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Fichtelgebirge

Spendenaktion für Bahnhof

Martin Keltsch sorgt sich um das Gebäude des einstigen Wunsiedler Bahnhofs. Er hofft auf Sponsoren aus den Reihen der Bürger.



Die Regierung gibt kein Geld für die Sanierung des alten Bahnhofgebäudes. Foto: M. Bäu.
Die Regierung gibt kein Geld für die Sanierung des alten Bahnhofgebäudes. Foto: M. Bäu.  

Wunsiedel - Der ehemalige Wunsiedler Bahnhof prägt noch immer das Stadtbild. Allerdings wandelt sich das einst stattliche Gebäude immer mehr in eine Ruine. Deshalb hat der Stadtrat die Sanierung des Gebäudes für die Förderoffensive Nordostbayern angemeldet. Während das Erdgeschoss als öffentlicher Veranstaltungsraum genutzt werden sollte, sah die Planung vor, dass in den beiden oberen Stockwerken Wohnungen entstehen. Daraus wird vorerst nichts, da die Regierung der Stadt einen Korb gegeben hat, wie Bürgermeister Karl-Willi Beck am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung mitteilte. Die Behörde hält die trotz einer 90-Prozent-Förderung von Wunsiedel noch aufzubringenden Eigenmittel für nicht gerechtfertigt. Da die Stadt sich in der Konsolidierung befindet und der Erhalt des Bahnhofs keine Pflichtaufgabe ist, dürfen für das Projekt keine Kredite aufgenommen werden.

Diesen Bescheid akzeptieren die Stadträte zwar, doch Martin Keltsch (CSU) will sich nicht damit abfinden. "Der Erhalt des Bahnhofs ist enorm wichtig." Er regte daher eine private Spendenaktion an, um so die Eigenmittel in Höhe von 217 000 Euro zu finanzieren. "Vielleicht könnte man ja den Spendern eine steuerwirksame Quittung als Anreiz geben."

Ob eine derartige Quittung möglich ist, will Bürgermeister Beck prüfen. "Wenn, dann muss das rechtlich in Ordnung sein." Keltschs' Idee hält er dennoch für charmant.

Dass der Bahnhof sanierungsbedürftig ist, ist allen Stadträten klar. Keltsch befürchtet, dass das Gebäude weiter Schaden nehmen wird, wenn in den kommenden zwei Jahren nichts geschieht. Genau dies lässt auch ein Satz im Beschlussvorschlag vermuten, den die Verwaltung formuliert hat. "Darüber hinaus sind der Umfang und die Kosten einer Reparatur sowie die Kosten des Abbruchs unverzüglich zu ermitteln."

Die Rechtsaufsicht hat aus den gleichen Gründen auch die Sanierung und den Umbau des ehemaligen Schulhauses in Bernstein in ein Dorfgemeinschaftshaus abgelehnt.

Befürwortet haben die Entscheider in der Behörde zwei andere Projekte: Die Stadt darf 187 150 Euro Eigenmittel aufwenden, um private Projekte zur Sanierung von leer stehenden Häusern in der Innenstadt zu fördern. Dies soll Bürgern Anreize geben, in alten Häusern modernen Wohnraum zu schaffen und hässliche Fassaden zu erneuern.

Ebenfalls darf die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb zur Sanierung der Häuser Marktplatz 5/7 und Alte Ratsgasse 4 starten. Hier muss Wunsiedel 12 500 Euro selbst aufbringen.

Der Stadtrat stimmte den beiden Projekten zu. Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
20. 07. 2018
20:08 Uhr

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