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Fichtelgebirge

Etwas mehr Arbeitslose im Landkreis Wunsiedel

1632 Frauen und Männer suchen derzeit eine Beschäftigung. Allerdings gibt es so viele freie Stellen wie kaum je zuvor.



Nicht nur Arbeitslosengeld gibt es bei der Arbeitsagentur. Derzeit sind hier auch 818 freie Stellen gemeldet.
Nicht nur Arbeitslosengeld gibt es bei der Arbeitsagentur. Derzeit sind hier auch 818 freie Stellen gemeldet.  

Wunsiedel - Ruhig und von den typischen saisonalen Einflüssen geprägt hat sich im Dezember der Arbeitsmarkt im Landkreis Wunsiedel gezeigt. 1632 Frauen und Männer waren im Dezember arbeitslos gemeldet, 63 mehr als im November. Der Anstieg resultierte ausschließlich aus den Zugängen von Saisonbeschäftigten im Versicherungsbereich. Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters ging die Zahl der Arbeitslosen sogar zurück.

Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat waren 125 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg zwar um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3. Sie lag damit aber 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.

Die Nachfrage der Wunsiedler Unternehmen nach Arbeitskräften war im Dezember zurückhaltender als im Vormonat. Dem Arbeitgeber-Service wurden 176 Vermittlungsaufträge für freie Arbeitsstellen erteilt, 18 weniger als im November und zwölf weniger als im Dezember 2016. Der Bestand lag jedoch mit 808 Stellen für einen Dezember auf Rekordniveau. Dies bedeutete einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 132 oder knapp 20 Prozent.

Laut Arbeitsagentur-Statistik waren im Landkreis Wunsiedel 28 997 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Stand 30. Juni 2017 zu verzeichnen. Das sind 818 oder 2,9 Prozent mehr als zum Vorjahresstichtag. Am stärksten zugelegt hat im Vergleich zum Vorjahr der Bereich Handel und Instandhaltung/Reparatur von Kraftfahrzeugen mit einem Plus von 143 Beschäftigten, sowie das Gastgewerbe. Hier gab es 123 Beschäftigte mehr. Die Zahl zeigt, dass sich die Wirtschaft in der Region immer weiter erholt und den Strukturwandel weitgehend bewältigt hat.

Ein Blick auf die von Arbeitslosigkeit Betroffenen zeigt, dass es sich dabei zu 56,5 Prozent um Männer handelt. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass derzeit viele Menschen aus saisonalen Gründen ohne Arbeit sind. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Gärtner, Maurer oder Straßenbauer, die nach wie vor in aller Regel Winterpause haben.

Der Anteil der Ausländer unter allen Arbeitslosen beträgt 20,5 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind dies 335 Männer und Frauen. Wie die Statistik zeigt, ist die Gefahr, die Arbeit zu verlieren, nach wie vor für ältere Arbeitnehmer höher als für jüngere. Gäbe es zum Beispiel eine Arbeitslosenquote für 15 bis 20 Jahre alte Menschen, läge sie im Landkreis bei 2,5 Prozent. Das heißt, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis Wunsiedel so gut wie kein Problem mehr ist. Vor zehn Jahren, als viele Schulabgänger keine Lehrstelle fanden oder Auszubildende nach Ende ihrer Lehre im Betrieb nicht übernommen wurden, war die Situation noch völlig anders. Die Arbeitslosenquote der Menschen jenseits des 55. Lebensjahres beträgt 5,2 Prozent und liegt damit fast ein Prozent über dem allgemeinen Durchschnitt.

Im Landkreis Wunsiedel gibt es derzeit 951 Frauen und Männer, die kein Arbeitslosengeld mehr bekommen und auf sogenannte Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Zusammen mit deren Familienangehörigen sind demnach 2174 Frauen, Männer und Kinder von Hartz-IV betroffen. Ein genauerer Blick zeigt, dass knapp mehr arbeitslose Männer (54 Prozent) als Frauen Hartz-IV-Leistungen erhalten und dass überwiegend ältere Arbeitnehmer (insgesamt 341 über 50 Jahre) von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Doch auch 87 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren sind derzeit auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II angewiesen.

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Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
20:00 Uhr

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03. 01. 2018
20:00 Uhr



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