-Politik senkt Zuschüsse

Rund 4,6 Millionen Euro kostet das Yamakawa-Seniorenhaus in Hohenberg. Das Geld aus Japan ist der Grundstock für die Yamakawa-Stiftung. 300 000 Euro schießt der Freistaat Bayern bei, 560 000 Euro kommen von der Oberfrankenstiftung. Die Stadt Hohenberg wird einen Kredit aufnehmen, wobei sich Kazuko Yamakawa bereit erklärte, einzuspringen, falls es Probleme geben sollte. Mit 325 000 Euro etwas weniger als ursprünglich geplant wird sich wohl die Bayerische Landesstiftung am Projekt beteiligen. Was an der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt. "Es ist gemein, wenn ich sage, EZB-Chef Mario Draghi ist schuld, aber irgendwie ist es schon so", sagte Ruth Nowak, die selbst im Rat der Landesstiftung sitzt.

 
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Von Gerd Pöhlmann
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Veröffentlicht am:
13. 03. 2016
00:00 Uhr

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13. 03. 2016
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