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Fichtelgebirge

Ein Kulturfest mit besonderen Gesetzen

Beim Nordgautag in Wiesau müssen zwei Kirchenzüge und zwei Gottesdienste stattfinden, weil es die Diözese so will. Zahlreiche Vereine stehen schon Gewehr bei Fuß.



Zum Auftakt des Norgautags gibt auch die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" um Kommandant Norbert Neugirg ein Konzert. Der Vorverkauf läuft schon. Foto: David Ebener/dpa
Zum Auftakt des Norgautags gibt auch die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" um Kommandant Norbert Neugirg ein Konzert. Der Vorverkauf läuft schon. Foto: David Ebener/dpa  

Wiesau - Das "Kulturfest der Oberpfälzer" liegt zwar noch in weiter Ferne: der Nordgautag. Greifbar ist die bunte Großveranstaltung schon jetzt, die der Oberpfälzer Kulturbund vom 4. bis 8. Juli in Wiesau veranstalten wird. Nicht nur auf großen, nicht zu übersehenden Bannern, auch in den "Wiesauer Nachrichten", ebenso auch im Heimatkalender sowie auf der Internetseite des Marktes wird vor Ort für die mehrtägige Veranstaltung bereits kräftig geworben. Der Nordgautag ist bei den Wiesauer Vereinen derzeit Gesprächsthema Nummer eins.

Nordgautage

Nordgautage sind seit 1927 zentrale Festveranstaltungen der Kultur- und Heimatpflege mit dem Ziel der Erhaltung und Pflege eines kulturellen Zusammengehörigkeitsgefühls in der Oberpfalz und dem ehemaligen Nordgau. Die Landschaftsbezeichnung Nordgau umfasste seit dem 7. Jahrhundert nach Christus die Gebiete nördlich der Donau zwischen Neuburg an der Donau und Regensburg, die später bis zum oberen Main und seit 1060 in das Egerland ausgedehnt wurden. Die Nordgautage finden im zweijährigen Rhythmus statt. Auch Marktredwitz war schon Gastgeberin. Zum Nordgautag in Wiesau werden zahlreiche Gäste auch aus dem südlichen Oberfranken und dem Egerland erwartet.

Bereits gestartet ist der Kartenvorverkauf für das Konzert am Auftaktabend, 4. Juli, mit der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" und der Gruppe "Sing-Out". Tickets für den Abend sind ab sofort zu haben, unter anderem bei der Frankenpost .


Dass dies so bleibt, dafür sorgt auch der Bürgermeister, der überall die Werbetrommel rührt. "Mundpropaganda ist das beste Mittel, den Nordgautag publik zu machen", betonte Toni Dutz auch bei der Sonderkartell-Sitzung, zu der er gemeinsam mit Vorsitzenden Michael Klarner in den Saal des "Bayerischen Hofes" die Vereinsvorstände zu einem ersten Gedankenaustausch eingeladen hatte. Der Saal war mit Vertretern von 27 Vereinen, der Schlossbrauerei aus dem Nachbarort und anderen interessierten Zuhören proppenvoll. Die Stimmung und das Interesse waren positiv.

"Jede Hand wird gebraucht", rechnete das Gemeindeoberhaupt vor. Jeder könne sich, in welcher Form auch immer, aktiv einbringen. Auch die Nachbargemeinden seien herzlich willkommen. "Die Teilnahme am Festzug ist erwünscht", stellte er fest. Gerne mache man auch die Bühne für Gruppen aus dem Umland frei. "Der Nordgautag ist ein Fest für alle." Ein bunt geschmückter Ort würde dem Bürgermeister sehr gefallen. "Wie zu Fronleichnam vergangener Jahrzehnte", blickte er auf früher zurück. Am Ende der Veranstaltung wird es übrigens ein Abschlussfeuerwerk geben.

Dass die Vereine die erwirtschafteten Erlöse bis auf eine Unkostenpauschale behalten dürfen, hat sich in Wiesau bereits herumgesprochen. Zur finanziellen Sicherung der Veranstaltungen hat der Landkreis bereits einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro zugesichert. Die Kosten teilen sich Wiesau und der Oberpfälzer Kulturbund.

Dreh- und Angelpunkt des 42. Nordgautages ist die Dreifachturnhalle am Beruflichen Schulzentrum. Mit ins Geschehen einbezogen werden aber auch der Marktplatz, das Rathaus und das Pfarrzentrum. Inzwischen liegen der Marktgemeinde gut 20 feste Zusagen von Vereinen vor, die mithelfen wollen.

Eines jedoch ärgert den Bürgermeister und sorgt bei ihm für schmerzhaftes Magendrücken. Der Kirchenzug gestalte sich zu einem "kleinen" Problem, rückte er etwas verhalten mit der Sprache heraus. Am Nordgautag-Sonntag werden hohe Würdenträger erwartet. Bischof Manfred Voderholzer hat zwar abgesagt, dafür schickt er einen seiner Weihbischöfe nach Wiesau. Erwartet wird auch der evangelische Regionalbischof. "Die Diözese Regensburg gestattet aber keinen ökumenischen Gottesdienst." Aus diesem Grund müsse man nicht nur die Kirchenzüge von den beiden Konfessionen trennen, was Bürgermeister Dutz absolut nicht verstehen will.

Zu allem Überfluss werden auch noch zwei voneinander getrennte Gottesdienste stattfinden müssen: einer in der katholischen Pfarrkirche "Sankt Michael" und der andere in der evangelischen "Auferstehungskirche". Gefordert werde dies von der katholischen Seite her, erinnerte Dutz an die ausdrückliche Anordnung aus der Donaustadt. Wer dann wohin marschiert, auch welche Fahnenfarben welchen Kirchenzug begleiten werden, ließ der Sprecher deutlich verärgert noch offen.

Auch die Vereine, geschweige denn der Vertreter des örtlichen Musikvereins, der seine Blaskapelle wohl oder übel aufteilen muss, wussten da keinen entscheidenden Rat. Als Schirmherr war eigentlich Horst Seehofer vorgesehen. "Das hat sich überholt", lachte Dutz, der bereits mit Markus Söder Kontakt aufgenommen hat: "Der Franke kommt in die Oberpfalz!" Höhepunkt der Veranstaltung ist der große und lange Festzug am Sonntag mit Wagen, Rössern und bunten Gruppen.

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Werner Robl
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Veröffentlicht am:
04. 01. 2018
00:00 Uhr

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Werner Robl

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2018
00:00 Uhr



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