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Fichtelgebirge

Zentrum von europäischem Rang

Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer eröffnet die neue Werkhalle des EFBZ in Wunsiedel. Hier gibt es beste Bedingungen für Steinmetze und Bildhauer.



Die neue Werkhalle bietet beste Bedingungen für Lehre und Praxis.
Die neue Werkhalle bietet beste Bedingungen für Lehre und Praxis.   » zu den Bildern

Wunsiedel - Der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer hat am Samstag die neue Halle des europäischen Fortbildungszentrums für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in Wunsiedel (EFBZ) eingeweiht. Dieses hat sich zu einem Kompetenzzentrum im Handwerk entwickelt.

Viele Gäste

Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister des Steinmetz-Handwerks und Vorsitzender des Zweckverbands für das EFBZ, freute sich bei der Einweihung der neuen Werkhalle über viele Ehrengäste. Außer Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer kamen aus der Politik Andreas Kepper vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Corinna Boerner von der Regierung von Oberfranken, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Landrat Dr. Karl Döhler, viele Vertreter der Städte und Gemeinden im Landkreis sowie einige Mitglieder des Kreistages. Die evangelische Kirchengemeinde vertrat Pfarrer Jürgen Schödel und die katholische Pfarrer Günter Vogl. Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Koller, die Geschäftsführerin Nina Pörtner und das Vorstandsmitglied Markus Steininger vom Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks waren gekommen. Aus dem Zweckverband für das EFBZ nahmen die Mitglieder im Aufsichtsgremium Johanne Arzberger, Rainer Beck, Kai Hammerschmidt und Gerhard Kuchenreuther sowie als Vertreter der Geschäftsführung, Stefan Pommerenke, mit Team teil. Aus dem Kreis der am Bau Beteiligten kamen Architekt Peter Kuchenreuther, Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger und Mitarbeiter der Handwerksbetriebe. Aus dem Steinzentrum waren der Leiter Erwin Hornauer, Stellvertreter Jürgen Richter, Ausbildungsmeister Klaus Heinl und die Fachbetreuer Reinhard Kögler, Carolin Pfeuffer, Lisa Tauer sowie Sekretärin Barbara Harz anwesend.


Wenn es um das Thema Stein geht, schauen Fachleute aus ganz Europa nach Wunsiedel. Der Grund: Das EFBZ bildet nicht nur seit Jahren aus, es ist auch erste Anlaufstelle, wenn es um Expertenwissen zu Steinen aus aller Welt geht. Mit der Erweiterung stellt sich das Zentrum für die Zukunft auf, wächst und gewinnt damit weiter an Bedeutung.

Einen Dank sprach der Landesinnungsmeister des Seinmetz-Handwerks, Hermann Rudolph, Landrat Dr. Karl Döhler aus: "Es besteht eine wirklich hervorragende Zusammenarbeit mit Ihnen. Sie unterstützen den Zweckverband für das EFBZ tatkräftig und es ist Ihnen eine Herzensangelegenheit." Er verwies darauf, dass das harte Brot der Gewinnung und Verarbeitung des Granits die Menschen im Fichtelgebirge geprägt habe. In Wunsiedel sei auch die Wiege des bayerischen Steinmetzhandwerks angesiedelt. So ist hier vor knapp 120 Jahren die erste Fachschule für Steintechnik in Deutschland entstanden.

Die Festrede von Staatsminister Pschierer war ein Plädoyer für das Handwerk. "Stellen Sie sich mal Ihren Lebensalltag ohne das Handwerk vor. Zum Beispiel ohne Semmeln vom Bäcker, ohne Wurst vom Metzger vor Ort. Ein verantwortungsvolles Ziel für uns Politiker muss sein, Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden. Dabei hilft uns das Handwerk ganz wesentlich." Das Steinmetz-Handwerk habe sich aus einer schwierigen Situation vor einigen Jahren selbst befreit und von innen heraus weiterentwickelt. Hier in Wunsiedel sei jetzt das am besten ausgestattete Fortbildungszentrum für Steinmetze und Steinhauer in ganz Europa entstanden.

Der verantwortliche Architekt, Peter Kuchenreuther aus Marktredwitz, gab einige Daten zur neuen Halle bekannt: Die zweigeschossige Halle bringt es auf 1250 Quadratmeter Fläche und einen umbauten Raum von 6500 Kubikmeter. Sie bietet 16 Arbeitsplätze für Steinmetze und Steinbildhauer, Werkstätten für Metall- und Holzbearbeitung, eine Ausstattung mit neuesten Maschinen und aktueller Technik, zusätzlich einige Unterrichtsräume. Beim Bau wurde der veranschlagte Kostenrahmen nicht nur eingehalten, sondern sogar etwas unterschritten: "Auch das ist ein Zeichen für gute Qualität im Handwerk." Kuchenreuthers Dank ging an alle Handwerker, die die Halle und die Einrichtung so tadellos erstellt haben, stellvertretend für alle nannte er das Wunsiedler Bauunternehmen Karl Roth, das den Rohbau erstellt hat. Für die Halle seien hauptsächlich Materialien aus der Region verwendet worden. Kuchenreuther sieht sich nicht nur als Akademiker, der im Beruf viel mit Papier und am Computer arbeiten muss. Er habe selbst, ebenso wie weitere Familienmitglieder, hier Steinmetz gelernt. Das Schöne am Handwerk sei, dass man abends sehe, was man tagsüber gearbeitet hat. "Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden: Ich durfte hier mitgestalten!"

Mit einem symbolischen Schlüssel, natürlich aus Stein gefertigt, wurde die Werkhalle übergeben. Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Günter Vogl von der katholischen und Pfarrer Jürgen Schödel von der evangelischen Pfarrgemeinde. Pfarrer Vogl wünschte allen, die hier tätig sind, dass sie Gottes Freude erfahren mögen. Pfarrer Schödel zitierte Stellen aus der Bibel, bei denen Stein eine Rolle spielt. So den Psalm 118: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden."

Landrat Dr. Karl Döhler sagte, dass das EFBZ ein echter Fichtelgebirgler sei. "Es kann sehr viel mehr als viele wissen." Berufseinsteiger oder Fachleute aus ganz Deutschland und aus europäischen Ländern lassen sich hier aus- und weiterbilden. Fachleute aus der ganzen Welt nutzen die hier vorhandene Expertise, wenn sie selbst nicht weiterkommen. Und im Natursteinarchiv gibt es die größte Sammlung an Steinmustern der ganzen Welt. Mit der neuen Halle hat sich das EFBZ zu einem weltweit anerkannten Kompetenzzentrum für Naturstein entwickelt. Dann schlägt Döhler den Bogen zur neuen Imagekampagne "Freiraum für Macher". Damit wirbt das Fichtelgebirge seit kurzem für die vielfältigen Möglichkeiten in der Region. "Die Macher der Steinbranche können künftig ihr Handwerk sowie ihre kreativen Ideen noch besser verwirklichen." Sein Dank ging an die Macher, die das gemeinsam finanziell ermöglicht haben: So hat sich der Bund mit 60 Prozent, der Freistaat Bayern mit 30 Prozent und der Zweckverband für das EFBZ mit zehn Prozent an den Gesamtkosten von fünf Millionen Euro beteiligt. Andreas Kepper, Referent für Bildungs- und Handwerksförderung im Bundeswirtschaftsministerium, sagte, für die Unterstützung sei entscheidend gewesen, dass damit die Aus- und Weiterbildung gestärkt wird.

Thomas Koller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, stellte die beiden wichtigen Säulen des EFBZ heraus: Zum einen die berufliche Qualifizierung auf allen Ebenen, zum anderen die Internationalität des Arbeitens und der Vernetzung. Dazu gehört auch das internationale Bildhauer-Symposium, das Ende Juni zum 25. Mal stattfindet.

Erwin Hornauer, Leiter des EFBZ, blieben die Schlussworte vorbehalten. Er freue sich, wenn sich die Steinmetze im EFBZ künftig noch wohler fühlen als bisher. Sein Vorgänger Heinrich Rhein habe "den Stein für das heutige Kompetenzzentrum ins Rollen gebracht".

Musikalisch eindrucksvoll untermalt wurde die Feier vom Querflöten-Ensemble der Musikschule Tröstau-Nagel-Bad Alexandersbad.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
22. 05. 2018
00:00 Uhr

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Autor

Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2018
00:00 Uhr



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