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Fichtelgebirge

Julia Brendel ist die beste Schülerlotsin

Beim Bezirksentscheid in Wunsiedel sichert sich die Lichtenfelserin den ersten Platz. Vertreter der Verkehrswacht und aus der Politik betonen die Wichtigkeit des Amtes.



Mit der stolzen Gewinnerin des Bezirksentscheids Julia Brendel (gelbe Weste, Mitte) freuten sich der Zweitplatzierte Erik Schindler aus Helmbrechts (rechts daneben), der Drittplatzierte Marcel Scherbel aus Steinbach am Wald sowie Vertreter von Verkehrswacht, Schulen, Behörden und Politik. Foto: Katharina Melzner
Mit der stolzen Gewinnerin des Bezirksentscheids Julia Brendel (gelbe Weste, Mitte) freuten sich der Zweitplatzierte Erik Schindler aus Helmbrechts (rechts daneben), der Drittplatzierte Marcel Scherbel aus Steinbach am Wald sowie Vertreter von Verkehrswacht, Schulen, Behörden und Politik. Foto: Katharina Melzner  

Marktredwitz - Eine von 12 000 Schülerlotsen in Bayern ist Julia Brendel aus Lichtenfels. Beim Bezirksentscheid für die Schülerlotsen Oberfrankens holt sie den ersten Platz und sichert sich damit die Teilnahme am Landesentscheid, der kommenden Freitag in Nürnberg stattfindet. Alle Lotsen haben jährlich die Möglichkeit, beim Bundeswettbewerb mitzumachen. Die Qualifizierung läuft über Kreis-, Bezirks- und Landesentscheide.

Geschichte der Lotsen

Schülerlotsen gibt es laut Informationen der Verkehrswacht Bayern seit 1919 in Amerika. Zwischen 1922 und 1952 haben sie die Zahl der Verkehrsopfer in Amerika um 35 Prozent gesenkt. Im Jahr 1952 forderte der Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherer-Verband (HUK) auch in Deutschland die Einführung von Schülerlotsen, die 1953 folgte. Seit 1991 übernimmt der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) die Ausstattung der jungen Verkehrshelfer und die Förderung des Wettbewerbs.


Im Wunsiedler Landratsamt haben sich 14 Schülerlotsen aus dem Fichtelgebirge, Bayreuth, Coburg, Hof, Kronach und Kulmbach dem Wettbewerb gestellt, den die Verkehrswacht Fichtelgebirge ausrichtet. In der Vorrunde haben die Teilnehmer bei einem Wettbewerb auf Kreisebene einen Fragebogen bearbeitet, der ihr Wissen in den Bereichen Verkehr, Staatsbürgerkunde, Gesundheit und Umwelt abfragte. Ihr Können mussten die Lotsen beim Bezirksentscheid nun erneut unter Beweis stellen. In einem theoretischen Teil haben die Teilnehmer 35 Fragen zum Schülerlotsenalltag beantwortet. Im Praxisteil war ihr Reaktionsvermögen gefragt. Im Anschluss mussten die Teilnehmer die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge schätzen. Auch im Alltag müssen die jungen Verkehrshelfer binnen Sekundenbruchteilen entscheiden, ob ein sich näherndes Fahrzeug noch anhalten kann oder nicht.

Von den Schulen ausgesucht, von der Polizei ausgebildet und von der Verkehrswacht betreut, zählen in Bayern neben den rund 12 000 Schülerlotsen etwa 18 000 Erwachsene zu den Schulwegdiensten. Obwohl mit dieser Zahl jeder zweite Helfer Deutschlands in Bayern im Einsatz ist, tritt die Verkehrswacht mit Nachdruck für einen weiteren Ausbau der Schulwegdienste ein: "An jeden gefährlichen Übergang und in jeden Schulbus gehört eigentlich ein Lotse", stellt Herbert Fischer, Vorsitzender der Verkehrswacht Fichtelgebirge, klar. Mit Blick auf dieses Ziel sollten Schulen, Elternbeiräte und Kommunen noch aktiver werden. Ebenso wichtig sei es, dass Eltern ihre Kinder zu einer Tätigkeit als Schülerlotse ermuntern.

Für diejenigen, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf ihrem Schulweg bereits begleiten, gab es großes Lob: "Wie gewissenhaft und verantwortungsbewusst die Schulweghelfer ihr Amt ausführen, erkennt man daran, dass seit ihrer Einführung im Jahr 1953 an gesicherten Übergängen kein einziges Schulkind getötet oder schwer verletzt worden ist", sagte der Vorsitzende.

Wie hoch die Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement der jungen Verkehrshelfer ist, zeigt laut Fischer, dass am Tag des Bezirksentscheids hoher Besuch nach Wunsiedel gekommen ist, um den oberfränkischen Lotsen Dank zu sagen und zu gratulieren. Regierungsvizepräsident Thomas Engel aus Bayreuth erinnerte daran, dass alle der Teilnehmer einen unheimlich wertvollen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und dass sie bereits auf Kreisebene Sieger sind. "Wir haben den Tod von vier Kindern auf dem Schulweg zu beklagen, wir brauchen euch dringend", lautete der aufrüttelnde Appell von Hubert Schröder vom Innenministerium. Hauptkommissar Robert Roth, Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, schloss sich seinen Vorrednern an und betonte die Wichtigkeit des Amts der Schülerlotsen: "Die Polizei kann nicht überall sein." Er erinnerte daran, dass die Arbeit der Mädchen und Jungen mit Sicherheit nicht immer einfach sei: "Da gehört schon Mut dazu."

Alle Teilnehmer erhielten bei der Siegerehrung kleine Geschenke. Für eine Platzierung auf den vorderen Plätzen hat es für Maximilian Reinel aus Weißenstadt und Dominik Dorison aus Kirchenlamitz nicht gereicht. Aber der Sieg stehe bei dem Wettbewerb ohnehin nicht im Fokus. Es gehe viel mehr darum, auf die Leistungen der jungen Verkehrshelfer aufmerksam zu machen, ging aus einigen Reden hervor.

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
08. 07. 2018
11:42 Uhr

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Katharina Melzner

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08. 07. 2018
11:42 Uhr



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