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Fichtelgebirge

Blutüberströmter Mann liegt vor Betrieb

Ein Fahrer des Winterdienstes entdeckt mitten in der Nacht einen Schwerstverletzten am Stadtrand von Waldershof. Die Polizei steht vor einem Rätsel.



Ein Fahrer des Winterdienstes entdeckt mitten in der Nacht einen Schwerstverletzten am Stadtrand von Waldershof. Die Polizei steht vor einem Rätsel.   Foto: Matthias Bäumler » zu den Bildern

Waldershof - Es ist 3.30 Uhr in der Nacht zum Freitag, als ein Fahrer des Winterdienstes einen an der Einfahrt zum Scherdel-Logistikzentrum liegenden Mann entdeckt. Sofort verständigt er den Rettungsdienst und die Polizei. Wie sich herausstellt, hat der Mann schwerste Kopfverletzungen und ist sehr stark unterkühlt. Sofort bringen ihn die Rettungskräfte ins Krankenhaus nach Marktredwitz. Doch offenbar ist der Zustand derart kritisch, dass er noch in der Nacht in eine Spezialklinik verlegt wird.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei steht bei dem Fall des schwerstverletzten Mannes in Waldershof vor einem Rätsel. Daher hoffen die Ermittler, dass ihnen Hinweise aus der Bevölkerung bei der Klärung der Umstände weiterhelfen. Deshalb fragt das Polizeipräsidium Oberpfalz: Wer kann Angaben zu dem aufgefundenen Mann oder die Umstände seines Zustandes machen? Wer konnte in den Donnerstagabendstunden oder am frühen Freitag im Bereich der Rodenzenreuther Straße einen augenscheinlich angetrunkenen Mann beobachten. Die Polizei richtet ihre Fragen insbesondere an Nachtschwärmer und in der Nähe des Logistikzentrums wohnende Anwohner.

Hinweise nehmen das Polizeipräsidium Oberpfalz unter der Telefonnummer 09641/401291 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

 

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Bis Redaktionsschluss haben die Beamten keinerlei Hinweise zur Identität des Mannes. "Es ist alles sehr mysteriös", sagt Polizeisprecher Albert Brück im Gespräch mit der Frankenpost . Nur so viel steht fest, dass der Schwerverletzte zwischen 40 und 50 Jahre alt ist und erheblich alkoholisiert war. Auch die Umstände des Falles sind völlig offen. "Es kann sich ebenso um ein Gewaltdelikt wie um einen Unfall handeln."

 

Noch am frühen Vormittag sind die Blutlachen an der Einfahrt zum Logistikzentrum der Firma Scherdel in Waldershof zu sehen. Offenbar hat sich der Mann vom Tor an der Einfahrt bis zu einem Aufliegercontainer geschleppt und ist dann hier liegen geblieben. Die Spurensicherer der Kriminalpolizei Weiden haben den gesamten Platz vor dem Logistikzentrum mit rot-weißen Bändern gesperrt. Ihre Arbeit gestaltet sich schwierig, da es in der Nacht geschneit hat und somit mögliche Hinweise unter der noch spärlichen Schneedecke verborgen sind.

Wie Polizeisprecher Brück sagt, ist der Mann vermutlich längere Zeit gelegen, bis er entdeckt wurde. Nicht nur die starke Unterkühlung lässt darauf schließen, sondern auch die Einsatzzeiten des Werks-Sicherheitsdienstes, der zu bestimmten Zeiten in der Nacht rund um das Logistikzentrum patrouilliert. Der Verletzte hatte keine Papiere bei sich. Und bisher hat sich niemand gemeldet, der ihn vermisst. "Er ist offensichtlich ein Mitteleuropäer. Ob der polnische Aufnäher in der Jacke auf die Nationalität schließen lässt, können wir bisher nicht sagen."

Da die Polizei die Einfahrt des Logistikzentrums wegen der Spurensicherung sperrte, bildete sich auf der Rodenzenreuther Straße immer wieder ein Lkw-Stau. "Wir fertigen hier täglich um die 70 Lastwagen ab", sagt Lagerleiter Marc Rauchenberger. Von Waldershof aus beliefert Scherdel Kunden weltweit, regelt aber auch den Warenverkehr zwischen den umliegenden eigenen Werken.

Mehrere Stunden bis in die Mittagszeit mussten die Lastwagenfahrer ausharren, bis sie wieder ent- oder beladen konnten. "Für uns ist das eine schwierige Situation. Da wir hier nur eine Zufahrt haben, geht bei einem derartigen Fall nichts mehr", sagt Rauchenberger. Er habe natürlich großes Verständnis für die Arbeit der Polizei. "Jeder will, dass so ein Fall schnell aufgeklärt wird."

Während die einen Lastwagenfahrer warten mussten, hatten andere mehr Glück. Die Mitarbeiter des Logistikzentrums versuchten möglichst viele Transporter zu verständigen, damit sie umdisponieren können. Lauchenberger: "Viele Fahrer haben ein genau abgestecktes Zeitfenster, wann sie bei uns Waren holen oder bringen können."

Derweil ermittelte die Polizei buchstäblich in alle Richtungen. "Wir hoffen natürlich auf Zeugen oder darauf, dass sich der Zustand des Verletzten so weit bessert, dass er das Geschehen schildern kann."

Auch einen Hubschrauber hat die Polizei eingesetzt, damit sich die Beamten einen Überblick über die Umgebung verschaffen konnten. Bleibt die Frage, wer mitten in der Nacht auf der einsamen Straße zwischen Waldershof, Rodenzenreuth und Leutendorf unterwegs ist. Das Logistikzentrum ist am westlichen Stadtrand von Waldershof. Einen Kilometer entfernt ist das Kösseinebad. Um einen Scherdel-Mitarbeiter, wie Gerüchte behaupteten, handelt es sich bei dem Verletzten nicht.

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Veröffentlicht am:
02. 02. 2018
10:33 Uhr

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02. 02. 2018
10:33 Uhr



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