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Arzberg investiert 24 Millionen Euro

Bei der Bürgerversammlung der Stadt stellt das Büro Umbaustadt die geplanten Maßnahmen vor: Wohnmobilstellplatz, Bürgerhaus, Spielplatz. Es tut sich was.



Nicht sanierungsfähig: die alte Porzellanfabrik am Kieselmühlweg in Schlottenhof. Das Büro Umbaustadt plant hier einen Spielplatz. Foto: Gerd Pöhlmann
Nicht sanierungsfähig: die alte Porzellanfabrik am Kieselmühlweg in Schlottenhof. Das Büro Umbaustadt plant hier einen Spielplatz. Foto: Gerd Pöhlmann  

Arzberg - Mehr als 24 Millionen Euro wird die Stadt Arzberg in den kommenden drei Jahren für ihre Infrastruktur und das Stadtbild aufwenden. Um die geplanten Maßnahmen vorstellen zu können, verzichtete Bürgermeister Stefan Göcking bei der Bürgerversammlung am Donnerstag in der "Bergbräu" auf einen detaillierten Tätigkeitsbericht.

Sophie Mélix und Leon Legeland vom Büro Umbaustadt aus Berlin stellten die Planungen zur Umgestaltung der Innenstadt vor. "Die Wahrnehmung der Stadt Arzberg hat sich schon verbessert", sagte Legeland und verwies auf die Berichterstattung überregionaler Medien. Das Büro Umbaustadt habe zunächst die Leerstände kartiert, erklärte der Stadtplaner. Ziel sei es, als Grundlage für die Sanierungssatzung eine Gestaltungsfibel zu erstellen. Die wiederum sei notwendig, um auch Maßnahmen privater Investoren fördern zu können. In der nördlichen Rathausstraße an der Kreuzung zur Friedrich-Ebert-Straße würden zwei Häuser abgerissen. "Wegen des Flüsschens Röslau ist die Lage dort aus stadtplanerischer Sicht interessant", sagte Legeland. Denkbar sei ein zweiter Wohnmobilstellplatz, denn der am Rathaus werde immer gut angenommen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Rathausstraße in Richtung Rathaus können sich die Planer ein neues Wohngebäude vorstellen. "Es fehlt an modern zugeschnittenen und barrierefreien Wohnungen", machte Leon Legeland deutlich. Weichen solle auch die ehemalige Porzellanfabrik am Kieselmühlweg im Stadtteil Schlottenhof. Die Planungen sehen an dieser Stelle den Bau eines Spielplatzes vor, der die Lebensqualität von Familien erhöhen soll. Den Plänen des Büros Umbaustadt zufolge, stehen auch im Bereich Wilhelmstraße/Maxplatz einige Veränderungen an. Abgerissen werden laut Architektin Sophie Mélix die Gebäude Wilhelmstraße 5 und 7. Zum einen, um Raum zu schaffen für Parkplätze und eine E-Ladesäule, zum anderen könnte auch die benachbarte Metzgerei den freien Platz nutzen, um dort ihren Mittagstisch anzubieten.

"Das Schumann-Areal ist ein riesengroßes Gebiet mit einer enormen Bedeutung", sagte Sophie Mélix. Der Bebauungsplan sei fertig, die Lebenshilfe werde sich ansiedeln. Für den sich anschließenden Landschaftspark werde derzeit ein Plan erarbeitet, um an europäische Fördergelder zu gelangen.

Ein Bürgerhaus solle in der ehemaligen Schule Platz finden. Auf die Ausschreibung hätten sich sieben Architekten gemeldet. Nicht auszuschließen ist laut Mélix, dass nicht benötigte Gebäudeteile abgerissen werden. "Alle bisherigen Vereine und Nutzer werden wir auch wieder unterbringen", sagte die Architektin. Kurz stellte sie noch die Planung für den Freiraum in der Rathausstraße vor. Zwei Gebäude seien vor längerer Zeit schon entfernt worden, die Brandwände der angrenzenden Häuser würden ansprechend gestaltet und im hinteren Bereich eine Kletterwand angebracht.

Der Investitionsplan der Stadt Arzberg sieht für die Jahre 2017 bis 2021 Gesamtausgaben in Höhe von rund 24,4 Millionen Euro vor. Wie Martin Buchwald von der Verwaltung erläuterte, steht dem eine Förderung von rund 15,8 Millionen Euro gegenüber. Eine weitere Million Euro seien durch Beiträge im Zuge des Straßenausbaus zu erwarten. Alles in allem belaufe sich der kommunale Eigenanteil auf knapp 7,6 Millionen Euro, sagte Buchwald. Die Betreuungsquote im Kindergarten liege bei 100 Prozent, in der Krippe bei 66 Prozent, "Tendenz steigend". Nötig sei es daher, das Marienheim zu erweitern und einen neuen Kindergarten zu bauen. Auch die Wohnungsgenossenschaft werde gut zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, um modernen Wohnraum zu schaffen.

"Was wir vorhaben, ist sehr sportlich", sagte Bürgermeister Stefan Göcking. "Wir tragen Verantwortung für die Lebensverhältnisse der zukünftigen Generationen." Ziel sei eine bauliche, strukturelle und bürgerfreundliche Wiederinwertsetzung der Stadt. "Nach vorne schauen", forderte auch stellvertretender Landrat Gerald Schade. "Alle diese Maßnahmen führen dazu, dass sich hier Kinder wieder wohlfühlen." Der Wirtschaft im Landkreis gehe es gut, Zu- und Wegzüge hielten sich die Waage. Fehlten in einer Stadt 50 Kindergartenplätze, dann sei das ein schönes Problem, sagte Schade. Probleme sollten nicht schöngeredet, sondern angepackt werden. "Arzberg macht sich", lautete die Botschaft des stellvertretenden Landrats.

Dieter Hörwarth erkundigte sich nach dem Stand der Schulfreisportanlage, die einmal in Planung gewesen sei. Die Anlage, sagte Stefan Göcking, sei in der Diskussion gewesen, als es noch Grund- und Hauptschule in der Stadt gegeben hatte. "Finanziell ist das heute nicht mehr durchzusetzen." Auf die Frage von Hans Welzel, warum nicht auch das Anwesen Rathausstraße 10 dem Erdboden gleichgemacht wurde, erklärte Göcking, dass der Besitzer das Haus nicht verkaufen wollte. Außerdem trenne das Anwesen die beiden Freiflächen, was der Optik, wenn das Haus denn hergerichtet würde, zugute käme.

Für Gesprächsstoff sorgte auch die Verkehrssituation in der Rathausstraße, insbesondere die Engstelle an der Kreuzung zur Egerstraße. Eine weitere Frage betraf die Ausweisung neuer Baugebiete: Es gebe Überlegungen, aber noch nichts Konkretes, sage Göcking. Die Bürgerinitiative "Seußen wehrt sich" machte den Politikern auf Stadt- und Landkreisebene zum Vorwurf, sich nicht genügend gegen die geplante HGÜ-Trasse einzusetzen. Einen Vorwurf, den Göcking nicht gelten lassen wollte: "Politischer Widerstand sieht nunmal anders aus als bürgerschaftlicher."

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2017
00:00 Uhr

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