Fichtelgebirge

ÖBI thematisiert Insektensterben

Die Bildungsstätte ist finanziell in einem guten Fahrwasser. Im kommenden Jahr haben die Verantwortlichen viel vor.

Die ÖBI macht sich Sorgen um den Bestand der Insektenwelt.
Die ÖBI macht sich Sorgen um den Bestand der Insektenwelt.

Hohenberg - Kräftig durchgeschnauft haben die Mitglieder in der Vorstandssitzung der Ökologischen Bildungsstätte in Hohenberg (ÖBI). Im Gegensatz zu den Jahren zuvor hat sich die finanzielle Situation der Bildungseinrichtung deutlich entspannt. Als Grund nannte Vorsitzender Udo Benker-Wienands laut einer Pressemitteilung die gute Unterstützung des Landkreises Wunsiedel, der Stadt Hohenberg und einiger großzügiger Spender. Die ÖBI beschäftigt derzeit drei Teilzeitkräfte, die vor allem in Schulen, in Kindergärten und im Rahmen der Deutsch-Tschechischen Begegnungswochen mit Schulklassen aus beiden Ländern arbeiten.

Benker-Wienands sagte, dass ökologische Bildungsarbeit, die auf ein umweltfreundliches Verhalten von Kindern und Erwachsenen abziele, ein langfristiger Prozess sei, der nicht mit sogenannten Events kurzfristig erreicht werden könne. "Wir wollen unsere Gästen nicht nur bespaßen, sondern ihnen einen schonenden und sinnvollen Umgang mit der Natur näher bringen."

Im kommenden Jahr wollen die Verantwortlichen der Einrichtung das Insektensterben und den Klimawandel in den Mittelpunkt stellen. Wie Benker-Wienands erläuterte, haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass in den letzten 30 Jahren drei Viertel der Insekten in Deutschland verschwunden seien. Gerade die Insekten seien aber ein unverzichtbarer Teil in den natürlichen Kreisläufen. Zum einem seien sie Nahrungsgrundlage für zahllose andere Arten, zum anderen spielen sie als Bestäuber auch von Nutzplanzen eine entscheidende Rolle. Der Rückgang dieser wichtigen Tierart wird zum einen auf den Einsatz von immer mehr Pestiziden und zum anderen auf den Umgang mit der Landschaft zurückgeführt.

Der Klimawandel wird hauptsächlich durch den ungeheueren Energieverbrauch in den Industrieländern verursacht, heißt es in der Pressemitteilung. Das gesetzte Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius liegt nach Aussage führender Wissenschaftler in weiter Ferne. "Wenn die Menschen weiter auf das Handeln der Politiker warten, werden wir das Klima nicht retten", sagt Benker-Wienands. Vielmehr müssten die Menschen durch ihr eigenes Handeln Zeichen setzen und selbst beginnen Kohlendioxid zu sparen. Das beginne schon beim Einkauf von Geräten oder Fahrzeugen und sollte in deren sinnvoller Nutzung weitergeführt werden. Jeder Liter Benzin und jede Kilowattstunde Strom die eingespart werde, könnte in einem Land wie Deutschland auch mit entsprechend vielen Menschen malgenommen werden. So könnten auch kleine Beiträge durch ihre Vervielfachung zum Klimawandel beitragen. Die ÖBI beabsichtige ein Merkblatt mit Verhaltenstipps zu erstellen, mit denen jedermann jederzeit zum Klimaschutz beitragen könne. "Wenn unser Kohlendioxid-Ausstoß so weitergeht, werden wir Millionen von Klima-Flüchtlingen auf der Welt haben. Da wird uns die derzeitige Zahl an Zufluchtsuchenden wie ein Sonntagnachmittags-Kaffeebesuch vorkommen."

Autor: Redaktion
Veröffentlicht am: 23. 11. 2017 18:18 Uhr
Aktualisiert am: 08. 12. 2017 03:34 Uhr

Quelle: www.frankenpost.de
Artikel: www.frankenpost.de/region/fichtelgebirge/fichtelgebirge/art654373,5845833
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