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Fichtelgebirge

Polizei tappt noch im Dunkeln

Mehrere mysteriöse Fälle haben sich in letzter Zeit in der Region ereignet und führen zu wilden Spekulationen. Die Sicherheitslage ist dennoch nicht schlechter geworden.



Aufwendig sind die Ermittlungen der Polizei in mehreren Fällen der vergangenen Wochen, wie hier nach dem Brandanschlag auf einen Lebensmittelmarkt in Marktredwitz. Auf dem Bild sind außer den Spurensicherern auch die Kräfte der Marktredwitzer Feuerwehr zu sehen.	Foto: Matthias Bäumler
Aufwendig sind die Ermittlungen der Polizei in mehreren Fällen der vergangenen Wochen, wie hier nach dem Brandanschlag auf einen Lebensmittelmarkt in Marktredwitz. Auf dem Bild sind außer den Spurensicherern auch die Kräfte der Marktredwitzer Feuerwehr zu sehen. Foto: Matthias Bäumler  

Wunsiedel/Marktredwitz - Überfälle auf einen Supermarkt in Wunsiedel und auf Tankstellen in Marktredwitz und Waldershof. Ein Bewusstloser im KEC-Parkhaus, der von einem Unbekannten in die stabile Seitenlage gebracht worden ist. Mitten im Marktredwitzer Markt zünden Kriminelle einen Lebensmittelmarkt an. Und vor dem Scherdel-Logistik-Zentrum in Waldershof liegt ein blutüberströmter Mann. Innerhalb von wenigen Wochen haben gleich mehrere mysteriöse Fälle die Bevölkerung in der Region aufgeschreckt. Noch ist keiner davon aufgeklärt.

Polizei ist auf Hinweise angewiesen

Der Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, Robert Roth, appelliert an die Bevölkerung, sich immer an die Polizei zu wenden, wenn jemandem etwas Ungewöhnliches auffällt. "Das können unbekannte Gestalten sein, die sich in einem Wohngebiet aufhalten oder auch ein Auto, das immer wieder verdächtig durch eine Straße fährt. Wir bitten allerdings um möglichst zeitnahe und konkrete Hinweise."

 

Robert Roth, Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, gibt unumwunden zu, dass sich selbst die Polizeibeamten derzeit wundern. "Es ist schon seltsam, dass in kurzer Zeit so viel geschieht. Dennoch wage ich zu behaupten, dass sich die Sicherheitslage in der Region nicht verschlechtert hat. Es hat auch in der Vergangenheit immer wieder mal derartige Ausreißer gegeben." Dies bedeutet aber nicht, dass die Polizei die Situation auf die leichte Schulter nimmt. "Wir haben das Gesamtgeschehen immer im Blick. Aber ich kann jetzt nicht den Schluss ziehen, wir hätten hier ein besonderes Problem."

 

Kopfzerbrechen bereiten Roth und den Kollegen von der Inspektion und der von der Kriminalpolizei in Hof insbesondere der Brandanschlag auf das Geschäft eines Syrers in Marktredwitz. Wie der Stand der Ermittlungen ist, will Roth nicht sagen. Ähnlich die Aussage eines Sprechers des Polizeipräsidiums in Bayreuth. "Nach wie vor laufen die Ermittlungen. Derzeit geben wir dazu aber nichts raus."

Als "mysteriös" bezeichnet Roth den Fall des bewusstlosen Mannes im KEC-Parkhaus in Marktredwitz. Noch sei nicht einmal klar, ob es sich um eine Straftat handle. Dem Vernehmen nach ist der am 19. Januar kurz vor 6 Uhr im Deck eins des Parkhauses aufgefundene Mann noch nicht vernehmungsfähig. "Wir ermitteln deshalb in alle Richtungen." Ihm sei klar, dass bei einem derartigen Fall die Gerüchteküche brodle. Bisher steht aber lediglich fest, dass sich kein Augenzeuge gerührt hat und auch der Ersthelfer nach wie vor unbekannt ist. Wie berichtet, war der Mann in stabiler Seitenlage gefunden worden. Neben seinem Kopf stand eine Nierenschale, die üblicherweise in Krankenhäusern oder Arztpraxen verwendet werden. "Das ist schon eigenartig. Wer hat schon eine Nierenschale dabei?"

Ebenfalls weitgehend im Dunkeln tappt die Polizei im Fall des am 2. Februar mit schwersten Verletzungen gefundenen Mannes am Scherdel-Logistikzentrum in Waldershof. Hier ermittelt die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Oberpfalz. "Wir glauben zu wissen, um wen es sich bei dem Mann handelt", sagt Polizeisprecher Albert Brück. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei er Osteuropäer. "Aber erst wenn wir von den zuständigen Meldebehörden die Bestätigung haben, können wir die Nationalität des Verletzten bekannt geben."

Der Mann ist laut Brück zwar auf dem Weg der Besserung, aber noch immer in einem kritischen Zustand. "Wir können mit ihm mittlerweile mit Hilfe eines Dolmetschers reden. Dies ist jedoch nicht allzu ergiebig." Der Verletzte habe zum Teil unterschiedliche Angaben zu seiner Person gemacht. Daher seien die Hintergründe des Falles noch nicht geklärt. "Wir müssen nach wie vor von verschiedenen Möglichkeiten ausgehen. Es kann ein Sturz ebenso wie ein Verkehrsunfall oder ein Fremdverschulden dahinterstecken."

Mehrmals haben die Spurensicherer das Gelände unter die Lupe genommen und etliche Gegenstände gefunden. "Wenn wir zum Beispiel von einem Verkehrsunfall ausgehen könnten, würden wir zumindest mehrere Fundstücke aussortieren können", sagt Brück. Offenkundig sei derzeit, dass der Verletzte keinerlei Angaben zu dem Geschehen in der Nacht zum 2. Februar in Waldershof geben könne. "Das ist nicht verwunderlich, da er schwere Kopfverletzungen davontrug und zudem ziemlich stark alkoholisiert war."

Polizeisprecher Brück widerspricht Gerüchten, wonach in Zusammenhang mit dem Fall ein gestohlener Lastwagen stehen soll. "Davon ist uns überhaupt nichts bekannt." Auch habe das Scherdel-Logistikzentrum nach derzeitigem Ermittlungsstand nichts mit dem Geschehen zu tun. "Außer natürlich, dass der Mann an der Einfahrt zu dem Gelände gefunden wurde."

Keinen Fahndungserfolg kann Brück im Falle des Tankstellenüberfalls am 3. Dezember in Waldershof vermelden. "Das hat zu dem Zeitpunkt allerdings nichts zu sagen. In aller Regel haben wir bei derartigen Taten hohe Aufklärungsquoten." An jenem Samstagabend im Dezember vergangenen Jahres hat ein Mann mit vorgehaltener Pistole von der Kassiererin Geld gefordert. Die Frau händigte dem Täter einen mittleren dreistelligen Betrag aus.

"Wir ermitteln bei Verbrechen, in denen eine Schusswaffe im Spiel ist, mit hoher Manpower." Nach wie vor würden Spuren ausgewertet und überprüft. Dass sich Täter auch nach mehreren Wochen nicht sicher sein können, zeigt laut Brück eine ähnliche Tat im Dezember in Regensburg. Auch hier sei eine Tankstelle überfallen worden. Der Räuber sei schließlich vor wenigen Tagen dingfest gemacht worden.

Rätselhaft bleiben auch die Raubüberfälle auf den Minimarkt in Wunsiedel vom 21. November und auf die OMV-Tankstelle in Marktredwitz vom 2. Januar, die im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberfranken liegen. Auch hier gebe es noch keine Ermittlungserfolge, teilt ein Sprecher des Präsidiums der Frankenpost mit.

Dass bisher keiner der spektakulären und von der Bevölkerung heiß diskutierten Fälle gelöst ist, hält Robert Roth nicht für ungewöhnlich. "Es ist eben nicht so, wie häufig vom Fernsehen vermittelt, dass die Polizei allwissend ist. Auch DNA-Spuren sind kein Wundermittel für die Aufklärung", sagt Roth. Dennoch ist der Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz zuversichtlich, dass die Hintergründe und Täter ermittelt werden. Häufig sei dies nur eine Frage der Zeit.

Laut Roth ist die Präsenz der Polizeikräfte in der Region sehr hoch. "Nicht nur wir von der PI, sondern auch unsere Kollegen der Polizeiinspektion Fahndung aus Selb, die der Bundespolizei und des Zolls sind permanent unterwegs. Und natürlich arbeiten wir zusammen, wenn es geboten ist."

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
15. 02. 2018
19:30 Uhr

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