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Fichtelgebirge

Lebensretter brauchen Unterstützung

Kosten in Höhe von etwa 24 000 Euro müssen die Mitglieder der Nagler BRK-Bereitschaft jährlich schultern. Ihr Förderverein soll die finanzielle Lage verbessern.



Bereitschaftsleiter Simon Schindler (links) und Patrick Süttner, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins BRK Bereitschaft Nagel, freuen sich über aktive und finanzielle Unterstützung. Foto: Katharina Melzner
Bereitschaftsleiter Simon Schindler (links) und Patrick Süttner, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins BRK Bereitschaft Nagel, freuen sich über aktive und finanzielle Unterstützung. Foto: Katharina Melzner  

Nagel - Um den Nachwuchs muss sich die Bayerisches-Rotes-Kreuz (BRK)-Bereitschaft Nagel keine Sorgen machen. Die Ortsgruppe gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder. 27 Einsatzkräfte, darunter acht im Alter von 12 bis 18 Jahren, die der 2016 gegründeten Jugendgruppe angehören, zählen mittlerweile zu der Bereitschaft. "Wenn man die passiven Mitglieder mitzählt, sind es noch deutlich mehr", erklärt Simon Schindler, Bereitschaftsleiter der Nagler BRK-Bereitschaft.

Der Förderverein

Seit 13. April 2017 gibt es den Förderverein BRK-Bereitschaft

Nagel. Er soll den Erhalt der

Bereitschaft in Zukunft sichern und Neubeschaffungen für das

Ehrenamt tragen. Mehr Infos

erhalten Interessierte unter Telefonnummer 09236/7569-364 oder unter der Adresse www.foerderverein-brk-nagel.de


So gut die Entwicklung der Mitgliederzahl ist, so sehr müssen sich die Bereitschaftler um die Finanzen sorgen. Denn das ehrenamtliche Engagement der Nagler überschattet permanent der Kampf um schwarze Zahlen. "Weil die Krankenkassen den Helfer-vor-Ort-Dienst (HvO) - er dient an Unfallstellen zur Überbrückung der Zeit, bis der reguläre Rettungsdienst eintrifft - in keinster Weise refinanzieren, muss die BRK Bereitschaft Nagel eigenständig die Kosten für den Unterhalt und die Instandhaltung der Fahrzeuge sowie für das medizinische Material stemmen", erzählt Patrick Süttner, Notfallsanitäter und ehemaliger Bereitschaftsleiter.

Weil das Bereitschaftsheim der Nagler kein Rot-Kreuz-eigenes Gebäude ist und die Gemeinde den Ehrenamtlichen kein Gebäude kostenfrei zur Verfügung stellt, müssen die Mitglieder zusätzlich Ausgaben für Miete und Nebenkosten sowie Kosten für Reparaturen, Aus- und Weiterbildungen selbst tragen. "Auch unsere Rettungsfahrzeuge finanzieren wir im Regelfall eigenständig", erzählt Süttner. Im vergangenen Jahr mussten die Mitglieder der Nagler BRK-Bereitschaft Kosten in Höhe von knapp 24 000 Euro eigenständig tragen. Die Einnahmen der Ortsgruppe seien laut Süttner nur knapp darüber gelegen. "Wir arbeiten quasi dafür, dass wir arbeiten dürfen."

Durch Sanitätsdienste, die Organisation von Altkleidersammlungen und Spenden würden sich die Bereitschaftler momentan hauptsächlich über Wasser halten. "Würden uns Einnahmen wegbrechen, wäre das eine Katastrophe", sagt Süttner.

Aus diesem Gedanken heraus haben die Mitglieder des Rettungsdienstes im April vergangenen Jahres den Förderverein der BRK-Bereitschaft Nagel gegründet. "Er soll Bestand und Ausbau der Bereitschaft in Zukunft finanziell sichern", erklärt Süttner, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins BRK-Bereitschaft Nagel. Zudem sollen die Einkünfte die Kosten für die Anschaffung von Einsatzbekleidung, medizinischen Geräten für die Einsatzfahrzeuge sowie Schulungs- und Trainingsmaterialien decken. "Jeder, der uns helfen möchte, kann in den Förderverein eintreten und uns mit einer Spende oder seiner Mitgliedschaft unterstützen", sagt Süttner.

Freiwillige, die sich aktiv einbringen möchten, können entweder im Sanitätsdienst bei Veranstaltungen, wie dem Fichtelgebirgsmarathon, dem Rockman-Run oder dem Nagler Kräuterfest, mitwirken, im HvO-Dienst Einsätze fahren und Erste Hilfe leisten oder in der Unterstzützungsgruppe Rettungsdienst mitwirken. Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren können die Bereitschaft in der Jugendarbeit unterstützen und im Anschluss in den aktiven Einsatzdienst eintreten. Rund 200 Einsätze bewältigen die Mitglieder der BRK-Bereitschaft Nagel jedes Jahr. "Zum Teil auch in den umliegenden Gemeinden Tröstau, Ebnath und Brand in der Oberpfalz und sogar weit über die Landkreisgrenzen hinaus", erzählt Bereitschaftsleiter Simon Schindler. Im vergangenen Jahr seien die Nagler Ehrenamtler auf eine Einsatzzeit von 1235 Stunden und 24 000 Stunden in der Bereitschaft gekommen. "Damit unsere Einsatzkräften im Notfall unter besten Voraussetzungen Hilfe leisten könne, bieten wir jedes Jahr Lehrgänge und Fortbildungen an", erzählt Schindler. "Wir schmeißen niemanden ins kalte Wasser", ergänzt Süttner.

In der Form, wie die 1952 gegründete BRK Bereitschaft Nagel - damals unter dem Namen "Sanitätskolonne Nagel" - heute existiert, gibt es sie erst seit der Jahrtausendwende. "Damals wurde die BRK-Bereitschaft sozusagen wiederbelebt", sagt Süttner. Nach einigen Jahren, in denen wenig passiert sei, haben sich ein paar Rettungsdienstler zusammengetan und die Nagler BRK-Bereitschaft neu organisiert. Den HvO-Dienst haben die Bereitschaftler umstrukturiert. Der 1999 ins Leben gerufene Dienst sei der Grundstein für die heutige Bereitschaft. "Im Jahr 2006 haben wir das Aufgabenspektrum der BRK-Bereitschaft mit einem Fahrzeug, das rettungstechnisch auf höchstem Niveau ausgestattet ist, über den HvO hinaus erweitert", sagt Süttner. Heute sind die Nagler vom BRK mit zwei Einsatzfahrzeugen und zwei Anhängern ausgerüstet, um ihre vielfältigen Aufgaben zu bewältigen.

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
27. 04. 2018
17:16 Uhr

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Katharina Melzner

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27. 04. 2018
17:16 Uhr



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